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Kajillionaire
Kajillionaire
© Universal Pictures International

Kritik: Kajillionaire (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Nach ihrem überaus faszinierenden Langfilmdebüt "Ich und du und alle, die wir kennen" (2005) sowie dem ebenfalls sehr reizvollen Leinwand-Nachfolger "The Future" (2011) präsentiert das US-amerikanische Multitalent Miranda July (geboren 1974) mit "Kajillionaire" ihre neue Arbeit. Abermals beweist die Indie-Filmemacherin, die unter anderem auch als Schriftstellerin und Performancekünstlerin tätig ist, ihre Begabung, komplexe Themen auf kreative Art und Weise zu erzählen und dabei bei aller Absurdität eine ergreifende Geschichte zu vermitteln.

Das Werk, das auf dem Sundance Film Festival 2020 seine Premiere feierte, stellt ein ziemlich ungewöhnliches kleinkriminelles Vater-Mutter-Tochter-Trio ins Zentrum, dessen Dynamik ins Wanken gerät, als eine vierte Person hinzustößt. Die Emanzipation der Tochter wird ebenso originell und schön geschildert wie die skurrilen Trickbetrügereien der Familie. Irrwitzig choreografierte Heist-Movie-Sequenzen, spannungsreiche Dialoge zwischen Tragik und Komik und ein gelungener Soundtrack ergeben ein Seh- und Hörerlebnis, bei dem Leichtigkeit und Bitterkeit gekonnt miteinander verwoben werden.

Während July sowohl in "Ich und du und alle, die wir kennen" als auch in "The Future" selbst vor der Kamera in Erscheinung trat, überlässt sie die Bühne in "Kajillionaire" nun anderen – und hat hierfür ein bemerkenswertes Ensemble gefunden. Debra Winger – Hollywood-Größe der 1980er Jahre, dank Filmen wie "Ein Offizier und Gentleman" (1982), "Zeit der Zärtlichkeit" (1983) und "Die schwarze Witwe" (1987) – darf in der Rolle der Mutter endlich mal wieder ihre starke Leinwandpräsenz zeigen; Richard Jenkins ("Shape of Water") demonstriert als zweifelhafter Vater erneut, dass er zu den interessantesten Schauspielern seiner Generation zählt – und auch Hauptdarstellerin Evan Rachel Wood ("The Wrestler") überzeugt in der Interpretation der allmählichen Wandlung ihrer Figur und entwickelt zudem eine tolle Chemie mit Co-Star Gina Rodriguez ("Jane the Virgin").

Fazit: Eine höchst einfallsreiche und einnehmende Filmerfahrung mit einer Fülle an Sujets und einer hervorragenden Besetzung.




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