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Die Königin des Nordens (2021)

Margrete den første

Große Diplomatin: international produziertes Historiendrama über eine Herrscherin, die sich gegen innere und äußere Bedrohungen mit Worten zur Wehr setzt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Skandinavien, 1402: Königin Margarethe I. (Trine Dyrholm) hat Dänemark, Schweden und Norwegen in der Kalmarer Union friedvoll vereint. Nun schmiedet sie an einer Allianz mit England. Ihr Adoptivsohn Erik (Morten Hee Andersen) soll Philippa von Lancaster (Diana Martinová), die Tochter Heinrichs IV., heiraten. Von der Vermählung verspricht sich Margarethe Schutz vor dem Deutschen Orden, der an der Südgrenze ihres Reiches immer mächtiger wird.

Doch die Bedrohung kommt nicht nur von außen. Kurz vor der Hochzeit taucht ein Fremder (Jakob Oftebro) auf, der behauptet, Margarethes Jahre zuvor verstorbener Sohn Olav zu sein, und der Anspruch auf den Thron erhebt. Während das Bündnis der skandinavischen Königreiche zu zerbrechen droht, verfolgt jeder am Königshof seine eigene Agenda.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Über große Herrscher wurden unzählige Heldenlieder gesungen, Königsdramen geschrieben und Historienfilme gedreht. Die Werke über Herrscherinnen sind überschaubar. Da erstaunt es kaum, dass über Königin Margarethe I. – obwohl sie ein ganz erstaunliches Leben führte und zu den großen Figuren der Weltgeschichte zählt – bislang noch kein einziger Spielfilm gedreht worden ist. Die dänische Regisseurin Charlotte Sieling setzt diesem Missstand nun ein Ende und setzt eine entscheidende Phase in der Herrschaft der Monarchin meisterhaft in Szene.

"Die Königin des Nordens" kann sich mit Shakespeares Königsdramen messen. Das Drehbuch, das Sieling zusammen mit Jesper Fink und Maya Ilsøe geschrieben hat, offenbart all die Ränke und Intrigen, all die Schach- und Winkelzüge am Hof ganz gemächlich. Und es nimmt sich die nötige Zeit, all die Figuren und ihre komplexen Beziehungen zueinander vor den Augen des Kinopublikums auszubreiten. Wo andere Filme hetzen, dehnt dieser Szenen in die Länge. Langeweile kommt trotzdem nie auf.

Das liegt zum einen am hervorragenden Ensemble. Anja Philip hat jede Rolle perfekt gecastet. An der Seite von Trine Dyrholm spielen auch die übrigen Darsteller groß auf. Vor allem aber gelingt es ihnen vorzüglich, das Publikum glauben zu machen, dass hier Menschen zu Werke gehen, die sich bereits seit Jahren kennen. Wie es dem Film dank seiner Kulissen, Kostüme und Rasmus Videbæks naturalistischer Kameraarbeit zum anderen gelingt, die Zusehenden glaubwürdig ins beginnende 15. Jahrhundert zurückzuversetzen.

"Die Königin des Nordens" ist ein Film über Familie, Frieden und Diplomatie. Zum Auftakt ist die achtjährige Margarethe zu sehen, wie sie in den Armen ihres Vaters Zeugin von Kriegsgräueln wird. Hierin liegt ihre Motivation, nie wieder ein Schlachtfeld betreten zu müssen. Alle Schlachten, die sie in Charlotte Sielings Film schlagen wird, schlägt sie mit Worten. Es ist ein Film über eine große Diplomatin mit einer Vision und Verhandlungsgeschick. Und zugleich ein Film über eine trauernde Mutter, die dieser Vision ihr Mutterglück unterordnet. Sieling glückt dabei das kleine Kunststück, all dieses Drama ganz ohne Blutvergießen zu inszenieren, ohne dass die Spannung darunter litte. Ganz im Gegenteil! Und ganz so, wie es die Margarethe in ihrem Film gewollt hätte.

Fazit: "Die Königin des Nordens" ist ein Film über Familie, Frieden und Diplomatie. Der Regisseurin Charlotte Sieling glückt dabei das kleine Kunststück, ein Historiendrama auf shakespearschem Niveau, aber ohne Blutvergießen zu inszenieren. Ein ebenso sehenswerter wie spannender Film über eine große Frau der Weltgeschichte.




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Land: Dänemark, Norwegen, Schweden, Polen, Tschechien, Island
Jahr: 2021
Genre: Drama, Dokumentarspiel, Historie
Länge: 120 Minuten
Kinostart: 30.12.2021
Streamingstart: 30.12.2021
Regie: Charlotte Sieling
Darsteller: Trine Dyrholm als Margrete den første, Søren Malling als Peder, Morten Hee Andersen als Erik
Verleih: Splendid Film

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