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Kritik: The Suicide Squad (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

"The Suicide Squad" ist bereits die zweite Realverfilmung der Comics um das legendäre Antihelden-Team. 2016 erntete David Ayer mit seiner Variante allerdings nur gemischte Reaktionen bei Kritik und Publikum. Die Neufassung stammt von James Gunn, der sich mit Comic-Verfilmungen und Superhelden auskennt. Seinen Durchbruch schaffte er nämlich 2014 mit seinem knallbunten, an den Kassen sehr erfolgreichen Space-Adventure "Guardians of the Galaxy".

"Suicide Squad" macht im Vergleich zur ersten Verfilmung vor fünf Jahren so ziemlich alles anders – und funktioniert gerade deshalb so außergewöhnlich gut als augenzwinkernder, (selbst)ironischer und actionreicher Mix aus Comic-Abenteuer, Kriegsfilm und Komödie. Da wäre zum einen das gelungene, stimmige Zusammenwirken der einzelnen, schrägen Charaktere, die wesentlich besser harmonieren als in "Suicide Quad". Zudem ist deren Umgang untereinander wesentlich witziger und pointierter gestaltet, was sich unter anderem an dem schon sehr früh etablierten Schwanzvergleich zwischen den Haudegen Bloodsport und Peacemaker zeigt.

Überhaupt machen die bizarren, absonderlichen Schurken mit ihren Spleens, Verhaltensauffälligkeiten, optischen Extravaganzen und abseitigen Superkräften einen großen Reiz des Films aus. Von der Fähigkeit, Ratten zu befehligen über das Verschießen roter Punkte bis hin zum langhaarigen, blondierten Erpresser-König: in "The Suicide Squad" gibt es keine makellosen, glattpolierten Helden mit beneidenswerten, phantastischen Kräften, die man als besonders angsteinflößend bezeichnet könnte. Dafür als umso unterhaltsamer und abgedrehter.

Blutig und teils sehr heftig sind die Kampf- und Actionszenen gestaltet. Einen ersten Vorgeschmack darauf liefert bereits die deftige, an ein waschechtes Massaker gemahnende Stürmung der Insel – womit sich Regisseur Gunn, wie auch mit der gesamten, sehr simplen Handlung, vor den anspruchslosen, aber kultisch verehrten Ein-Mann-Armee- und Action-Reißern der 80er-Jahre verneigt, von denen viele ebenso im Dschungel angesiedelt waren. Von "Missing in Action" über "Rambo 2" bis hin zu "Predator".

Fazit: Vergnüglich-überdrehter, bleihaltiger Psychotrip mit schrillen Charakteren, brachialer Action und hemmungslos derben Scherzen. Ein Riesenspaß!




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