oder

Kritik: Catweazle (2020)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Catweazle" beruht auf der gleichnamigen britischen TV-Serie von Richard Carpenter, die in den frühen 70er-Jahren produziert und ausgestrahlt wurde. In Deutschland feierte die Serie 1974 im ZDF Premiere. Regisseur Sven Unterwaldt, der den Film inszenierte, drehte schon häufiger mit Hauptdarsteller Otto Waalkes, darunter die Kinohits "7 Zwerge" und "Ottos Eleven". "Catweazle" sollte eigentlich schon Weihnachten 2020 in die Kinos kommen, aufgrund der Corona-Pandemie musste der Start mehrfach verschoben werden.

Von der ersten Minute an legen Unterwaldt und seine Drehbuchautoren den Fokus auf die Grimassen und den Blödel-Humor von Waalkes, der in dieser Rolle und im Alter von 73 Jahren auf der großen Leinwand nochmals ganz aus sich rausgehen kann. Sobald Catweazle mit der Neuzeit konfrontiert wird und auf all die modernen Gegenstände und die Technik von heute trifft, tobt sich der berühmte Ostfriese als tollpatschiger, wild gestikulierender Druide so richtig aus.

Dabei beruht der Witz fast ausschließlich auf körperbetonter Situationskomik und mit ordentlich Fremdschäm-Potenzial gewürztem Slapstick. Auf Kriegsfuß steht Catweazle dabei in erster Linie mit all jenen Dingen, die es zu seiner Zeit (im Mittelalter) noch nicht gab. Etwa mit Smartphones, Strom bzw. Elektrizität (Stichwort: "Elektrik-Trick", eine schöne Hommage an die Serie) oder auch Ampeln. Vor allem für die kleinsten Zuschauer gibt es etwas zu lachen, wenn es derber und rabiater zur Sache geht – und Catweazle durch Fenster fällt oder auf Seifen ausrutscht.

Ältere Kinobesucher und Erwachsene dürften mit diesem platten Humor eher weniger anfangen können. Auch sind Story und Figurenzeichnung recht dünn und dürftig gehalten. Echte, mitreißende Beziehungen oder Konflikte zwischen den Handelnden gibt es praktisch keine und Nebendarsteller Julius Weckauf, der in "Der Junge muss an die frische Luft" noch so spielfreudig und ungezwungen aufspielte, wirkt den ganzen Film über seltsam gebremst und steif.

Fazit: "Catweazle" ist mit seiner derben Situationskomik und dem albernen Humor vor allem für Kinobesucher unter zehn Jahren geeignet und enttäuscht mit einer erwartbaren, überraschungsarmen Story sowie – abgesehen von Waalkes – gelangweilten Schauspielern.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.