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Kritik: UglyDolls (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Hübsch und niedlich – so kennt man Plüschtiere im Allgemeinen. Mit "UglyDoll" schufen Kim Sun-min und David Horvath im Jahr 2001 hingegen eine Marke, die ganz bewusst auf lädiert aussehende, gängigen Schönheitsidealen widerstrebende Puppen setzt. Das Adjektiv "hässlich" ("ugly") drückt hier freilich keine Abwertung aus, sondern steht vielmehr für die Einzigartigkeit und die Besonderheit der kleinen Kuschelwesen. Dieser Gedanke bestimmt – wenig verwunderlich – nun auch den Animationsspaß "UglyDolls", der ursprünglich sogar von Regiequerkopf Robert Rodriguez inszeniert werden sollte. Die kreative Verantwortung übernahm letztlich aber Kelly Asbury, dessen Trickfilmabenteuer "Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf" 2017 in die deutschen Kinos kam.

Das im Mittelpunkt stehende Plüschtier Moxy (deutsche Stimme: Lina Larissa Strahl) lebt in der kunterbunten Stadt Uglyville, wo alle beschädigten, fehlerhaften Puppen landen, und hat eigentlich stets gute Laune. Nichtsdestotrotz sehnt sie sich nach der Liebe eines Kindes und macht sich daher eines Tages, zusammen mit einigen Freunden, auf den Weg, um ihren großen Traum zu verwirklichen. Über einen geheimnisvollen Tunnel landet der kleine Trupp im sogenannten Institut für Perfektion. Einem herausgeputzten Ort, an dem der strenge Lou (Konrad Bösherz) das Zepter schwingt und makellose Kuscheltiere auf ihren Einsatz in den Kinderzimmern vorbereitet. Irgendwann wird der anfangs schwer beeindruckten Moxy und ihren Begleitern klar, dass das harte Training und Lous Regiment alles andere als förderlich sind.

"UglyDolls" vermittelt eine starke Botschaft, will illustrieren, wie wichtig es ist, sich mit all seinen Macken zu lieben und zu akzeptieren. Angesichts der denkbar formelhaften Geschichte und der eindimensionalen Figuren fällt es jedoch schwer, diese schöne Devise wirklich zu schätzen. Ohne Esprit und kluge Überraschungen steuert die Handlung auf ihren Endpunkt zu. Und immer wieder packen die Macher den Holzhammer aus, um dem Publikum ihre Kernthese einzubläuen. Schwungvoll, aber auf Dauer reichlich ermüdend sind die poppigen, von den Puppen dargebotenen Lieder, die das Motto "Du musst nicht perfekt sein!" auf fast schon aggressiv aufdringliche Weise in den Kinosaal transportieren. So gut die Intentionen sein mögen – mit der Zeit wirkt das Motivationsgedudel nur noch unfreiwillig komisch. Gewollte Gags wiederum zünden leider viel zu selten. Die farbenfrohen, technisch soliden, allerdings nicht spektakulären Bilder taugen da bloß als schwacher Trost.

Fazit: "UglyDolls" ist der beste Beweis, dass gute Absichten nicht immer gute Filme hervorbringen.




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