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Kaiserschmarrndrama
Kaiserschmarrndrama
© Constantin Film

Deutsche Filmstarts: Sebastian Bezzel löst seinen siebten Fall

Tom Schilling geht vor die Hunde

Eine phantastische Kinowoche mit einem selten starken Angebot startet: Mit dem "Kaiserschmarrndrama" erlebt die Franz Eberhofer-Saga einen Höhepunkt, James Gunn radiert mit seinem "The Suicide Squad" die böse Erinnerung an "Suicide Squad" aus, Dominik Graf verfilmt Erich Kästner, Robin Wright gibt ihr Regiedebut, und mit "Quo vadis, Aida?" startet einer der für den Oscar nominierten internationalen Filme. Was lohnt den Kinobesuch? Und wann lässt man die Geldbörse besser stecken?

"Kaiserschmarrndrama"
Komödie
Deutschland
96 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Polizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) muss in seinem Dorf den Mord an einem Erotik-Webcam-Girl aufklären.

Der inzwischen siebte Teil der Reihe der Rita Falk-Romanverfilmungen ist der beste Beweis, dass eine Saga auch über drei Teile hinauswachsen kann und dabei eher noch besser wird. Das bewährte Team um Regisseur und Drehbuchautor Ed Herzog zeigt jedenfalls keine Ermüdungserscheinungen - im Gegenteil. Manche Kritiker sprechen bei der Neue Constantin-Produktion sogar von einem "Höhepunkt". Ein witziges Drehbuch, eine flotte Inszenierung und ein wunderbares Ensemble vor der Kamera sorgen in Summe für eine hervorragende deutsche Komödie.

Auch unser Kritiker Björn Schneider ist begeistert: "Deftige, ungemein vergnügliche Provinz-Posse mit Charme, trockenem Humor und kauzigen Figuren."

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"The Suicide Squad"
Fantasy
USA
132 Minuten
FSK 16

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Einer Gruppe Superschurken mit speziellen Fähigkeiten wird Straferlass versprochen, wenn sie auf einer Insel eine Mission absolviert.

Jetzt wird es langsam kompliziert: Dieser US-Fantasy-Film ist nicht mit dem fast identisch betitelten "Suicide Squad" zu verwechseln, der 2016 in die Kinos kam. Das wäre auch Rufschädigung. Denn während die DC-Comic-Antihelden damals enttäuschten, entzünden sie diesmal ein Feuerwerk und machen den schlappen ersten Aufguss vergessen. Die 185 Millionen Dollar teure Warner Brothers Pictures-Produktion ist mal wieder der Beweis, wie entscheidend die Position eines Regisseurs ist. James Gunn, der hier auch das Drehbuch geschrieben hat, bringt etwas von seinem schrägen "Guardians of the Galaxy"-Vibe mit, der perfekt zu der brutalen und anarchischen Comic-Vorlage passt. Der witzige und flotte Streifen hat durchweg gute Kritiken erhalten.

Unser Rezensent Björn Schneider toppt die Begeisterung und vergibt die Höchstwertung: Fünf von fünf Sternen! Er schreibt: "Vergnüglich-überdrehter, bleihaltiger Psychotrip mit schrillen Charakteren, brachialer Action und hemmungslos derben Scherzen. Ein Riesenspaß!"

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"Fabian oder Der Gang vor die Hunde"
Drama
Deutschland
185 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Ihr könnt, müsst aber nicht!

Ein Werbetexter (Tom Schilling) schlägt sich Anfang der dreißiger Jahre in Berlin mehr schlecht als recht durchs Leben und sammelt Notizen für einen Roman, bis er sich in eine junge Frau (Saskia Rosendahl) verliebt.

Regisseur und Drehbuchautor Dominik Graf ("Die geliebten Schwestern") hat den gleichnamigen Roman von Erich Kästner aus dem Jahr 1931 als ausladendes deutsches Drama verfilmt. Die DCM-Produktion fängt die Fiebrigkeit der Weimarer Republik, die damals bereits einen depressiven Anstrich durch die Weltwirtschaftskrise und dem aufkommenden Nationalsozialismus erhielt, intelligent, aber unausgeglichen ein. Das in Bautzen, Berlin und Görlitz gedrehte Werk hat gute Kritiken erhalten.

Kein Fan des Films ist unser Kollege Falk Straub: "Dominik Graf scheitert krachend. Das liegt zum einen daran, dass er formal auf einen wilden Stilmix setzt, der seine Prätention jederzeit erkennen lässt, und zum anderen an der Verschiebung des erzählerischen Fokus auf eine Liebesgeschichte, die in der Vorlage lediglich eine von vielen kurzen Episoden darstellt. Von Kästners feiner Ironie, von seiner Zärtlichkeit, Bitterkeit und seinem Humanismus findet sich zu wenig. Die Adaption ist zu plakativ, zu forciert und konstruiert. Letzten Endes bleibt sie zu künstlich, um wirklich zu bewegen."

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"Abseits des Lebens"
Drama
USA
89 Minuten
FSK 6

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Eine Frau (Robin Wright) lässt ihr Großstadtleben hinter sich, um in den Rocky Mountains über ihre schmerzhafte Vergangenheit hinwegzukommen, unterschätzt jedoch die Gefahren der Wildnis.

Dieses im Original mit "Land" prosaisch betitelte US-Drama ist das Regiedebut von Hauptdarstellerin Robin Wright. Die Handlung ist sehr vorhersehbar, was aber durch die hervorragenden Schauspieler und grandiosen Landschaftsaufnahmen kompensiert wird. Die Universal Pictures-Produktion hat überwiegend gute Kritiken erhalten.

So auch von unserem Kritiker Christian Klosz: "Stimmiges und gekonnt inszeniertes Regiedebüt von Robin Wright, die in ihrem Film rund um eine vom Leben gezeichnete Frau vieles richtig macht und auch als Hauptdarstellerin überzeugen kann."

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"Quo vadis, Aida?"
Drama
Bosnien-Herzegowina
103 Minuten
FSK 12

Unsere Empfehlung: Reingehen!

Als die bosnischen Serben 1995 die Stadt Srebenica einnehmen und tausende Bürger Schutz bei den UN-Truppen suchen, gerät eine Dolmetscherin (Jasna Duricic) beim Versuch, ihre Familie und Mitbürger zu retten, zwischen die Fronten.

Eines der düstersten und bis heute auf dem Balkan erbittert umstrittendsten Kapitel der europäischen Nachkriegsgeschichte erfährt in dem bosnischen Drama von Regisseurin und Drehbuchautorin Jasmila Zbanic ("Love Island") eine bewegende Leinwanddarstellung, wobei die weibliche Perspektive auf einen von Männern geführten Krieg das Geschehen noch erschütternder wirken lässt. Die Farbfilm-Produktion ist für den Academy Award und den Britischen Filmpreis nominiert gewesen. Eine schlechte Kritik muss erst noch geschrieben werden.

Nicht von unserem Rezensenten Björn Schneider, im Gegenteil. Er vergibt die Höchstwertung - fünf von fünf Sternen! Er schreibt: "Die reichlich detaillierte, schmerzhaft realistische und fabelhaft gespielte filmische Aufarbeitung eines Jahrhundertverbrechens, dessen dokumentarischer Anstrich für ebenso bemerkenswerte wie schockierende Wahrhaftigkeit sorgt."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts


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