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© Columbia TriStar

Kritik: Seite an Seite (1998)


Zu viele Köche verderben den Brei: gleich fünf Drehbuchautoren feilten an der Geschichte sämtliche Ecken und Kanten ab, bis sich die befreundeten Roberts und Sarandon, die lange für dieses Projekt gesucht hatten, mit dem haarscharf kalkulierten, massenkompatiblen Familiendrama zufrieden gaben. Der als sicherer Kassenhit konzipierte Film von Chris Columbus ("Mrs. Doubtfire", "Kevin – Allein zu Haus") drückt auf die Tränendrüse, wie kaum ein anderer sentimentaler Schinken aus Hollywood.

Einer Karikatur gleich wirken die grandios übertriebenen Charaktere, die photographierende Karrierefrau Isabel (Julia Roberts, "Pretty Woman") contra die hauptberufliche Supermutter Jackie (Susan Sarandon, "Dead Man Walking"), doch leider nehmen die beiden Stars sich und den Film viel zu ernst. Ed Harris als Luke spielt sehr zurückhaltend – ohne damit noch etwas retten zu können - , seinen beiden Sprößlingen (Jena Malone, Liam Aiken) legte das Drehbuch ganz und gar unkindliche Dialoge in den Mund.

Seife an Seife: Obwohl kein Klischee, wie der moralische Konflikt zwischen Karriere und Familie, oder die unter einer Scheidung leidende Kinder, ungeschoren davonkommt, hat Columbus tatsächlich noch eine Überraschung in petto: Krebs heißt sein deus ex machina, das lediglich dazu dient, ein erneutes Kommando zum Schluchzen zu geben, selbstredend ohne auf die häßlichen Seiten der Krankheit ernsthaft Bezug zu nehmen. "Seite an Seite" ist eine Seifenoper, wie man sie nicht anders verdient, zusammengehalten von eiskalt berechnendem Schmalz und krankhaft künstlichen Gefühlen.




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