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The Hole in the Ground
The Hole in the Ground
© Weltkino Filmverleih

Kritik: The Hole in the Ground (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Spielfilmdebüt des irischen Regisseurs Lee Cronin bietet stimmungsvoll inszenierten Horror, der seine Fährten geschickt in verschiedene Richtungen auslegt. Nach einem Umzug in eine neue Gegend, der für Mutter und Kind der Beginn eines Lebens zu zweit sein soll, schleicht sich in die Beziehung eine unheimliche Spannung ein. Die nervlich belastete Sarah beäugt ihren stillen Sohn mit wachsendem Misstrauen. Er verhält sich merkwürdig. Das bedrohliche Verhalten der verrückten alten Nachbarin deutet ebenfalls darauf hin, dass sich an diesem Ort Böses abspielt. Der Krater im Wald hinter Sarahs Haus könnte sein Ursprung sein.

Die Angst vor dem Bösen im Kinde ist ein beliebtes Motiv des Horrorfilmgenres. Aber auch die scheinbar liebende Mutter kann sich als gefährlich entpuppen. "Der Babadook" erzählt von verborgenen Spannungen in einer Mutter-Kind-Beziehung, die sich verselbstständigen. In "The Prodigy" entdeckt eine Mutter, dass sich in ihrem Kind der Geist eines toten Mörders eingenistet hat. Cronin veranstaltet ein reizvolles Rätselraten um die Frage, ob denn nun alles, was Sarah erlebt, auf ihrer Einbildung basiert oder ob es doch übernatürliche Kräfte gibt, die sich kleiner Jungen bemächtigen. Eine Mutterfigur, die ihre bösen Triebe nicht unter Kontrolle hat, symbolisiert eine menschliche Grundangst, wie sie auch gegenüber der ungezähmten Wildnis oder dem Reich der Toten existiert.

Sarahs Angst greift auf die Zuschauer über. Denn Sarah ist auch eine naive, neugierige Heldin, sie steigt aus dem Auto aus, wenn die unheimliche Nachbarin vor ihr steht, sie geht nachts mit der Taschenlampe in den Wald, sie späht durch den Türspalt in Chris‘ Zimmer. Warum ist sie überhaupt auf die Idee gekommen, in ihrem angeschlagenen Zustand in dieses triste Haus am Wald zu ziehen? Die ganze Einrichtung, die alten Tapeten wirken bedrückend. Doch nicht nur hier, auch draußen herrscht trübes, schwaches Licht. Das nahende Unheil wird durch schrill anschwellende Klänge angekündigt, zum Beispiel wenn Sarah in den Wald geht. Wenn die Monster ihr Versteck verlassen, muss eine Mutter kämpfen, gleichgültig, ob sie sich nun im Wald, im eigenen Haus, im eigenen Geist befinden. Das Stückchen Erkenntnis, das sich Sarah erobern will, ist womöglich begrenzt wie der Lichtschein einer Taschenlampe.

Fazit: Unheimliche Dinge geschehen am neuen Wohnort einer Mutter und ihres Sohnes. Dass der Junge der Mutter fremd vorkommt, mag ihrer seelischen Verfassung geschuldet sein, aber es mehren sich auch die Anzeichen für eine übersinnliche Macht, die draußen im Wald lauert. Der irische Horrorfilm, mit dem Lee Cronin sein Kinoregiedebüt gibt, veranstaltet ein stimmungsvoll inszeniertes Rätselraten aus der Perspektive einer jungen Frau, die um das Überleben ihrer Zweierfamilie kämpft. Mit dem einsamen alten Haus am Waldrand hat sie sich allerdings auch die richtige Kulisse für Grusel und Albträume ausgesucht.




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