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Ostwind - Der große Orkan
Ostwind - Der große Orkan
© Constantin Film

Kritik: Ostwind - Der große Orkan (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Nach insgesamt fünf Filmen geht die erfolgreiche "Ostwind"-Filmreihe mit "Der große Orkan" zu Ende. Alles begann im Jahr 2013 mit dem ersten Film, der sich sofort zu einem Kassenerfolg entwickelte. "Der große Orkan" musste aufgrund der Corona-Pandemie mehrfach verschoben werden. Der Film entstand bereits im Sommer und Frühherbst 2019, allen voran im nördlichen Hessen und München.

Es ist erfrischend und sorgt für Abwechslung, dass sich Regisseurin Lea Schmidbauer, die auch alle "Ostwind"-Romane schrieb, in diesem Film einem gänzlich neuen Thema zuwendet: Dem Show- beziehungsweise Kunstreiten. Und der damit verbundenen Herausforderung für die Hauptfigur, die Frage nach ihrer wahren Bestimmung für sich zu klären. Nicht zuletzt schenkt "Der große Orkan" - der Titel bezieht sich auf den Namen des Show-Pferdes - gleichsam der Beziehung zwischen Ari und Carlo viel Aufmerksamkeit und thematisiert durchaus komplexe, tiefgründige Inhalte sowie Fragestellungen - vom selbst auferlegten Erwartungsdruck, der Frage nach der beruflichen Zukunft bis hin zu freundschaftlichem Zusammenhalt.

Das alles sorgt dafür, dass im fünften Teil die Menschen und zwischenmenschlichen Beziehungen erstmals wichtiger erscheinen als die tierischen Helden – was dem Film durchaus gut bekommt. Die Jungdarsteller Luna Paiano und Matteo Miska wirken jedoch hier und da etwas überfordert und schaffen es nicht immer, die Gefühle ihrer Charaktere glaubhaft nach außen zu tragen. Dafür ist Gedeon Burkhard als durchtriebener, exzentrischer Zirkusdirektor eine Wucht, noch dazu stilecht ausgestattet mit blonder Haarpracht und Ohrring.

Schön ist auch das Wiedersehen mit einigen der beliebtesten Darstellern der Reihe, darunter Cornelia Froboess als Mikas Oma und Tilo Prückner als altersweiser, charismatischer Mentor. Die spirituell-esoterische Note um die Verbindungen zwischen Mensch und Tier sowie die auch über weite Entfernungen hinweg bestehenden starken Bande - göttliche Kräfte? - zwischen Mika und Aria sind nach wie vor Geschmackssache. Als überemotional und zu sentimental erweisen sich allerdings tatsächlich einige der gewählten Musikstücke und die instrumentale musikalische Untermalung, die zu oft ins Kitschige abdriften.

Fazit: Dank eines spielstarken Antagonisten und der Konzentration auf die menschlichen Figuren ein versöhnlicher Abschluss der "Ostwind"-Reihe. Die unangemessen schmalzige Musik sowie gelegentliche Überforderung der Jungdarsteller dürfte Fans des Franchise nicht stören.




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