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Blinded by the Light (2019)

Britische Biopic-Komödie: Ein britischer Teenager pakistanischer Abstammung lässt sich von Bruce Springsteens Musik beflügeln.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Der Teenager Javed (Viveik Kalra) lebt 1987 in der englischen Stadt Luton. Sein aus Pakistan stammender Vater (Kulvinder Ghir) verbietet ihm die Vergnügungen anderer Jugendlicher, beispielsweise den Besuch der Party des Nachbarsjungen Matt (Dean-Charles Chapman). Javed soll ein guter Schüler sein und es zu etwas bringen. Der heimliche Wunsch des Gedichte schreibenden Jungen, Schriftsteller zu werden, zählt aus Sicht des Vaters nicht. Javed träumt davon, Luton zu verlassen. Ein Klassenkamerad (Aaron Phagura) gibt Javed Musik eines amerikanischen Sängers zu hören, für den er schwärmt. Javed setzt den Walkman auf und entdeckt Bruce Springsteen! Zum ersten Mal fühlt er sich in seiner Not und mit seiner Sehnsucht erkannt. Die Liedtexte inspirieren Javed, für seine Träume zu kämpfen.

Während der Thatcher-Ära steigt die Arbeitslosigkeit und der Vater verliert seine Stelle in einer Autofabrik. Nun muss die Mutter (Meera Ganatra) als Näherin noch mehr arbeiten und auch Javed braucht einen Job neben der Schule. In Luton demonstrieren Skinheads gegen Ausländer. Javeds Familie und andere Pakistanis werden angepöbelt und angefeindet. Javed aber hat seine Musik. Er freundet sich mit der politisch engagierten Mitschülerin Eliza (Nell Williams) an.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Die britische Regisseurin Gurinder Chadha ("Kick It Like Beckham") erzählt erneut eine Geschichte vom Aufwachsen in England zwischen zwei Kulturen. Der am Drehbuch dieses Films beteiligte Sarfraz Manzoor, ein Brite pakistanischer Herkunft, hatte 2007 das Buch "Greetings from Bury Park" veröffentlicht. Darin schrieb er, wie die Musik von Bruce Springsteen sein jugendliches Selbstverständnis geprägt und ihn darin bestärkt hatte, seinen eigenen Weg zu gehen.

Springsteen sprach seinen treuen Fan Manzoor auf sein Buch an, lobte es und gab auch die Einwilligung, seine Musik in dieser Verfilmung zu verwenden. Das Ergebnis ist ein bewegendes Drama, das zugleich vom Stellenwert der Musik im Leben eines jungen Menschen handelt. Dass Springsteens Musik und Liedtexte auch einem pakistanisch-britischen Teenager in Luton während der Thatcher-Ära aus der Seele sprechen, stellt natürlich eine kraftvolle Hommage auf den amerikanischen Künstler dar.

Javed ist sensibel, poetisch begabt und wird nicht gehört. Nicht von seinem autoritären Vater, nicht als er sich bei der Schülerzeitung vorstellt. Er kann schon froh sein, wenn ihn auf der Straße nicht wieder ein Skinhead verfolgt. Aber er hat eine Lehrerin, die seine Gedichte gut findet. Und einen Schulfreund, der ihm die Musikkassetten gibt, die sein Leben verändern werden. Chadha hat ein überzeugendes Gespür für die bunten Farben, die sich in Javeds erdrückender Realität verbergen. Sie porträtiert den Alltag in Javeds Familie ebenso differenziert, wie sie sein sonstiges Umfeld zeichnet. Da gibt es beispielsweise den alten Nachbarn (David Hayman), der anfangs stumm und reserviert dreinschaut und dennoch die Annahme, dass er ausländerfeindlich sei, Lügen strafen wird.

Javed kennt wie Springsteen, "The Boss", die Nöte derjenigen, die hart arbeiten und trotzdem ihre Träume von einem besseren Leben kaum erreichen können. Einer der bewegendsten Momente im Film entsteht, wenn er seinem bedrückten Vater Anerkennung zollt. Lange nach Ende des Films wird man von Songs wie "The River", "Promised Land", "Born to Run" begleitet und beflügelt. Manchmal inspirieren die Lieder im Film Menschen zu spontanen Auftritten, die an ein Musical erinnern. Als Javed Springsteen entdeckt, kreisen im Bild plötzlich Worte aus "Dancing in the Dark" um seinen Kopf, bevölkern den Raum und verändern ihn. So kann es aussehen, das musikalische Erweckungserlebnis eines Jugendlichen mit hungrigem Herzen.

Fazit: Die britische Regisseurin Gurinder Chadha vertieft sich überzeugend in das Lebensgefühl eines Teenagers pakistanischer Herkunft, der in den 1980er Jahren in der englischen Arbeiterstadt Luton aufwächst. Ihre bewegende Verfilmung der Jugenderinnerungen von Sarfraz Manzoor gerät dabei auch zur Hommage an die zeitlose Kraft der Lieder von Bruce Springsteen. Denn der jugendliche Filmheld Javed fühlt sich durch sie bestärkt, seinen Weg trotz rassistischer Anfeindungen und den Verboten des konservativen Vaters zu gehen.




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Land: Großbritannien
Jahr: 2019
Genre: Komödie, Biopic
Länge: 114 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 22.08.2019
Regie: Gurinder Chadha
Darsteller: Viveik Kalra als Javed, Kulvinder Ghir als Malik, Meera Ganatra als Noor
Verleih: Warner Bros.

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