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Kritik: Hi AI (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In ihrem Dokumentarfilm "Hi, A.I. – Liebesgeschichten aus der Zukunft" befasst sich die Regisseurin Isa Willinger mit den Beziehungen, die Menschen und humanoide Roboter miteinander eingehen können. Sie gewährt Einblicke in die Entwicklung künstlicher Intelligenzen und demonstriert dabei die erstaunlichen Fortschritte, die die Wissenschaft in den letzten Jahren und Jahrzehnten gemacht hat. Wir hören Gespräche mit Expertinnen und Experten und nehmen an Vorträgen teil; überdies findet Willinger gemeinsam mit ihrem Kameramann Julian Krubasik oft traumhaft schöne und poetische Bilder, um die Fähigkeiten – etwa die Tanzkünste – von Robotern einzufangen.

Schon der Einstieg des Films ist überaus gelungen – wenn sich eine Patientin in einer zahnärztlichen Praxis zu unserer Überraschung als künstliche Lebensform herausstellt. Die faszinierendsten und einnehmendsten Momente sind jedoch die, in denen es um die private Interaktion zwischen Mensch und Maschine geht. Hier kommt es sowohl zu komischen als auch zu irritierenden Augenblicken. So gerät zum Beispiel die Konversation zwischen der älteren Sakurai und dem Roboter Pepper, der als kleiner, liebenswürdiger Junge gestaltet wurde und der Dame in ihrem Haus Gesellschaft leisten soll, immer wieder ins Stocken; Pepper scheint ganz eigene Interessen zu haben und verblüfft Sakurais Schwester etwa mit der Frage, ob Menschen träumen.

Ebenso spannungsreich sind die Szenen, in denen der US-Amerikaner Chuck gezeigt wird. Dieser begibt sich in seinem Wohnmobil auf eine Reise durch sein Heimatland – und nimmt die als Sex-Roboter konzipierte Harmony als Begleiterin mit. Leicht hätte Willinger hieraus eine bizarr-voyeuristische Nummer machen können. Stattdessen setzt die Filmemacherin aber auf einen empathischen Blick sowie auf leisen Humor. Wenn Chuck seinem Gegenüber aus Silikon (und damit auch uns) von seiner Vergangenheit erzählt, ist "Hi, A.I. – Liebesgeschichten aus der Zukunft" ein wirklich berührendes Werk, das nicht in der diffusen Ferne, sondern ganz im Hier und Jetzt von Relevanz ist.

Fazit: Ein oftmals witziger und zugleich sensibler sowie überraschender Film über das mögliche Miteinander von Menschen und Robotern.




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