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Die Toten sterben nicht
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© Universal Pictures International

Kritik: The Dead Don't Die (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Drei Jahre nach seiner Dokumentation "Gimme Danger" kehrt Jim Jarmusch ("Mystery Train", "Stranger than Paradise") auf die große Leinwand zurück. Mit einem Großteil der Darsteller, die er für seine Horror-Komödie engagierte, arbeitet der Regie-Exzentriker bereits seit vielen Jahren zusammen. Gemeinsam drehten sie "The Dead Don't Die" in der unweit von New York City gelegenen, 325 Einwohner-Gemeinde Fleischmanns.

Mit "The Dead Don't Die" liefert Jarmusch einen erfrischenden, kurzweiligen Kommentar zu einigen der dringlichsten Probleme unserer Zeit: Er verweist unter anderem mit der aus den Fugen geratenen Erdachse einerseits überdeutlich auf die menschgemachten Klimaveränderungen sowie die Zerstörungen an Umwelt und Natur. Denn: Die Menschen haben sich durch das schädliche "Polar Fracking" selbst in diese missliche Lage des Zombie-Terrors gebracht.

Darüber hinaus steckt sein mit staubtrockenem, lakonischem Humor gespickter Film voller bissiger Verweise auf unsere Wegwerf-Mentalität und den um sich greifenden Materialismus/Kapitalismus. Das Credo: Wir Menschen wollen immer alles zu jeder Zeit – und das so schnell wie möglich. Die Zombies tun es ihnen gleich, wenn sie sich zum Beispiel besonders "konsumfreudig" zeigen oder es gar auf das W-LAN-Netz abgesehen haben. Jarmusch versammelt darüber hinaus eine Horde an illustren, tollen Stars in seinem Film, wobei er diese leider größtenteils verheizt.

So wäre ratsam gewesen, die (Haupt-)Rollen der wortkargen, zynische Kommentare von sich gebenden Figuren Robertson und Peterson noch weiter auszubauen und vielschichtiger anzulegen. Hier verschenkt Jarmusch mit Murray und Driver phantastisches darstellerisches Potential. Dasselbe gilt für Schauspieler wie Steve Buscemi oder auch Danny Glover, die lediglich als Beiwerk und Stichwortgeber fungieren. Andererseits aber findet Jarmusch für einige seiner Getreuen großartig verschrobene Charaktere: So agiert etwa Iggy Pop als Zombie vermutlich in der Rolle seines Lebens, und Tilda Swinton spielt als Schwert schwingende Bestatterin Zelda, die sich mit den Untoten anlegt, ebenso groß auf.

Fazit: Jim Jarmuschs erster Ausflug ins Horror-Fach ist eine zwiespältige Angelegenheit: Viele humoristische Meisterstücke und einige bissige Dialoge treffen auf unzureichend ausgearbeitete, belanglose Charaktere und eine schwachbrüstige Dramaturgie. Immerhin: Die nicht gerade subtil eingebauten sozial- und gesellschaftskritischen Botschaften äußert der Film mit Nachdruck.




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