VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Scary Stories to Tell in the Dark
Scary Stories to Tell in the Dark
© eOne Germany

Kritik: Scary Stories to Tell in the Dark (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die von Alvin Schwartz geschriebene und von Stephen Gammell illustrierte Jugendbuchserie "Scary Stories to Tell in the Dark", die zwischen 1981 und 1991 in drei Bänden veröffentlicht wurde, galt seinerzeit unter manchen Eltern als skandalös grausam. Das Skript der Brüder Dan und Kevin Hageman kombiniert nun einige der Kurzgeschichten von Schwartz zu einem zusammenhängenden Plot, der im fiktiven vorstädtischen Ort Mill Valley in Pennsylvania in den Halloween-Tagen des Jahres 1968 angesiedelt ist. Unter der Regie des Norwegers André Øvredal ("Trollhunter") wird daraus ein unterhaltsamer Genre-Cocktail, der unter anderem an den aktuellen Netflix-Hit "Stranger Things", die Anthologie-Serie "Geschichten aus der Gruft" (1989-1996) und die Fantasy-Slasher-Reihe "Final Destination" erinnert.

Trotz seiner recht formelhaften und dadurch vorhersehbaren Dramaturgie kann das Werk überzeugen. Dies liegt zum einen an der erzeugten Atmosphäre. Wenn im örtlichen Autokino George A. Romeros Schwarz-Weiß-Zombiefilm "Die Nacht der lebenden Toten" gezeigt wird, darf ein gewisses Maß an Nostalgie aufkommen; in erster Linie fängt "Scary Stories to Tell in the Dark" aber gekonnt die Ängste und Bedrohungen der damaligen Ära in der US-Peripherie ein, indem etwa der Vietnamkrieg in Medienbildern stets im Alltag der Figuren präsent ist. Rassismus und Hass sind zu spüren – und es wird deutlich, dass alle Untaten der Vergangenheit die Gegenwart und Zukunft beeinflussen.

Zum anderen funktioniert der Coming-of-Age-Horror dank der hervorragenden Gestaltung der übersinnlichen Gefahren, mit denen es die adoleszenten Hauptfiguren zu tun bekommen. Hier wird die Mitwirkung von Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth", "The Shape of Water") in der Funktion des (Mit-)Produzenten erkennbar. Zu den originellsten Schauerwesen gehört eine große, rundliche, grotesk lächelnde Gestalt, die betont langsam die rot beleuchteten Flure eines Sanatoriums entlangschreitet.

Fazit: Ein äußerst kurzweiliger Horror-Mix mit stimmigem Zeitkolorit und eindrücklichem Produktionsdesign.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.