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Stillwater - Gegen jeden Verdacht
Stillwater - Gegen jeden Verdacht
© Universal Pictures International

Stillwater - Gegen jeden Verdacht (2021)

Stillwater

Das Drama kreist um einen Amerikaner, der in Marseille seine wegen Mordes verurteilte Tochter aus dem Gefängnis holen will.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Bill Baker (Matt Damon) lebt in der Stadt Stillwater im US-Bundesstaat Oklahoma. Er arbeitete als Bohrarbeiter, war im Knast und hatte ein Alkoholproblem. Seine Frau brachte sich um, als die gemeinsame Tochter vier Jahre alt war, das Kind wuchs bei Bills Schwiegermutter auf. Bill ist es gewöhnt, hart zu arbeiten, sucht aber gerade einen neuen Job. Und er muss wieder nach Marseille fliegen, um seine Tochter Allison (Abigail Breslin) im Gefängnis zu besuchen. Allison, die als Austauschstudentin nach Frankreich ging, hat bereits fünf Jahre Haft wegen Mordes an ihrer Mitbewohnerin abgesessen. Umsonst beteuert die junge Frau ihre Unschuld. Allison gibt Bill nun einen Brief an ihre Anwältin, mit der Bitte, einer neuen Spur zu folgen. Auf einer Party soll ein Mann erzählt haben, dass er eine Frau umgebracht hat. Allison kennt ihn und ist überzeugt, dass er der nie gefasste Mörder ihrer Mitbewohnerin ist.

Bill bringt es nicht fertig, Allison zu sagen, dass die Anwältin der Spur nicht folgen will. Er beschließt, den Mann selbst zu suchen. Er lernt die Theaterschauspielerin Virginie (Camille Cottin) kennen, die er bittet, ihm als Übersetzerin zu helfen. Er versteht sich auch mit Virginies kleiner Tochter Maya (Lilou Siauvaud) gut. Zwar bekommt er den Mann, den er sucht, einmal flüchtig zu Gesicht, aber er hat keine Ahnung, wie er ihn jemals zu fassen kriegen soll.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Dieses Drama des Regisseurs Tom McCarthy ("Spotlight") ist lose inspiriert vom Fall Amanda Knox. McCarthy erzählt ihn keineswegs nach, sondern verwendet ihn nur motivisch für eine neue, fiktionale Geschichte. Matt Damon steht in der Rolle eines einfachen Mannes aus der amerikanischen Provinz im Zentrum einer in realistisch-nüchternem Stil erzählten Handlung, die viele Facetten hat. Sie ist auf durchaus spannende Weise Culture-Clash-Drama, Thriller, Romanze und die Geschichte einer schwierigen Vater-Tochter-Beziehung zugleich.

Damons Charakter stammt aus einer bildungsfernen Schicht, der nicht zuletzt in Europa das Image anhaftet, dem früheren Präsidenten Donald Trump zum Wahlsieg verholfen zu haben. Er betet vor jeder Mahlzeit und spricht Frauen wohlerzogen mit "Ma’am" an. Nach überwundener Lebenskrise versucht er, die Dinge "richtig zu machen", wie er einmal betont. Ein bisschen symbolisiert er wohl auch den amerikanischen Glauben, die eigenen Vorstellungen von Recht und Ordnung überall auf der Welt durchsetzen zu können. In Marseille jedoch wirkt er unbeholfen, um nicht zu sagen, aufgeschmissen. Seine Tochter ahnt das, sie hält wenig von ihm, der in ihrer Kindheit ohnehin durch Abwesenheit glänzte.

Damon verleiht diesem Mann sehr biedere Züge, und so bleibt es ein wenig rätselhaft, wie sich seine Freundschaft mit der französischen Theaterschauspielerin Virginie trotz aller Unterschiede in der Bildung und Mentalität so mühelos entwickeln kann. Gerade die Fremdheit, die Bill im Trubel der großen Stadt am Mittelmeer ausstrahlt, wirkt dramaturgisch reizvoll. Als Virginie ihn einem Theaterregisseur vorstellt, möchte dieser wissen, ob er Waffen besitzt. Trotz solch treffsicheren Humors ist es ein wenig schade, dass McCarthy die Figuren nicht rauer und lebendiger zeichnet, sondern aus Bill, Virginie und Maya über weite Strecken gar so etwas wie eine harmonische Familie konstruiert.

Während sich Bill in Marseille eingewöhnt und eine neue Lebendigkeit ausstrahlt, kristallisieren sich Parallelen zum Leben seiner Tochter heraus, die sich ebenfalls fortgesehnt hatte von daheim. Abigail Breslin kann allerdings in der Rolle der Allison wenig überzeugen, die Figur wirkt nicht nur undurchsichtig, sondern manchmal auch unbeteiligt, emotional nicht greifbar. Die Frage aber, ob Bill den mutmaßlichen Mörder findet, füttert die Geschichte zuverlässig mit Spannung.

Fazit: In diesem facettenreichen Drama des Regisseurs Tom McCarthy spielt Matt Damon einen Amerikaner in Marseille, der seine wegen Mordes verurteilte Tochter aus dem Gefängnis holen will. Dafür muss er aber erst den Mann finden, von dem seine Tochter glaubt, dass er ihre Mitbewohnerin umgebracht hat. Die nüchtern-realistische Inszenierung betont auf reizvolle Weise die kulturellen Unterschiede, die der Held in Frankreich und speziell in der Freundschaft mit einer Künstlerin erlebt. Zugleich kreist sie um die schwierige Vater-Tochter-Beziehung und bezieht aus der Suche nach dem mutmaßlichen Mörder solide Spannung.





FBW-BewertungJurybegründung anzeigen

FBW: wertvollInspiriert vom Mordfall Amanda Knox, die als Austauschstudentin in Italien eine Freundin ermordet haben soll, jedoch später entlastet wurde, erzählt der Film STILLWATER ? GEGEN JEDEN VERDACHT die fiktionalisierte Version einer solchen Geschichte aus [...mehr]

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Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2021
Genre: Thriller, Drama, Krimi
Länge: 140 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 09.09.2021
Regie: Thomas McCarthy
Darsteller: Matt Damon als Bill Baker, Abigail Breslin als Allison, Camille Cottin als Virginie
Verleih: Universal Pictures International

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