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Maria, ihm schmeckt's nicht - Plakat
Maria, ihm schmeckt's nicht - Plakat
© 2009 Constantin Film

Kritik: Maria, ihm schmeckt's nicht! (2009)


Lustigkeit kennt keine Grenzen… oder doch? In "Maria ihm schmeckt’s nicht" werden unverhohlen sämtliche Italienerklischees von anno dazumal aufgetischt. Was frustrierte Italienurlauber durchaus erheitern dürfte. Für all jene, die Italiener im Freundes- und Familienkreis haben, ist der Film nur bedingt empfehlenswert – weil zum Teil schlicht albern, oder peinlich, oder beides.
Und für alle anderen? Kommt drauf an, wie hoch die Humorschwelle angelegt wird. Für einige wirklich lustige Szenen oder Ideen muss man nämlich auch jede Menge Flachwitze und weit vorhersehbare Wendungen, sowie reichlich langatmige Dehnungen der ohnehin schlichten Story in Kauf nehmen. Die da wäre: Jan verlobt sich mit der Deutsch-Italienerin Sara (Mina Tander). Ihr Vater Antonio (Lino Banfi) reisst die Hochzeit prompt an sich – sie muss in seinem Heimatstädtchen Campobello stattfinden; traditionell, mit der Familie. Dort angekommen schlägt sich Jan dann mit Saras temperamentvoller Sippe, sowie absurder Bürokratie herum…
Christian Ulmen spielt als Jan eine Art Herr Lehmann mit Karriere. Oder doch nur eine weitere Variante von sich selbst? Schwer zu sagen, vielleicht auch egal. Als wirklich eigenständiger Charakter überzeugt Jan jedenfalls keine Sekunde lang. Mina Tander als Sara nervt eher, als dass sie mit südländischem Charme bezaubert – gemäß dem Drehbuch, versteht sich. Denn sobald sie zusammen in Italien ankommen, lebt Sara urplötzlich nur noch für ihre kauzige und absolut nicht gastfreundliche Sippe. Unterhaltsam sind dagegen Jans Eltern Eberhard (Peter Praeger) und Gisela (Gundi Ellert), zwei bildungsbürgerliche Italien-Enthusiasten, die bemüht alles ganz toll finden, bis Maren Korymann als Saras Mutter ihnen – im einzigen Augenblick, in dem sie mal spielen darf – die Meinung geigt. Quasi als Gegenstück zu den achso kauzigen Italienern, oder vielleicht auch für Jans biestigen Schwiegervater Sympathie heischend, setzt die Regisseurin dann die ein oder andere Szene aus dessen Immigrantenvergangenheit im Ruhrpott dazwischen. Offensichtlich gut gemeint, aber völlig unpassend - zumal seine jüngere Version eine völlig andere Spezies ist.
Fazit: Fans von Christian Ulmen und genervte Italienreisende werden den Film vermutlich sehr zu würdigen wissen. Ansonsten ist "Maria ihm schmeckt’s nicht!" eine wenig originelle, leidlich lustige Komödie, die überwiegend an ihren eigenen, aufgesetzten Klischees leidet und im Fernsehen besser aufgehoben wäre.




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