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Kritik: Rocca verändert die Welt (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"Rocca verändert die Welt" ist der erste abendfüllende Spielfilm der Odenwälder Regisseurin Katja Benrath. Zuvor drehte sie Kurzfilme und war außerdem in Theater- und TV-Produktionen zu sehen. Benrath ist ausgebildete Sängerin und Schauspielerin. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie 2017 durch ihren Oscar-nominierten Kurzfilm "Watu Wote" bekannt – einer vielfach prämierten, deutsch-kenianischen Produktion. Die Dreharbeiten für "Rocca verändert die Welt" fanden im Sommer 2018 in Hamburg statt.

Katja Benrath beweist mit "Rocca verändert die Welt", dass ihr auch das Format "Langfilm" liegt. Die mit einem tollen und prominent besetzten Cast (in amüsanten Nebenrollen sind u.a. Detlev Buck und Cordula Stratmann zu sehen) ausgestattete Produktion profitiert zum einen von ihrer lebenslustigen, unkomplizierten Hauptfigur. Rocca ist ein optimistisch gestimmtes, an gesellschaftlicher Gerechtigkeit interessiertes Mädchen, das die Welt zu einem besseren Ort machen will. Allein deshalb eignet sie sich für jüngere Kinobesucher als ideale Identifikationsfigur. Das zeigt sich besonders in den aus dem Leben gegriffenen, heiklen Momenten, die viele Zuschauer nachvollziehen können bzw. so ähnlich schon einmal selbst erlebt haben. Etwa wenn es an der Schule zum Mobbing kommt oder die Erwachsenen einen – wieder einmal – eines Besseren belehren wollen.

Rocca beweist, dass Angst und falsche Scheu lähmend wirken und stattdessen Mut, Tatendrang und Gelassenheit gefragt sind. Luna Maxeiner spielt ihre Figur dabei mit einer so selbstverständlichen Lässig- und Natürlichkeit, dass es eine wahre Freude ist ihr dabei zuzusehen. "Rocca verändert die Welt" lebt darüber hinaus von seinem ansteckenden Humor, der sich in Form brüllend komischen Slapsticks oder eines intelligenten Wortwitzes manifestiert. In den (körperbetonten) Slapstick-Situationen ist oft Roccas niedliches Eichhörnchen nicht weit, das für reichlich Trubel sorgt – ganz zur Freude der Kinobesucher. Darüber hinaus geht Benrath mit der Zeit und passt ihren Film der Lebenswirklichkeit heutiger Schulkinder an, für die "Youtube", "Influencer" und "digitale Medien" längst zum Alltag gehören.

Fazit: Erfrischender, phantastisch gespielter Familienfilm mit einer unangepassten, unverwechselbaren Hauptfigur, deren Lebenslust ansteckend wirkt.




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