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Child's Play
Child's Play
© Universal Pictures International

Kritik: Child's Play (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Ende der 1980er Jahre schuf Don Mancini die Mörderpuppe Chucky, die zwischen 1988 und 2017 in sieben Teilen ihr Unwesen trieb. Während die ersten drei Beiträge der "Child's Play"-Reihe noch als recht klassische Fantasy-Slasher-Werke in der Tradition von "A Nightmare on Elm Street" (1984) und dessen Sequels daherkamen, entwickelten sich die Filme seit "Chucky und seine Braut" (1998) zunehmend zu schwarzen Meta-Komödien. Am Remake "Child's Play", das sich lose an den Plot des ersten Teils anlehnt, ist Mancini nun erstmals in keiner Funktion beteiligt. Das Drehbuch von Tyler Burton Smith wählt einen durchaus interessanten modernen Ansatz, um die Geschichte neu zu erzählen: Die Puppe ist nicht mehr von einem Serienkiller besessen, sondern eine künstliche Intelligenz, bei deren Herstellung alle Sicherheitsprotokolle entfernt wurden. In Zeiten von virtuellen persönlichen Assistenten wie Alexa könnte dies zu spannenden Momenten führen. Das schwache Skript nutzt diese Möglichkeiten jedoch viel zu selten – und auch die szenische Umsetzung des Norwegers Lars Klevberg ("Polaroid") bleibt überwiegend reizlos.

Mit dem zentralen Mutter-Sohn-Duo Karen und Alex verfügt "Child's Play" über zwei Figuren, die auf sympathische Weise eingeführt werden und obendrein von Aubrey Plaza ("Life After Beth") und Gabriel Bateman ("Lights Out") einnehmend interpretiert werden. Mit Karen weiß das Drehbuch allerdings bald kaum noch etwas anzufangen – sie verschwindet mehr und mehr aus dem Fokus. Alex werden derweil mit Falyn (Beatrice Kitsos) und Pugg (Ty Consiglio) zwei gleichaltrige Figuren zur Seite gestellt – aber auch diese Freundschaftsdynamik bleibt unterentwickelt, ebenso wie der Strang um den von Brian Tyree Henry verkörperten Detective. Noch ärgerlicher sind wiederum die betont abstoßend dargestellten Nebenparts wie Karens Freund Shane (David Lewis) oder der Hausmeister Gabe (Trent Redekop), bei denen von der ersten Sekunde ihres Erscheinens an klar ist, dass sie in diesem Film nur einen einzigen Zweck zu erfüllen haben.

Die unterkomplexe Figurenzeichnung wäre gewiss verzeihlich, wenn "Child's Play" an die Atmosphäre und an den Charme vergleichbar vorgehender Splatter-Comedy-Streifen der 1980er und 1990er Jahre anknüpfen könnte. Dazu fehlt es dem Werk indes an Witz und an originellen Ideen. Selbst das blutige Finale im Supermarkt ist weder allzu gruselig noch allzu amüsant – sondern höchstens passable Genreroutine.

Fazit: Die reizvolle Prämisse des Remakes bleibt größtenteils ungenutzt – ebenso wie das Talent von Aubrey Plaza. Stattdessen verliert sich der Film in der Dezimierung langweiliger Nebenfiguren und einem selten funktionierenden Mix aus Gags und Blut.




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