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Der Unhold (1996)

Satirische Dämonium der NaziweltUser-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Der Waisenjunge Abel Tiffauges ist Hinternabwischer und Vorleser für die anderen Jungen seines Internats, bis er entdeckt, wie das Schicksal ihm gehorcht: Abels Wunsch, die Schule möge abbrennen, erfüllt sich, noch bevor der kleine Sündenbock weitere Prügel einstecken muß. So gewinnt der stille Abel eine Ruhe, die selbst größte historische Erschütterungen in Folge mit offenen, aber kurzsichtigen Augen betrachtet. Als Erwachsener versteht Abel sich hervorragend mit Kindern, liebt und belebt ihre Gesellschaft. Nur einmal erhält diese Eigenschaft eine sexuelle Note, was prompt zur Verhaftung und dann strafversetzend in die französische Armee führt.

Dieser Haufen, der Meldetauben am liebsten im Kochtopf sieht, wird in einer Farce von der Wehrmacht überrollt, Abel dadurch als Kriegsgefangener nach Ostpreußen transportiert. Damit führte ihn das Schicksal, dem er sich vertrauensvoll ergeben hat, genau in die Welt seines Lieblingsbuches: Im abenteuerlichen Kanada laufen Rentiere herum, hier ist es ein blinder Elch, den die Bevölkerung Unhold nennt. Zufällig wie Abels Ausflüge vom Arbeitslager ereignen sich die Begegnungen mit Reichsmarschall Göring und einem Ordensritter auf dessen Eliteschule, der Ritterburg Kaltenborn. Die Ereignisse erzählen vom bekannten Todesdrill arischer Jungens für Hitlers letzte Front und anderen Wahnsinn der Nazizeit. Abel geht im sportlich-kameradschaftlichem Reigen der Elite-Knaben auf, gewinnt immer wieder das Vertrauen der Herrschenden.

Doch bald ist er "Der Unhold" für die Bauern der Umgebung, der düster mit Kappe und langem Mantel durch die Wälder reitet und reizend blonde Knaben auf die Burg entführt: Und bist Du nicht willig, so brauch' ich Gewalt. Als der Krieg dann die ersten Kinder verbrennt, macht sich Abel langsam Gedanken über die Zukunft seiner Zöglinge.

FilmkritikKritik anzeigen

Volker Schlöndorff ist wieder da: Nachdem der deutsche Regisseur und Oscar-Preisträger dem wirtschaftlichen Wiederaufbau der Babelsberger Filmstudios viel Zeit geopfert hat, rührt man jetzt kräftig die Werbe- und Blechtrommel für seinen Unhold. Tatsächlich gibt es einige Schnittstellen zwischen Schlöndorffs größtem Erfolg und dem Neuling: "Der Unhold" spielt genau wie der filmische Ausschnitt der [...mehr]

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Großbritannien, Frankreich, Deutschland
Jahr: 1996
Genre: Drama
Länge: 117 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 12.09.1996
Regie: Volker Schlöndorff
Darsteller: Armin Mueller-Stahl, John Malkovich, Marianne Sägebrecht
Verleih: Tobis Film




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