VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Ma
Ma
© Universal Pictures International

Kritik: Ma - Sie sieht alles (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Ma" legen der Regisseur Tate Taylor ("The Help", "Girl on the Train") und der Drehbuchautor Scotty Landes einen Genre-Cocktail aus Coming-of-Age-Film, Thriller, Horror und Drama vor, der durch seine undurchsichtige Titelfigur, seinen zuweilen recht fiesen Humor und seine überzeugende Besetzung sehr gut zu unterhalten vermag.

Das Werk beginnt als konventionelle, jedoch angenehm frisch erzählte und sympathisch gespielte Geschichte über eine Schülerin, die sich in eine neue Umgebung einfinden muss. Das Verhältnis von Maggie zu ihrer alleinerziehenden Mutter Erica wird glaubwürdig geschildert; die Newcomerin Diana Silvers und die stets großartige Juliette Lewis ("Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa", "Natural Born Killers") harmonieren perfekt miteinander. Auch die Art und Weise, wie das Kennenlernen zwischen Maggie und der Teen-Clique um die extrovertierte Haley vonstattengeht, wird fern von Highschoolfilm-Klischees geschildert; überdies profitiert die Inszenierung von den unverbrauchten Gesichtern der jungen Cast-Mitglieder. In Nebenrollen wartet "Ma" indes mit einigen prominenten Namen auf – etwa mit der Oscar-Gewinnerin Allison Janney ("I, Tonya").

Die Hauptattraktion des Films ist aber zweifelsohne die furios agierende Octavia Spencer ("Hidden Figures"). Die tiermedizinische Fachangestellte Sue Ann wird als harmlos-nette Person eingeführt – ehe sich immer mehr Irritationen ergeben. Wenn Sue Ann die Teenager in den sozialen Netzwerken zu verfolgen beginnt, wenn sie in eigenartigen Blicken, Gesten oder Sprüchen zunächst nur kurz, dann immer häufiger aus der Rolle der hilfsbereiten älteren Freundin fällt, lassen sich allmählich die psychischen Abgründe erkennen. Die Rückblenden, die in Sue Anns Schulzeit führen, sind etwas zu plakativ geraten und gegen Ende verliert die Figurenzeichnung zugunsten eines spektakulären Finales an Schärfe; dennoch ragt "Ma" über den vorhersehbaren Genre-Durchschnitt weit heraus.

Fazit: Ein unverschämt unterhaltsamer Mix aus Spannung und bösem Witz mit einer facettenreich aufspielenden Octavia Spencer.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.