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Kritik: Scream 2 (1997)


Was sagte Drew Barrymore doch gleich noch vor einem halben Jahr? "Nightmare on Elm Street - der erste war gut, aber der Rest war Müll" - glücklicherweise gilt das nicht für "Scream 2", denn der erneute Aufguß der Suche nach dem maskierten Killer gestaltet sich dank einiger Veränderungen im Ablauf fast genauso spannend wie der erste. Dabei ist "Scream 2", wie eine Filmzeitschrift titelte, vielleicht "sexier, lustiger und blutiger", aber nicht unbedingt logischer, glaubwürdiger und intelligenter. Die Dialoge zum Beispiel sind besser geworden, die Auseinandersetzungen zwischen Randy und Micky, ob es in der Filmgeschichte einen guten "zweiten Teil" eines Streifens gäbe, sind wirklich köstlich. Auch der Beginn, wo Jada Pinkett sich über die dämliche Hauptfigur in "Stab" aufregt, spiegelt die bohrenden Fragen des Zuschauers beim Ansehen des ersten Teils hervorragend wieder - allein die Idee, einen Film im Film zu machen, der sich wiederum über Filme lustig macht, ist es wert, angesehen zu werden.
Weniger aufregend ist allerdings das "Zehn kleine Negerlein" (man verzeihe den politisch unkorrekten Ausdruck) -System, das hier mehr nach Schema F abläuft. Die meisten Figuren sind reines Schlachtvieh und mehr als einmal ist absehbar, wer hier das Zeitliche segnen wird. Gegenüber "Scream" wurde allerdings tüchtig an der Tempo-Schraube gedreht, der Killer ist manchmal unvorhersehbar schnell und angriffslustig, und die Szene, in der Neve Campbell über dessen bewußtlosen Körper im eingeklemmten Auto steigen muß, ist einfach atemberaubend. Für einen Horrorfilm respektabel ist auch die Weiterentwicklung der Figuren, die zwar allesamt überzeichnet wurden, aber dennoch für interessante Schlagabtäusche sorgen. Neve Campbell ist noch unnahbarer und abgebrühter geworden, Gale ist ekeliger und Dewey tolpatschiger und liebenswerter als je zuvor. Daß "Scream 2" seinen Vorgänger nicht übertrifft, liegt vor allem an seinem Ende: nachdem die Personenanzahl heftig reduziert wurde, bleiben nicht mehr viele Tatverdächtige übrig, auch das Motiv läßt am Ende sehr zu wünschen übrig, vom einfallslosen Showdown mal ganz zu schweigen. Das hinterläßt leider einen sehr bitteren Nachgeschmack, denn ohne vernünftige Begründung oder originelle Auflösung verpufft ein Horrorfilm leicht zum Selbstzweck-Gemetzel - "Scream 2" ist aber - und das muß man zugestehen - für einen zweiten Teil überraschend gut gelungen, selbst wenn hier und da das Drehbuch hätte überarbeitet werden müssen.

Fazit: Die unvermeidliche Fortsetzung mit allen Vor- und Nachteilen...




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