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Kritik: Happy Family 2 (2021)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Bei einem Budget von über 30 Millionen US-Dollar, erwies sich "Happy Family" 2017 nicht gerade als großer Kassenerfolg. Die animierte Horror-Komödie spielte am Ende nicht einmal ihre Produktionskosten wieder ein. Dennoch entschieden sich die Macher für eine Fortsetzung. Die Regie übernahm wie schon beim Vorgänger Holger Tappe, auch das Drehbuch stammt erneut von David Safier.

Schon "Happy Family" krankte an einem wenig ausgefeilten Drehbuch und einer generischen Story, die krampfhaft versuchte, an den Erfolg der "Hotel Transsilvanien"-Reihe anzuknüpfen. Die 2012 gestartete Kinder-Monsterfilmreihe erweist sich jedoch als hintersinniger, kreativer und wendungsreicher als "Happy Family", und das gilt nun auch im Vergleich zum zweiten Teil – zumindest hinsichtlich der wenig ambitionierten, auf Nummer sicher gehenden Entführungs- und Verfolgungsstory. Und bezogen auf die hektische, vor allem für Kinder zu laute, chaotische Inszenierung. Doch "Happy Family 2" ist kein Totalausfall.

Im Zusammenspiel harmonieren Wolfsjunge, Vampir, Mumie und Frankensteins Monster ausgesprochen gut. Gerade in den humorvollen Szenen und Slapstick-Momenten. Und von denen gibt es eine ganze Menge: körperbetonter, schräger Humor, der sich schon zu Beginn bei der wilden, gehetzten Vorbereitung der Familie für die große Hochzeit von Renfield und Baba Yaga zeigt. Oder später immer wieder in ihrem fliegenden Gefährt, in dem die Monster-Familie ordentlich durchgeschüttelt wird. Und auch schon mal eine deftige Bruchlandung hinlegt.

Gelungen ist zudem die Idee, Van Helsing zahlreiche andere, mystische Kreaturen und legendäre, geheimnisvolle Monster entführen zu lassen. Oder zumindest sich dies zum Ziel zu setzen. So treten im Film unter anderem das Monster von Loch Ness und der mythen-umrankte Yeti auf, jenes berühmte, behaarte Fabelwesen des Himalaya. Etwas gelangweilt agieren allerdings die Sprecher bei ihrer Synchro, darunter Nick Frost und Emily Watson. Sie hätten ihre Rollen mit mehr Leidenschaft und Nuanciertheit sprechen können.

Fazit: Inhaltlich und dramaturgisch seelenloser Animationsfilm, dem der nötige Biss fehlt, mit seiner beschwingten Komik und den exotischen Schauplätzen aber Akzente setzen kann.




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