VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Transformers: Die Rache
Transformers: Die Rache
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Transformers 2: Die Rache (2008)


Kaum zwei Jahre ist es her, dass ein Haufen Blecheimer, die sich nach Belieben in Autos, Panzer und Fluggeräte aller Art transformieren können, die kurz vor dem Ruin befindliche Filmschmiede Paramount vor dem Finanzkollaps retteten. Als Überraschungshit des Kinosommers 2007, bescherte die Kinoadaption der Kult-Actionfiguren aus dem Hause "Hasbro", der Paramount das beste Einspielergebnis seit über zehn Jahren. Kein Wunder also, dass blitzschnell ein Teil zwei der Saga nachgelegt wurde. Der Erfolg des ersten Teils sollte aber angesichts der Tatsache, dass eine Ko-Produktion zwischen Steven Spielberg und Michael Bay eigentlich keinen Kassen-Flop produzieren kann, nicht wirklich verwundern.
Der Film war schnell, lieferte ausgezeichnetes Action-Entertainment, State-of-the-Art CGI-Effekte, hatte Witz und Charme und wusste auf eine positive Art auch in Punkto Emotion zu bezaubern (wenn auch auf eine eher kindliche Weise und mehr die kleinen wie großen Jungs, als die holde Weiblichkeit ansprechend). Die Fortsetzung wollte dies alles noch toppen und liefert damit, sogar in unserer cineastisch eher spektakulös ausgelegten Zeit, den Beweis, dass weniger manchmal sogar beim ultimativen Blockbuster mehr sein kann.
Vor etlichen Jahrtausenden, als die Menschen noch in Höhlen hausten, den Mammuts die Birne einschlugen und die USA noch nicht gegründet - somit nicht in der Lage war, mit geballter Militär-Power den Planeten zu "schützen" - waren die Transformers schon einmal auf unserer Welt und bekämpften einander. Die bösen wollten eine Weltuntergangsmaschine errichten und die guten, unter der Führung der so genannten Primes, versuchten dies zu verhindern. Sechs von ihnen mussten sich damals opfern, nur einer überlebte: Optimus Prime.
Nun sind die bösen, auch als "Die Gefallenen" bekannt, wieder zurück und wollen ihr unverrichtetes Werk zu Ende bringen. Und wer bisher dachte, dass Megatron schon der fieseste Schurke im Transformers-Universum ist, wird bald eines besseren belehrt. Wieder einmal hängt vom jugendlichen Helden Sam Witwicky (Shia LaBeouf) das Geschick der Menschheit ab: In seinem Gehirn ist in Transformers-Hieroglyphen eine Landkarte kodiert, die den Weg zur Weltvernichtungsmaschine zeigt (nicht hinterfragen – lohnt nicht!). Und ihm zur Seite wieder Eye-Catcher Megan-Fox und eine personell aufgestockte Roboter-Combo. Der Rest ist voluminöses Effektgewitter, das nicht nur flasht, sondern derart blendet, dass phasenweise überhaupt nicht mehr ersichtlich ist, wer denn nun wen gerade bekämpft.
Es gibt von allem mehr: mehr kleine Transformers, mehr große, supergroße, mehr abgründig böse und neben Kinosaal-verwackelnder Action auch reichlich Längen. Zeichnete sich der erste Teil durch (Selbst-)Ironie und eine wundervolle erzählerische Leichtigkeit aus, ufert es beim diesem Sequel oft in schwülstige Melodramatik und extrem bemühte Figuren-Mythologie aus. Zwar wurde auch im ersten Teil versucht, den Robotern aus den Weiten des Alls eine Entstehungs-Mythologie zu verpassen, doch war diese derart infantil, dass jedem, der älter als zehn ist, klar war, dass dies zum Spaß gehört. Diesmal wird man das Gefühl nicht los, dass die Macher darauf abzielten, dem ganzen einen "realen" Touch zu verleihen. Aber mal ehrlich: Wer will das schon sehen? Und wer will eigentlich Megan Fox sehen? Schon in Teil eins war die Schauspielerin, die kürzlich zu einer der heißesten Frauen des Planeten gekürt wurde, nicht viel mehr als Teenagersabber-produzierendes Schmückwerk. Dass dies noch zu toppen wäre, hätte man nicht ohne weiteres gedacht. Doch tatsächlich gelingt es der jungen Aktrice, sich zu nicht mehr als klebriger Traumvorlage (Spät-)Pubertierender, zu degradieren. Das interessanteste Element des Streifens ist womöglich noch der kleine Sidekick auf den kürzlich angelaufenen "Terminator 4": Nachdem dort ein Terminator auftauchte, der sehr an einen Transformer erinnerte, gibt es jetzt einen Transformer zu bestaunen, der sehr an die Terminatrix aus "Terminator 3" erinnert.

Fazit: "Transfomers – Die Rache" ist zuviel des Guten. Zuviel Spektakel, zuviel Metallkameraden, zuviel Transfomers-Evolutions-Mystik. Und zu wenig vom Charme und der spielerischen Leichtigkeit des ersten Teils. Wirklich schade, dass Cash-Cow-Melken blind für alles andere macht. Bitte keinen dritten Teil mehr!





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.