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Kritik: Mia und der weiße Löwe (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Franzose Gilles de Maistre drehte sein Familienabenteuer an Originalschauplätzen in Südafrika über einen Zeitraum von drei Jahren. Das Besondere: De Maistre und sein Team verzichteten vollständig auf CGI-Effekte. Die Szenen zwischen Hauptdarstellerin de Villiers und dem Löwen sind echt und wurden allesamt unter Mithilfe professioneller Tiertrainer gedreht. De Maistre legt hier sein Spielfilmdebüt vor. In seiner bisherigen Karriere verantwortete er in erster Linie TV-Serien und -Dokumentationen.

"Mia und der weiße Löwe" ist ein jeder Hinsicht gelungenes filmisches Erlebnis und zählt fraglos zu den schönsten Familienproduktionen der letzten Zeit. Der Hauptgewinn: der natürliche, nie aufgesetzt wirkende Umgang zwischen dem Löwen (der in Wirklichkeit Thor heißt) und Hauptdarstellerin de Villiers. Zwischen Mensch und Tier stimmt die Chemie und das Vertrauen, das merkt der Zuschauer in jeder Sekunde, in der die Beiden auf der Leinwand zu sehen sind. Diese Tatsache ist auch dem Mut der Macher geschuldet, den Film über mehrere Jahre zu drehen, sodass Thor und de Villiers in gewisser Weise tatsächlich miteinander aufwuchsen. Jedes Jahr kehrte das Team an die Schauplätze in Südafrika zurück und drehte für einige Wochen.

Im Laufe der Zeit entstand so eine tiefe, innige Bindung zwischen dem Mädchen und dem Raubtier, das spürt man im Film jederzeit. Einen Großteil zum Gelingen der authentischen Mensch-Tier-Aufnahmen trug zudem "Löwenflüsterer" Kevin Richardson bei, der den Umgang mit Raubkatzen seit vielen Jahren gewohnt ist und die wundervollen Tiere sowie deren Verhaltensweisen genau studiert hat. "Mia und der weiße Löwe" gefällt darüber hinaus durch seine erhabenen, prachtvollen Landschaften, die auf der Leinwand aufgrund ihrer Größe und Weite einen ganz eigenen Zauber entfalten.

Dies alles zeigt wieder einmal: Reale Drehorte und echte Tiere sind durch nichts zu ersetzen – auch wenn sich der Dreh dadurch als langwierig und kompliziert erweist. Der Verzicht auf Green-Screen, CGI und Co. hat sich hier wieder einmal ausgezahlt. Und zu guter Letzt vermittelt der mit sympathischen Darstellern besetzte Film mit Nachdruck seine essentielle Botschaft, auf die nicht oft genug verweisen werden kann: Der Schutz der Löwen ist wichtiger denn je, um die majestätischen Raubkatzen endgültig vor dem Aussterben zu bewahren. Denn gerade in Südafrika stellt die Raubtier- bzw. Großwildjagd ein nach wie vor ein gewaltiges Problem dar.

Fazit: Familienfreundlicher, landschaftlich berauschender Mix aus Abenteuer- und Naturfilm, der vom liebevollen, unverstellten Umgang zwischen Mensch und Tier lebt




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