oder
Träume sind wie wilde Tiger
Träume sind wie wilde Tiger
© Wild Bunch / NFP neue film produktion

Träume sind wie wilde Tiger (2021)

Deutscher Kinderfilm über einen indischen Jungen, der nach Deutschland zieht, aber in einem Bollywoodfilm in Mumbai auftreten möchte.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.4 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 18 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der 13-jährige Ranji (Shan Robitzky) sieht in Mumbai seinem großen Idol, dem Bollywoodstar Amir Roshan, bei einem Filmdreh am Strand zu. Es ist der Traum des Jungen, mit Roshan einmal vor der Kamera zu stehen. Sein Vater Sunil (Murali Perumal) und seine Mutter Kalinda (Sushila Sara Mai) haben eine unangenehme Überraschung für ihn: Die Übersiedlung nach Deutschland steht bevor, denn Sunil tritt dort eine Stelle als Statistiker an. Ranji ist untröstlich, vor allem weil sein geliebter Großvater Daada (Irshad Panjatan) nicht mitkommt. Daada, der einst in Deutschland eine Rolle in "Der Schuh des Manitu" spielte, schenkt Ranji sein Handy, damit er ihn anrufen kann. Ranji erfährt von einem Castingaufruf: Ein Junge in seinem Alter wird für Amir Roshans nächsten Film gesucht! In vier Tagen muss das Bewerbungsvideo eingereicht sein.

Gerade erst in Berlin angekommen, nimmt Ranji singend und tanzend ein ideenreiches Video auf. Doch dann liest er, dass darin auch ein Mädchen vorkommen soll. Dumm nur, dass seine Nachbarin und Mitschülerin Toni (Annlis Krischke) zur Gruppe von Marvin (Claude Albert Heinrich) gehört, der ihn in der Schule mobbt. Marvin nimmt Ranji das Handy mit den Videoaufnahmen weg, und Toni verkauft es, weil sie Geld für ihren Plan braucht, die Eltern (Anne Ratte-Polle, Simon Schwarz) nach ihrer Trennung wieder zusammenzubringen. Aber Ranji gibt nicht so leicht auf.

Bildergalerie zum Film

Träume sind wie wilde TigerTräume sind wie wilde TigerTräume sind wie wilde TigerTräume sind wie wilde TigerTräume sind wie wilde TigerTräume sind wie wilde Tiger


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Komödien im Bollywoodstil gibt es viele, aber einen deutschen Kinderfilm, der zugleich Komik, Tanz und Gesang à la Bollywood und Culture Clash aus der Sicht eines migrantischen Jungen bietet? Die neue Regiearbeit von Lars Montag ("Einsamkeit und Sex und Mitleid") ist eine überaus gelungene Ausnahmeerscheinung im hiesigen Kinderfilmgenre. Sie wurde von der Initiative "Der besondere Kinderfilm" gefördert, als ein originärer Stoff, der im Gegensatz zu vielen Produktionen nicht auf einer Marke oder Buchvorlage basiert. Die Drehbuchautoren Ellen Schmidt, Sathyan Ramesh, Lars Montag und Murmel Clausen haben eine witzige, ideenreiche Geschichte ersonnen, die Gegensätze wie Realitätsnähe und Fantasie mühelos verbindet.

Die Hauptfigur, der indische Junge Ranji, spricht perfekt Deutsch, was ihn aber nicht vor Mobbing an seiner neuen Schule in Berlin schützt. Obwohl er viel einstecken muss, wird er als willensstarkes, fantasievolles Kind dargestellt, das auf andere zugeht, etwa auf das Mädchen Toni. Satirische Drehbucheinfälle sorgen in vielen Situationen für Biss, aber auch für Spaß und Heiterkeit. Das junge Kinopublikum kann mit Ranji erfahren, wie es sich anfühlt, bei einer Fahrkartenkontrolle im Bus als Einziger auf Englisch angesprochen zu werden: "Do you understand?" Ranji rettet sich in einen bunten Tagtraum, in dem er unter lauter Berliner Seniorinnen, die einer Passagierin in seinem Bus ähneln, tanzt. Shan Robitzky spielt Ranji hervorragend als Sympathieträger mit Herz und Köpfchen, der auch als Tänzer und Interpret der Songs von Ulf Leo Sommer und Peter Plate überzeugt.

Super besetzt ist unter anderem auch Ranjis Vater Sunil. Denn Murali Perumal schafft es, seiner ernsten Miene und den entschlossenen Ansichten - "Das Leben ist wie Mathematik" predigt er Ranji immer – eine köstliche Komik beizumengen. Indem die Eltern stets "Integration, Integration!" als Familienziel skandieren und ihren Gästen das deutsche Gericht "Wurstblut" servieren, spöttelt der Film gekonnt über gesellschaftliche Erwartungen. Tonis Drama wegen ihrer getrennt lebenden Eltern wirkt nicht ganz so originell. Stilistisch hat der Film ebenfalls viel zu bieten, etwa mit den Bewerbungsvideos Ranjis für Bollywood, die Breakdance, Fingerspiele und Spezialeffekte vereinen. Gedreht wurde auch in Mumbai, so dass die Atmosphäre dieser Stadt den Film zusätzlich bereichert.

Fazit: Wie schafft es ein indischer Junge, sich gleichzeitig in Berlin einzuleben und für einen Bollywoodfilm in Mumbai zu bewerben? Sicher nicht, indem er seinem Vater glaubt, dass das Leben wie Mathematik sei und Träumen Zeitverschwendung. Die pfiffige, inspirierte Culture-Clash-Komödie, die Regisseur Lars Montag inszeniert hat, bringt mit munteren Songs und Tanzeinlagen einen Hauch von Bollywood ins deutsche Kinderkino. Dabei gelingt es ihr auf erfrischende Weise, mit den hervorragend gespielten Kinder- und Erwachsenencharakteren kulturelle Klischees und Vorurteile auf die Schippe zu nehmen.




FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: wertvollDer auf einem Originaldrehbuch basierende Jugendfilm verarbeitet auf unterhaltsame Weise eine ganze Reihe von relevanten Themen, die unterschiedlich konsequent behandelt werden. In erster Linie zeigt sich der Film natürlich als klassischer Vertreter [...mehr]

TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Träume sind wie wilde Tiger

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Komödie, Kinderfilm
FSK: 6
Kinostart: 03.02.2022
Regie: Lars Montag
Darsteller: Murali Perumal als Sunil, Claude Heinrich als Marvin, Terence Lewis als Amir Roshan
Verleih: Wild Bunch

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Wunderschön
News
Deutsche Filmstarts: Karoline Herfurth ist "Wunderschön"
"Träume sind wie wilde Tiger" bringt Bollywood nach Berlin




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.