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Assassination Nation (2018)

In "Assassination Nation" gerät das Leben in der amerikanischen Kleinstadt Salem völlig aus den Fugen, nachdem ein mysteriöser Hacker die persönlichen Daten aller Bewohner veröffentlicht hat.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Lily (Odessa Young) ist ein ganz normaler Teenager, die mit ihrer Clique über Männer redet, Bilder auf Instagram postet und gerne auf Partys geht. Das beschauliche Leben in der US-Kleinstadt Salem findet jedoch ein jähes Ende, als der Bürgermeister Opfer eines Hackers wird, der intime Fotos des Politikers veröffentlicht. Auf diesen Bildern sieht man ihn in Frauenkleidung eindeutig posierend – und das, obwohl er sich in der Öffentlichkeit immer als konservativer LGBT-Gegner präsentiert hat. Auf einer öffentlichen Veranstaltung kommt es zur Tragödie: Vor laufender Kamera erschießt sich der Mayor. Doch das ist erst der Anfang einer ganzen Reihe an Gewaltausbrüchen und blutigen Übergriffen. Denn nachdem die Telefone und Computer aller Einwohner der Stadt gehackt wurden, kommt es zu chaotischen, bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Salem. Ins Visier der Bürger geraten Lily und ihre Freundinnen, die für die Hacker-Attacken verantwortlich gemacht werden.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Nicht zufällig spielt die Medien-Satire in Salem. In der gleichnamigen Stadt im US-Bundesstaat Massachusetts kam es Ende des 17. Jahrhunderts zu den berühmten Hexenprozessen. Dutzende Unschuldige wurden damals von einem aufgebrachten Lynchmob der Hexerei beschuldigt, verhaftet und hingerichtet. Gedreht wurde "Assassination Nation" von Sam Levinson, für den es erst der zweite Spielfilm ist. Sein Regiedebüt gab er 2011 mit der starbesetzten (Ezra Miller, Kate Bosworth u.a.) Tragikomödie "Another Happy Day". "Assassination Nation" wurde im Frühjahr 2017 in New Orleans gedreht.

Obwohl "Assassination Nation" überdeutlich Kritik an sozialen Medien, deren Oberflächlichkeit und der Schnelllebigkeit unserer hochtechnologisierten Gesellschaft übt, passt er sich in Sachen Stil, Dramaturgie und Inszenierung ganz den Sehgewohnheiten heutiger Jugendlicher an, die einer medialen Dauerbeschallung und Reizüberflutung ausgesetzt sind. Heißt: Er ist laut, grell, brutal, stylish, höllisch schnell geschnitten und extrem reißerisch. Ein akustischer wie visueller, chaotischer Wahnsinnstrip, der häufig Split-Screens und die Bildschirm-Ansichten jener Medien zur Erzählung nutzt, deren Bedeutung für den Alltag der Generation Z er kritisiert.

Natürlich bedient sich "Assassination Nation" bewusst provokanter, ja fast polemischer Bilderwelten und einer aggressiven Botschaftsvermittlung. Und er überzeichnet freilich rigoros, wenn die privatesten Bilder und Videos nicht nur einiger weniger Personen sondern von über 15 000 Einwohnern plötzlich für jedermann sichtbar macht. Doch mit dieser absichtlichen Übertreibung verweist er gekonnt und mit Nachdruck auf die Gefahren von Cyber-Mobbing. Außerdem betont er (wie es auch Lily an einer Stelle sagt), dass in unserer heutigen Zeit nichts mehr privat ist.

Fragwürdig sind jedoch die ausufernden, übertriebenen Gewaltexzesse und blutigen Akte der Selbstjustiz in der zweiten Hälfte, bei der Teenager gehängt, durch die Straßen der Stadt gehetzt und Gehirne mit Baseballschlägern oder Schaufeln zertrümmert werden. Und die Polizei steht alledem machtlos gegenüber. In diesen Momenten erinnert der Film hier und da an die sinnlosen, stilisierten Gewaltausbrüche der "Purge"-Filme.


Fazit: Exzessiver, gesellschaftskritischer Mix aus Thriller-Drama, Horror und Medien-Satire, der mit seiner schrillen, überhöhten visuellen Umsetzung im Gedächtnis bleibt – mit der entfesselten Brutalität allerdings über die Stränge schlägt.




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Land: USA
Jahr: 2018
Genre: Thriller
Länge: 110 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 15.11.2018
Regie: Sam Levinson
Darsteller: Odessa Young als Lily, Hari Nef als Bex, Suki Waterhouse als Sarah
Verleih: Universum Film

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