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Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess
Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess
© farbfilm verleih

Kritik: Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess" von Steven Wouterlood feierte auf der Berlinale 2019 Premiere – und lief seither erfolgreich auf zahlreichen internationalen Festivals. Das Drehbuch von Laura van Dijk basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anna Woltz und verbindet gekonnt Leichtigkeit mit Nachdenklichkeit.

Der Protagonist Sam, angenehm zurückhaltend gespielt von Sonny van Utteren, ist ein grüblerischer 10-Jähriger, der sich Gedanken über den Tod seiner Mitmenschen und über ein Leben in Einsamkeit macht. Er hat leicht eigentümliche Interessen – und findet in der 12-jährigen Tess eine gute Freundin. Die von Josephine Arendsen quirlig verkörperte Titelfigur bildet ein perfektes Gegenüber; es macht Spaß, den beiden im Zusammenspiel zuzusehen. Der Film verzichtet auf eine dramatische Zuspitzung der Ereignisse sowie erfreulicherweise auch auf überzogenen Klamauk, wie er im Kinderkino allzu oft zum Einsatz kommt, und widmet sich stattdessen ganz dem Empfinden seines jungen Personals. Die Bedürfnisse und Ängste von Sam und Tess werden ernst genommen; aber auch die Erwachsenen geraten hier nicht zu Stereotypen.

Die audiovisuelle Gestaltung von "Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess" ist ebenfalls ansprechend und führt zu sommerlicher Stimmung. Wenn die Figuren sich durch die Dünen bewegen, Zeit am Strand oder auf einem Fest verbringen, zeigt der Film eine schöne Welt, die dennoch weniger künstlich anmutet als in vielen deutschen oder US-amerikanischen Produktionen für ein junges Publikum.

Fazit: Ein humorvoller und zugleich tiefgründiger Film, der den Gefühlen seiner Figuren mit Respekt begegnet und dabei gut unterhält.




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