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Denn zum Küssen sind Sie da...
Denn zum Küssen sind Sie da...
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Denn zum Küssen sind Sie da... (1997)


Ein bißchen aus der Mode gekommen sind sie schon, die Serienmörder, denen in den 80er Jahren zuerst die Amerikaner eine morbide Faszination widmeten. In den frühen Romanen James Ellroys und Filmen wie "Das Schweigen der Lämmer" oder "Sieben" wurden sie dann mit gebührend andächtigem Grausen literarisch und filmisch zu perversen Ikonen einer aus dem Fugen geratenen Gesellschaft erhöht. Gleichzeitig wurde damit natürlich ein fragwürdiges soziokulturelles Phänomen mit einem wenn auch wackligen Unterbau versorgt.

Wo das hinführen kann, hat dann Oliver Stone mit seinem ultimativen Serialkillerfilm "Natural Born Killers" trefflich vorgeführt. Zumindest künstlerisch hat sich das Thema also eigentlich erledigt. Entsprechend halbherzig fällt denn auch der Versuch Hollywoods aus, das Ganze doch nochmal aufzuwärmen. "Denn zum Küssen sind sie da" verwurschtelt Motive der oben genannten Filme "Copykill". Herausgekommen ist dabei, wie so oft wenn man es besonders gut machen und auf Nummer sicher gehen will, ein unausgegorenes Filmchen, das nur mäßig zu unterhalten weiß. Dabei hatte sich Regisseur Gary Fleder gerade mit "Das Leben nach dem Tod in Denver" einen Namen als vielversprechende Genre-Hoffnung verschafft.

Es geht um den Polizeipsychologen Alex Cross (gewohnt souverän Morgan Freeman, aber auch das hatten wir ja bereits), der sich urpersönlich in die Jagd nach einem Serienmörder involviert sieht, nachdem seine Nichte gekidnappt wurde. Der Täter bringt seine weiblichen Opfer nicht sogleich um, er versteckt sie eine gewisse Zeit in einem unterirdischen Verlies. Von dort gelingt es der Ärztin Kate McTiernan, die schon mit dem Leben abgeschlossen hatte, zu fliehen. Die Suche der beiden verwandten Seelen nach dem Killer, der sich nicht uneitel Casanova nennt, nimmt eine unerwartete Wendung, als plötzlich ein zweiter Mörder auftaucht, der in Verbindung zum ersten zu stehen scheint.
Was sich hier noch recht raffiniert anhört, wird im Film durch unglückliches Timing, halbherzige Spannungsbögen und böse Unglaubwürdigkeiten verwässert, so daß keine rechte Spannung aufkommen mag. Letztlich zeigt der Film somit nur eines, nämlich wie genial die Vorbilder waren, von denen hier eifrig abgekupfert wurde.





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