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Der Mann, der seine Haut verkaufte
Der Mann, der seine Haut verkaufte
© eksystent distribution filmverleih

Der Mann, der seine Haut verkaufte (2020)

The Man who sold his skin

Ein aus Syrien stammender Flüchtling verkommt in "Der Mann der seine Haut verkaufte" zu einem lebenden Kunstgegenstand: durch Tätowierungen wird er ein begehrtes Objekt für Kunstliebhaber.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Sam Ali (Yahya Mahayni), ein junger Mann aus Syrien, flüchtet ins Exil in den Libanon, um dem Bürgerkrieg in seiner Heimat zu entkommen. Im Libanon sitzt er nun ohne gültiges Visum fest und es droht das Ende seiner Liebe zu Abeer (Dea Liane), die bereits einem anderen Mann versprochen ist. Da trifft Sam auf einer Ausstellung zufällig den berühmten US-Künstler Jeffrey Godefroi (Koen De Bouw). Ein exzentrischer, immer schwarz gekleideter Mann, der für seine gewagten Experimente und grenzüberschreitende Kunst bekannt ist. Dieser macht Sam ein verlockendes Angebot: Er will Sams Rücken komplett tätowieren, um ihn in Ausstellungen zu zeigen und ihn dann an – den meistbietenden – Kunstliebhaber zu verkaufen. Schließlich zahlen Liebhaber und Sammler für Kunstwerke auf tätowierter Haut astronomische Summe. Sam lässt sich darauf ein und erklärt sich bereit, sich das begehrte Schengen-Visum auf den Rücken tätowieren. Ein Fehler?

Bildergalerie zum Film "Der Mann, der seine Haut verkaufte"

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Der Mann der seine Haut verkaufte" ist lose inspiriert vom belgischen Konzeptkünstler Wim Delvoye, der vor allem für seine Tätowierungen auf Schweinen und Menschen in die Schlagzeilen geriet. Delvoye tätowierte dem Schweizer Tim Steiner vor 15 Jahren ein kunstvolles Tattoo auf den Rücken, das wenig später von einem deutschen Kunstsammler für 150 000 Euro erworben wurde. Steiner wurde an den Einnahmen beteiligt. Er hatte sich zuvor dazu verpflichtet, sich und seine Tätowierung für jeweils einige Wochen im Jahr in Ausstellungen zu präsentieren.

Die 45-jährige tunesische Filmemacherin Kaouther Ben Hania wagt für ihren zweiten abendfüllenden Film ein gewagtes erzählerisches Experiment. Die Kernbotschaft ihres zwischen beißender Satire und Drama angesiedelten Werks: Indem sich der nach Freiheit und der Rückkehr zu seiner großen Liebe sehnende Sam zum Kunst- und Anschauungsobjekt degradieren lässt, erhält er das, wonach er sich so lange gesehnt hat. Nämlich die Möglichkeit frei zu reisen – in diesem Fall allerdings von Vernissage zu Vernissage, von Ausstellung zu Ausstellung. Immerhin trägt er sein Reisedokument, sein Visum, immer bei sich – und zwar auf dem Rücken.

Außerdem kann Sam auf sich sowie die Situation vieler seiner Leidensgenossen, nämlich der Flüchtlinge, aufmerksam zu machen. Doch die Menschen in den Ausstellungen, die reichen Möchtegern-Kunstkenner und das theatralische Gebaren der sogenannten "Sammler" und Experten zeigt nur eines: dass sich die Menschen um Sam herum nicht für das Schicksal der Mittel- und Heimatlosen interessieren.

Damit entlarvt Ben Hania in ihrem kunstvoll ausgestatteten, immer wieder von verheißungsvollen und unbeschwerten Bilderfolgen geprägten Film zwei Dinge. Einerseits die Perversion des Kunstmarktes und der Auktionen, in denen Millionensummen für Objekte ausgegeben werden. Während echte Menschen im nahen Osten und anderen Regionen der Welt mit diesem Geld zu retten (oder zumindest für lange Zeit zu ernähren) wären. Und andererseits die Egozentrik und den Egoismus der dekadenten, sich nach Prestige sehnenden Oberschicht, deren Voyeurismus der Film mit schwarzem Humor und satirischen Spitzen immer wieder offenlegt.

Fazit: Mutiger, von tiefschwarzem Humor geprägter Film über das Leid von Flüchtlingen, die Abnormitäten des Kunstmarktes und exzentrische, geltungssüchtige Sammler sowie Vertreter der Auktions- und Museumswelt, denen Ansehen und Geld wichtiger sind als Menschen und deren Schicksale.




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Land: Deutschland, Frankreich, Tunesien, Belgien, Schweden, Türkei
Jahr: 2020
Genre: Drama
Originaltitel: The Man who sold his skin
Länge: 104 Minuten
Kinostart: 24.02.2022
Regie: Kaouther Ben Hania
Darsteller: Yahya Mahayni, Dea Liane, Koen De Bouw
Verleih: eksystent distribution filmverleih, S. Lehnert Filmdispo

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  • Bester fremdsprachiger Film
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