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Midway - Für die Freiheit
Midway - Für die Freiheit
© Universum Film

Kritik: Midway - Für die Freiheit (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der für spektakuläre Science-Fiction- und Actionfilme bekannte Regisseur Roland Emmerich ("The Day After Tomorrow") bringt die historische Schlacht um Midway, die im Juni 1942 die entscheidende Wende im amerikanisch-japanischen Pazifikkrieg brachte, auf die Leinwand. Sein Film ist ein mit vielen Stars besetztes Heldenepos, das den realen Charakteren wie Admiral Nimitz, Geheimdienstoffizier Edwin Layton und vor allem mehreren todesmutigen Kampfpiloten ein Denkmal setzt. Auch die japanische Seite wird mit einigen Szenen bedacht, in denen es vor allem um die nicht immer übereinstimmenden Auffassungen dreier Admiräle geht.

Emmerichs Kriegsspektakel setzt die Schlacht um Midway erst ins Finale. Schon am Anfang des Films, nämlich beim Angriff auf Pearl Harbor, zeigt der Regisseur aber sein Talent, ein infernalisches Geschehen abzubilden. Schlachtschiffe gehen in Flammen auf, Männer rennen herum und sterben, ein junger Soldat hängt verloren an einem Seil über den brennenden Fluten. Emmerich hat für diesen Film Flugzeuge nachbauen lassen und vertieft sich in die Ereignisse von Pearl Harbor bis Midway mit einer Liebe zum Detail, wie sie wohl auch Leute, die früher Schlachten mit Zinnsoldaten nachspielten, besaßen. Er erwähnt sogar Pannen auf amerikanischer Seite wie einen tragischen Fehlstart eines Fliegers. Wenn man sieht, wie die Bomberpiloten im leuchtenden Kugelhagel herumfliegen, bekommt man einen drastischen Eindruck, wie gering ihre Überlebenschancen sind.

Abgesehen von dem beeindruckenden Kampfspektakel mit den Sturzflügen der Bomber entfaltet auch das amerikanische Ringen um die richtige Strategie Spannung. Allerdings erweist es sich als ziemlich anstrengend, die zahlreichen Charaktere auch nur auseinanderzuhalten.

Die Zeichnung der Figuren gerät enttäuschend klischeehaft. Der tollkühne Pilot Dick West kaut auch in der Luft Kaugummi und hat stets ein Foto von Frau und Kind auf der Armatur liegen. Seine ihn immer unterstützende Frau (Mandy Moore) scheint einem biederen Film der 1940er Jahre entsprungen zu sein. West und die anderen US-Soldaten motivieren sich gegenseitig mit knappen Dialogen, die an coole Comicsprüche erinnern. Man verkündet gerne, den Japanern das Fell über die Ohren ziehen zu wollen. Eine solche verklärende Eindimensionalität der Figuren unterläuft den filmischen Anspruch der Ernsthaftigkeit.

Fazit: Regisseur Roland Emmerich bringt die amerikanisch-japanische Pazifikschlacht um Midway vom Juni 1942 auf die große Leinwand und setzt dem Heldenmut vieler beteiligter US-Soldaten ein Denkmal. Mit Detailtreue und erwartungsgemäß spektakulären Actionszenarien vertieft er sich in die Ereignisse vom japanischen Angriff auf Pearl Harbor bis zu der Schlacht, die eine Wende im Pazifikkrieg einläutet. Seine Betonung des außergewöhnlichen Kampfgeists der amerikanischen Soldaten mündet jedoch in eine klischeehaft platte Charakterzeichnung, die trotz vieler namhafter Darsteller das filmische Niveau drückt.




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