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Kritik: Ooops! 2 - Land in Sicht (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Vor fünf Jahren bewiesen Toby Genkel und Sean McCormack, dass im Bücher der Bücher jede Menge Humor steckt. Das Regieduo unterzog die biblische Sintflut einer Frischzellenkur – mit zwei frei erfundenen Tierarten in den Hauptrollen. In ihrem Animationsfilm "Ooops! Die Arche ist weg..." (2015) mussten sich die harmoniebedürftigen Nestrier und die grimmigen Grymps im Angesicht der herannahenden Wassermassen zusammenraufen. Das wollten allein in Frankreich mehr als eine halbe Million Zuschauer sehen. Weltweit spielte die europäische Koproduktion mehr als 28 Millionen US-Dollar ein. Eine Fortsetzung war also nur eine Frage der Zeit.

Wie so viele zweite Teile ist zwar auch dieser mehr oder minder Dasselbe in Grün, dafür aber nicht minder unterhaltsam. Inzwischen sind die Nestrier Dave und Finny und die Grymps Kate und Leah Freunde geworden. Während die Elterngeneration die Kombüse schmeißt, haben die Kids nichts als Flausen im Kopf. So richtig ins Rollen kommt die Handlung aber erst, als Finny und Leah wie in Teil eins erneut über Bord gehen. Das bietet Genkel und McCormack die Gelegenheit, neue Charaktere wie das aufgeweckte Quallenbaby Jelly einzuführen und eine unter Wasser angesiedelte Nestrier-Kolonie atemberaubend in Szene zu setzen. Wie schon im Vorgänger wartet auch der Nachfolger mit spektakulären Ansichten auf.

"Ooops! 2 – Land in Sicht" kann sich sehen lassen. Die internationale Koproduktion aus Deutschland, Luxemburg und Irland beweist, dass handwerklich hervorragend gemachtes Animationskino nicht immer nur aus Übersee oder Fernost kommen muss. Die Figuren sind liebevoll entworfen, plastisch animiert und wiederholt in rasanten Sequenzen in Szene gesetzt. Vor allem die Unterwasserwelt mit ihren leuchtenden Neonfarben und der einfallsreichen Architektur beeindruckt.

Erzählt wird auch dieses Mal eine Geschichte über Freundschaft, Elternschaft, falsche Vorurteile und Lernprozesse. Um die Tiere an Bord der Arche und in der Nestrier-Siedlung zu retten, müssen Animositäten beiseitegelegt und zusammengearbeitet werden. Das geht auch dieses Mal nicht ohne Action, vor allem aber mit einer ordentlichen Portion Witz und Slapstick über die Bühne. Am Ende ihres Abenteuers sind Finny und Leah beinahe schon so erwachsen wie Dave und Kate.

Fazit: "Ooops! 2 – Land in Sicht" setzt die Neuinterpretation der biblischen Geschichte der Sintflut fort. Dabei ähnelt zwar vieles dem ersten Teil, das Ergebnis ist aber ebenso unterhaltsam. Auch der zweite Teil ist flott erzählt, toll animiert und hat genau die richtige Mischung aus Spannung, Witz und Herz.




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