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Leid und Herrlichkeit
Leid und Herrlichkeit
© Studiocanal

Kritik: Leid und Herrlichkeit (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Mit seiner neuen Arbeit "Leid und Herrlichkeit" kann der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar endlich wieder an die Intensität von Werken wie "Alles über meine Mutter" (1999), "La Mala Educación" (2004) und "Volver" (2016) anknüpfen. Während seine vorherigen vier Schöpfungen "Zerrissene Umarmungen" (2009), "Die Haut, in der ich wohne" (2011), "Fliegende Liebende" (2013) und "Julieta" (2016) recht enttäuschend ausfielen, verfügt "Leid und Herrlichkeit" über all das, was einen guten Almodóvar-Film ausmacht: Es gibt Figuren voller Leidenschaft und Melancholie, satte Farben, herrlichen Dialogwitz und natürlich auch wieder eine Meta-Ebene, die uns über die Grenzen zwischen Fiktion und Autobiografie nachdenken lässt.

Abermals gelingt es Almodóvar, einerseits eine betont artifizielle Welt zu schaffen – und andererseits überaus authentisch anmutende Momente in diesen zumeist bunten und der Wirklichkeit entzogenen Kulissen zu erzeugen. Wenn der alternde Regisseur Salvador Mallo auf seinen einstigen Hauptdarsteller Alberto Crespo trifft, sind deren Gespräche ebenso anrührend, wie es die Wiederbegegnung zwischen Salvador und seinem Ex-Lover Federico Delgado ist. Auch die Passagen zwischen Salvador und seiner im Sterben liegenden Mutter sind zugleich tragisch und von Humor durchzogen. Wenn uns Almodóvar in die Kindheit seines Protagonisten mitnimmt und zeigt, wie der Junge etwa seine geliebte Mutter beim Wäschewaschen am Fluss beobachtet, oder wenn er dessen Erfahrungen im Priesterseminar einfängt, entstehen eindrückliche Szenen. Originell ist zudem, wie uns die körperlichen und seelischen Schmerzen Salvadors grafisch vermittelt werden. Über allem schwebt derweil die Begeisterung für das Kino, für den Glamour, den Hollywood-Stars wie Marilyn Monroe oder Elizabeth Taylor verkörpern.

Antonio Banderas, der einst in Almodóvars Frühwerk seine ersten Erfolge feierte, ist in der Hauptrolle eine Wucht – sowohl in den heiteren als auch in den traurigen Augenblicken. Sein Zusammenspiel mit Asier Etxeandia (als Alberto), Leonardo Sbaraglia (als Federico) und Julieta Serrano (als Salvadors Mutter im Alter) ist großartig. Hinzu kommt Penélope Cruz, die als junge Version der Mutter eine beachtliche Aura entwickelt.

Fazit: Pedro Almodóvar findet zu alter Stärke zurück – mit einem wunderschön gefilmten und liebevoll erzählten Alterswerk, das von Antonio Banderas mit Hingabe interpretiert wird.




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