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Alles in bester Ordnung (2021)

Tragikomödie: Zwei einsame, charakterlich höchst unterschiedliche Menschen geben einander Halt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.2 / 5

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Fynn (Daniel Sträßer) ist Mathematiker und IT-Spezialist; er sorgt dafür, dass Systeme – etwa Leergut-Sortiermaschinen – einwandfrei funktionieren. Als er für einen Auftrag nach Köln reist, wird ihm dort eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Dort kommt es allerdings zu einem Rohrbruch. Eher widerwillig wird er von der Nachbarin Marlen (Corinna Harfouch) aufgenommen.

Während Fynn ein Minimalist ist, der kaum Gegenstände besitzt, fällt es Marlen schwer, sich von Dingen zu trennen – weshalb ihre Wohnung völlig überfüllt ist. Nach anfänglicher Uneinigkeit schließen Fynn und Marlen einen Pakt: Fynn darf vorerst bei Marlen wohnen, wenn er ihr dabei hilft, ihre Sammelwut in den Griff zu bekommen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

In ihrem Langfilm-Regiedebüt "Alles in bester Ordnung" erzählt die vor allem als Schauspielerin bekannte Natja Brunckhorst ("Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo") eine Geschichte, die dem Prinzip "Gegensätze ziehen sich an" folgt: Ein Mann, der ganz minimalistisch lebt und den Besitz von Gegenständen auf das Allernötigste zu beschränken versucht, trifft eine Frau, deren Wohnung so voll mit gesammelten Dingen ist, dass sie sich nicht mehr traut, Besuch zu empfangen. Das Skript, das Brunckhorst gemeinsam mit Martin Rehbock verfasst hat, findet einen Weg, dass sich diese beiden Menschen in dieser Wohnung miteinander arrangieren müssen – und sich dabei näherkommen.

Bemerkenswert ist zum einen, dass die Hauptfiguren Fynn und Marlen trotz ihrer Gegensätzlichkeit doch eine entscheidende Gemeinsamkeit haben: Sie führen jeweils ein zurückgezogenes Dasein und haben Schwierigkeiten in der Interaktion mit der Außenwelt. Zum anderen ist es erstaunlich, dass der Film der naheliegenden Versuchung widersteht, den Plot in typische RomCom-Gefilde münden zu lassen. Zwischen Fynn und Marlen entsteht zweifelsohne eine tiefe Zuneigung – ob diese jedoch romantische und/oder sexuelle Komponenten hat, lassen das Drehbuch und dessen Umsetzung angenehm offen. Damit erinnert die Beziehung etwa an die zwischen Bill Murray und Scarlett Johansson alias Bob und Charlotte aus Sofia Coppolas "Lost in Translation" (2003): Wir begleiten zwei einsame Personen, die einander den nötigen Halt geben können – und, vielleicht ohne es zu ahnen, einander retten.

Neben dem einfühlsamen (Zusammen-)Spiel von Corinna Harfouch und Daniel Sträßer ist nicht zuletzt die mit viel Liebe zum Detail ausgestattete Wohnung von Marlen äußerst beeindruckend: ein Ort, der wie ein lebender Organismus anmutet – und im letzten Akt einen beinahe märchenhaften Wandel vollzieht.

Fazit: Eine Tragikomödie, die auf sensible Weise vom Zusammenprall und von der Annäherung zweier Menschen erzählt. Gut gespielt und mit liebevoll gestalteter Kulisse.




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Land: Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Komödie
Länge: 96 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 26.05.2022
Regie: Natja Brunckhorst
Darsteller: Corinna Harfouch als Marlen, Daniel Sträßer als Fynn Meissner, Joachim Król als Magnus Joosten
Verleih: Filmwelt

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