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Kritik: Brightburn - Son of Darkness (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Ein adoptiertes Kind bringt ein Stück Vergangenheit in seine neue Familie mit, die es von dieser unterscheidet. Das Horrorgenre mag Geschichten über adoptierte oder angenommene Kinder, weil sie mit der latenten Angst von Erwachsenen vor den lieben Kleinen spielen, die sich womöglich als gar nicht so unschuldig wie gedacht erweisen könnten. Der Junge Brandon ist in dieser Hinsicht ein waschechter Horrorfilmcharakter. Seine liebenden Eltern lehrt er gründlich das Fürchten, als er in die Pubertät kommt und seine Superkräfte entdeckt. Das Besondere an diesem von David Yarovesky ("The Hive") inszenierten Film ist, dass er Horror mit dem Superheldengenre verbindet. Brandon mutet wie eine böse Variante von Superman an.

Die Ähnlichkeiten mit der Comicfigur Superman werden von den Drehbuchautoren Brian Gunn und Mark Gunn genüsslich ausgebreitet. Auch hier nimmt ein braves Farmerehepaar aus Kansas das Kind aus dem All auf. Die Entwicklung und Entdeckung der Superkräfte kommt für Brandon schleichend. Aber der intelligente, verschlossene Junge verfügt über eine unbändige Wut, die zugleich in ihm aufkeimt. Niemand darf sich ihm in den Weg stellen. Seine Eltern lügt er nach seinen zerstörerischen Taten ungeniert an und sie glauben ihm schon aus purer Hilflosigkeit. Wie sollten sie jetzt den anderen sagen, woher der Junge stammt? Tori hofft, dass es sich nur um eine schwierige Phase handelt, durch die ihr Sohn geht und die er meistern könnte.

Die beklemmende Stimmung, die sich während Brandons Verwandlung in den bösen Superhelden entfaltet, mündet in eine Vorhersehbarkeit des weiteren Verlaufs. Tori und Kyle sitzen in der Falle, Brandon fehlt nach einer Weile schon die Zweideutigkeit, das Potenzial, doch auch gut zu sein. Die Inszenierung vertieft sich ein wenig zu gründlich in einzelne Szenen, in denen Brandon bei anderen Leuten auftaucht, um sie einzuschüchtern oder gleich aus dem Verkehr zu ziehen. Aber es genügt ihr ein einziger, unvermittelt geäußerter Satz, um zu verraten, was Brandon wirklich will. Diese Plumpheit wirkt amateurhaft. Der subversive Spaß, einen bösen Superhelden zu präsentieren, teilt sich den Zuschauern zwar mit, aber die Umsetzung gleicht einem nicht ganz ausgereiften Experiment.

Fazit: Regisseur David Yarovesky und die Drehbuchautoren Brian Gunn und Mark Gunn stellen in diesem Horrorthriller das Superheldengenre auf den Kopf. Ihr Held ist ein Junge an der Schwelle zur Pubertät, der aus dem Weltall stammt und seine böse Ader in Kombination mit Superkräften entdeckt. Seine armen Adoptiveltern aus Kansas sind hoffnungslos überfordert. Trotz der frech-subversiven Grundidee und einer gewissen atmosphärischen Dichte hapert es bei der Dramaturgie, die die Spannung nicht optimal schüren und aufrechterhalten kann.





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