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I Shot Andy Warhol (1996)

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Ein Mann liegt am Boden. Seine Füßen zucken. Valerie Solanas verläßt den Raum, fährt mit dem Lift nach unten.
In einer Bar ruft eine Frau, "Louis, komm her, ich glaub, deine Tochter is' im Fernsehen!" Der Mann hinterm Tresen schaut mit traurigen Augen auf den Bildschirm."Jesus Christus", sagt er leise, "Jetzt hat sie jemanden erschossen."
Im Verhör. "Sie sind Valerie JeanSolanas ?" -- "Solanas. Stimmt genau." -- "Undwo wohnen Sie?" -- "Nirgends." -- "Woher kommen
Sie? -- "Vom Fluß."
Flashback: Das Leben von Valerie Solanas, die am 3. Juni 1968 um 16.15 Uhr mit einer .32er Baretta Automatik dreimal auf den New Yorker Künstler Andy Warhol schoß. Mit 15 läuft Valerie das erste Mal aus einem zerrütteten Zuhause davon, schlägt sich auf der Straße mit Prostitution durch, finanziert sich so ein Studium, lebt bei ihren lesbischen Freundinnen. Ihr Männerbild wird geprägt von den Schmutzigen, den Perversen, den Erbärmlichen, die als Freier zu ihr kommen. Durch Stevie lernt sie 1966 den Transvestiten Candy Darling kennen. Candy, die Glitzerkönigin, erzählt von einem Treffen mit Andy Warhol. "Wenn irgendjemand dich zum Star machen kann," seufzt sie, "dann Andy." Valerie begleitet Candy in die Factory, das große Loft, in dem Andy Warhol lebt und arbeitet, umgeben von einer ewig wechselnden Schar Models, Musiker, Bohemiens, Künstler, Scharlatane. Valerie ist fasziniert. Hier würde man ihr zuhören, würde sie mit ihren revolutionären Gedanken einer von Frauen beherrschten Gesellschaft verstehen, würde ihr "S.C.U.M. Manifesto" lesen wollen. Doch Andy Warhol ist nicht da. Valerie läßt das Manuskript ihres Theaterstückes "Up Your Ass" für ihn zurück. Auf der Straße schnorrt sie sich das Geld für die nächste Mahlzeit zusammen. Dabei trifft sie auf den Verleger Maurice Girodias, einen windigen Charmeur, der ihr einen Autorenvertrag verspricht. Stolz erzählt Valerie allen von ihrem Karrierestart. In der Factory
lernt sie endlich Andy Warhol kennen. Der macht Probeaufnahmen mit ihr, reiht sie ein in die ihn umgebende Gruppe, deren Stimmen und Gesichter er auf Film sammelt. Bei einer großen Party, wo die Schönen und die Hipster zusammenkommen, wo die Pillen auf dem Boden zu schönen Mustern ausgelegt werden und wo Velvet Underground auf der Bühne stehen, sitzen Warhol und Solanas zufällig nebeneinander. "Alle scheinen sich so prima zu unterhalten... ", sagt er ausdruckslos zu ihr, und für einen kurzen Moment sind beide in ihrer Einsamkeit nicht allein.
Anderntags setzt Warhol sie in einem seiner Filme ein und ist überrascht von ihrer wilden Energie. Immer wieder sucht Solanas nun die Factory auf, will, daß Warhol ihr Stück produziert, möchte ihm ihr Pamphlet der S.C.U.M. (Society for Cutting Up Men) verkaufen. Doch Warhol zieht sich
zurück in den sicheren Kreis seiner Entourage und läßt sie abwimmeln. Nachh einem weiteren Treffe mit Girodias unterschreibt Solanas für 0 einen Vertrag mit dem Verleger und merkt zu spät, daß sie alle Rechte an ihren Arbeiten damit an ihn abgetreten hat. Sie fühlt sich betrogen, und auch
in der Factory zeigt keiner Verständnis für ihre Wutausbrüche. Immer mehr wird sie von den spitzzüngigen Freunden Warhols geschnitten und schließlich hinausgeworfen. In einem Copyshop, wo sie mit ihrem zusammengebettelten Geld ihr S.C.U.M.-Manifest kopiert, lernt sie eine Gruppe langhaariger Guerilleros kennen, die sich "The Motherfuckers" nennen und aggressiv gegen die verlogene Bürgerlichkeit Amerikas vorgehen wollen. Solanas ahnt verwandte Seelen und zieht mit einem von ihnen zusammen. Zwischen Parolen, Drogen und vollen Aschenbechern spielen sie in seiner Wohnung den bewaffneten Aufstand. Nach einer Weile ernüchtert, verschwindet Solanas wieder von dort. Sie nimmt eine Pistole mit.
Als sie eines Nachmittags bei Candy die Bilder demonstrierender Frauenrechtlerinnen im Fernsehen sieht, ereifert sie sich, daß eigentlich über sie in den Nachrichten berichtet werden sollte. Ein Junge, der auch zu Warhols Factory-Clique gehört, verspricht ihr, sie im Fernsehen unterzubringen.
Tatsächlich verschafft er ihr einen Auftritt in der Alan Burke Show - der im Desaster endet, als Solanas, überrascht von den gehässigen Anfeindungen des Moderators, aufspringt und ihm an die Gurgel geht. Nach diesem Erlebnis ist Solanas sicher, daß Andy Warhol ihre Erniedrigung geplant und sich offensichtlich mit dem Verleger Girodias gegen sie verschworen hat, um ihr ihr Werk zu stehlen -- Warhol hat ihr nie das "Up Your Ass"-Manuskript zurückgegeben - und sie zu zerstören. Sie beginnt, nach Warhol zu suchen. An der Eingangstür zur Factory paßt sie ihn ab und fährt schweigend mit ihm nach oben in die Büroräume. Sie wird von den anderen kaum beachtet. Dann zieht sie die Pistole und beginnt zu schießen...

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Besetzung & Crew von "I Shot Andy Warhol"

Land: USA
Jahr: 1996
Genre: Drama
Länge: 103 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 30.01.1997
Regie: Mary Harron
Darsteller: Martha Plimpton, Stephen Dorff, Jared Harris, Lili Taylor, Isabel Gillies
Kamera: Ellen Kuras
Verleih: Tobis Film

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