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Kritik: Die Goldfische (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Die Goldfische" legt der 1986 in Teheran geborene HFF-München-Absolvent Alireza Golafshan sein Langfilmdebüt vor. Als Drehbuchautor und Regisseur demonstriert er sein Geschick, mit Klischees zu hantieren und ernste Themen – etwa den Umgang mit einer Gehbehinderung nach einem Unfall – mit Tempo und Humor zu erzählen, ohne dabei taktlos anzumuten. Das Werk bietet gute Unterhaltung, die nicht unbedingt auf Realismus setzt, aber auch nicht völlig überdreht-albern daherkommt und erfreulicherweise nicht in ein Moralstück mündet. Nicht jeder Gag vermag im Laufe der Handlung zu zünden und manche dramaturgische Entscheidung ist recht konventionell; insgesamt bereitet das Roadmovie jedoch Vergnügen.

Dies ist nicht zuletzt den Figuren und der Besetzung zu verdanken. Neben dem gewohnt charismatischen Hauptdarsteller Tom Schilling ("Oh Boy") und der sympathisch spielenden Jella Haase ("Fack ju Göhte") sind es insbesondere Birgit Minichmayr ("Alle Anderen") und Luisa Wöllisch, die mit den Verkörperungen ihrer Rollen vollauf überzeugen. Minichmayr liefert als sehbehinderte Zynikerin kongenial die besten Sprüche des Skripts – und Wöllisch (die auch im echten Leben das Down-Syndrom hat) interpretiert ihre Figur mit dem nötigen Selbstbewusstsein und Eigensinn. Nicht ganz glaubwürdig wirken indes die Zeichnung und die Darstellung der beiden Autisten "Rainman" und "Michi", da hier entweder zu sehr auf die schnelle Pointe gezielt wird oder alles zu vage bleibt.

An Stärken kommen zu einem stimmigen, gekonnt eingebauten Soundtrack (unter anderem mit "Blue Monday" von New Order und "Self Control" von Laura Branigan) noch die gelungenen Aufnahmen des Kameramanns Matthias Fleischer hinzu, sowohl während der turbulenten Kleinbusreise als auch im Finale in einem Freizeitpark.

Fazit: Ein charmanter und flotter Spaß mit kleinen Schwachpunkten, aber einem äußerst spielfreudigen Ensemble.




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