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Brahms - The Boy 2
Brahms - The Boy 2
© Central Film © Capelight Pictures © Koch Media

Kritik: Brahms - The Boy 2 (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Im Horrorgenre sind Fortsetzung besonders beliebt – und jede steht vor der gleichen Herausforderung. Wie hole ich altes und neues Publikum ab? Wie erzähle ich meine Geschichte, ohne diejenigen zu langweilen, die die Vorgeschichte schon kennen und ohne diejenigen zu verwirren, denen dieses Wissen fehlt. "Brahms: The Boy II" gelingt dieser Spagat.

Das Drehbuch von Stacey Menear nimmt Neuankömmlinge wie Alteingesessene bei der Hand. Wer Teil eins nicht gesehen hat, wird nichts vermissen. Wer "The Boy" (2015) kennt, hat seine Freude an all den kleinen Anspielungen. Die Handlung deutet die Geschehnisse aus dem Vorgänger lange Zeit nur an, um sie schließlich zum richtigen Zeitpunkt zu offenbaren. Erzählerisch und inszenatorisch wandeln Menear und Regisseur William Brent Bell, die beide schon Teil eins verantworteten, allerdings abermals auf ziemlich ausgetretenen Pfaden.

Auch der zweite Teil handelt von Traumata und deren Überwindung. Katie Holmes ersetzt Lauren Cohan und macht ihre Sache ebenso ordentlich wie Nachwuchstalent Christopher Convery, der ihr als gruseliger Sohn an die Seite gestellt wird. Dieses Mal dient die furchteinflößende Puppe nicht als Ersatzkind, sondern als Ersatzfreund. Und erneut traut Brent Bell der schaurig-schönen Atmosphäre seines Sets – ein altes Gasthaus und ein verlassenes Herrenhaus mitten im Wald – nicht recht über den Weg. Von Beginn an rührt er kleinen leisen Gruselmomenten laute und erwartbare Jump-Scares unter.

Um auch diejenigen im Publikum zu überraschen, die "The Boy" schon gesehen haben, nimmt die Handlung im letzten Akt dann eine Wendung, die das aus Teil eins Vertraute auf den Kopf stellt. Auf den ersten Blick ist das durchaus clever, artet im finalen Showdown dann aber leider zu grobem Unfug aus.

Fazit: Solide gespielt, aber erwartbar inszeniert und mit einer hanebüchenen Schlusspointe versehen, bietet diese Fortsetzung lediglich Horror-Magerkost.




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