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Kritik: Midsommar (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Hereditary – Das Vermächtnis" lieferte der Regisseur und Drehbuchautor Ari Aster im Jahr 2018 ein überaus bemerkenswertes Langfilmdebüt, das den Plot eines Trauerdramas geschickt mit Horror-Elementen mixte und damit als schmerzhaft intensives Seherlebnis daherkam. Nun folgt Asters neue Arbeit "Midsommar" – und abermals widmet sich der Filmemacher den tiefen seelischen Abgründen seiner Figuren.

Das Werk beginnt als Studie über eine junge Frau, deren Welt durch eine Familientragödie aus den Fugen zu geraten droht. Zugleich setzt sich "Midsommar" mit der dysfunktionalen, oftmals toxischen Beziehung zwischen der Protagonistin Dani und deren Freund Christian auseinander. Wenn sich der Schauplatz nach Nordschweden, in eine abgelegene Gemeinschaft, verschiebt, spielt Aster mit Motiven des Folk-Grusels (im Stile von "The Wicker Man"), findet dabei jedoch einen ganz eigenen Zugang, indem er den Reiz und die Absurdität des Settings sowie die befremdlichen Rituale zusammen mit seinem Kameramann Pawel Pogorzelski in Bilder fasst, in denen die Grenzen zwischen Schönheit und Grausamkeit fließend sind. Der Score von The Haxan Cloak trägt perfekt zum Schwanken zwischen Faszination und Unbehagen bei.

Für die Engländerin Florence Pugh ("Lady Macbeth", "Fighting with My Family") ist der Hauptpart eine weitere Paraderolle; sie bringt die Verletzungen der Figur sowie deren Wandlung im Laufe des Aufenthalts im schwedischen Nirgendwo sehr einfühlsam zum Ausdruck. Die übrigen Rollen bleiben derweil etwas blass. Dies mag beabsichtigt sein – dennoch fällt es an einigen Stellen schwer, das Verhalten von Christian und dessen Kommilitonen-Gruppe auch nur ansatzweise nachvollziehen zu können, worunter letztlich das Interesse am Schicksal der Beteiligten leidet.

Fazit: Ein Psycho-Horrordrama mit reizvollen Bildern und vielen originellen Ideen sowie einer ausdrucksstarken Florence Pugh im Zentrum.




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