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The Greatest - Die große Liebe stirbt nie
The Greatest - Die große Liebe stirbt nie
© Universum Film

Kritik: The Greatest - Die große Liebe stirbt nie (2008)


Das Beste an diesem Films ist der Anfang: Der Zuschauer sieht ein glückliches Teenager-Paar, offensichtlich frisch verliebt, sie küssen sich und schlafen miteinander. Danach sitzen sie im Auto und Bennett (Aaron Johnson) will seiner Freundin Rose (Carey Mulligan) seine Liebe gestehen. Doch bevor es dazu kommt, werden sie von einem Lastwagen von der Straße gefegt.
In diesen Szenen wird die Emotionalität von den Darstellern und der Montage transportiert, die Musik fügt sich im Hintergrund wunderbar ein. Es folgt ein Schnitt auf ein Ehepaar am frühen Morgen, der Mann Allen (Pierce Brosnan) sitzt mit dem Wecker in der Hand wach im Bett und wartet auf das Klingeln, das er beim ersten Mal gleich abstellt. Seine Frau Grace (Susan Sarandon) erwacht, schaut ihn für einen Moment an – und beginnt zu weinen, als ihre Erinnerung wiederkommt. In diesen ersten Sequenzen ist "Zeit der Trauer" ein sehr berührender Film, der die Wortlosigkeit der Trauer zum Ausdruck bringt. Wunderbar hat Drehbuchautorin und Regisseurin Shana Feste den kurzen Moment nach dem Aufwachen eingefangen, an dem alles in Ordnung scheint. Die satten Farben der Liebesszene stehen dem bläulichen Grundton des Aufwachens der Eltern gegenüber, die sanfte Musik kontrastiert die Stille der Trauer.
Nach diesem gelungenen Einstieg nehmen im weiteren Verlauf des Films aber leider die klischeehaften, mit Musik geradezu überladenen Szenen zu. Grace und Allen sind die Eltern von Bennett, der bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Sie ertragen den Verlust ihres Sohnes nicht. Grace klammert sich verzweifelt an die Idee, alles über die letzten Minuten im Leben ihres Sohnes erfahren zu müssen, in denen er eingeklemmt im Fahrzeug mit dem Unfallfahrer geredet hat. Diese letzten Worte des Sohnes, so hofft sie, könnten ihr Frieden bringen. Deshalb pflegt sie sogar den LKW-Fahrer, der nach einer Operation im Koma liegt. Dagegen schafft es Allen noch nicht einmal, den Namen seines Sohnes auszusprechen. Er ist erstarrt in seiner Trauer und seinem Willen, seine Ehe zu retten. Als Paar sind Susan Sarandon und Pierce Brosnan für den Zuschauer aber weniger interessant, zwischen ihnen stimmt die Chemie nicht.
In diese emotional aufgeladene Konstellation platzt nun Bennetts Freundin Rose, die im dritten Monat schwanger ist. Sie erhofft sich von seiner Familie die Unterstützung, die ihr ihre Mutter nicht geben kann. Während sich Allen über ihr Erscheinen freut, ist Grace mit der Situation überfordert.
Dieser tragische Grundkonflikt hat viel Potential, aber Shana Feste konzentriert sich zu sehr auf die Trauer der Eltern. Dadurch kommt auch der Handlungsstrang um Bennetts jüngeren Bruder Ryan zu kurz. Insgesamt wird in dem Film der Handlungsbogen sehr lange aufgebaut, dann aber umso schneller und vorhersehbarer zum Ende geführt. Hier stimmt die Balance nicht, was angesichts der vielversprechenden Ansatzpunkte schade ist.
Somit ist "Zeit der Trauer" ein mittelmäßiger Film, aus dem allein Carey Mulligan als Rose ein wenig heraussticht. Allerdings ist ihre Rolle hier sehr ähnlich zu "An Education", so dass der Zuschauer keine neue Facette an ihr entdeckt.

Fazit: Alles in allem ist "Zeit der Trauer" also ein prominent besetzter Film über den Verlust eines Kindes, der gerade am Anfang die Stille der Trauer berührend auf die Leinwand transportiert. Zu diesem Thema gibt es sicherlich bessere Filme, aber auch viele schlechtere!





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