VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Star Trek - Der Aufstand - Michael Dorn
Star Trek - Der Aufstand - Michael Dorn
© United International Pictures

Kritik: Star Trek - Der Aufstand (1998)


Die Fans wissen längst Bescheid: Commander Riker verliert seinen Bart, Klingone Worf kommt in die Pubertät, Captain Picard tanzt Mambo und verfällt einem Alien, dem blinden LaForge wachsen Augen, Counselor Troi wird von Amors Pfeil getroffen und Android Data singt Karaoke. Nebenbei – und wirklich nur nebenbei – geht es in diesem cineastischen Fanartikel auch um Völkermord, Prinzipien und Moral und um den Kampf gegen einen liederlichen, von Oscar-Preisträger F. Murray Abraham mit milder Bedrohlichkeit verkörperten intergalaktischen Bösewicht.

Kein Zweifel: Der neunte Kinoaufguß der seit 30 Jahren ungebrochen erfolgreichen Star-Trek-Saga laviert am Rande einer charmanten, durchaus amüsanten und streckenweise spannenden Selbstparodie, während ansehnliche Action-Sequenzen und Visual Effects dem kultigen Weltraumspekatel immerhin in handwerklicher Hinsicht zum Kinoformat verhelfen. In Sachen Handlung ähnelt der Film nämlich eher einer ausgedehnten Fernseh-Episode, deren tieferen Sinn man besser nicht hinterfragen sollte.

We are family: In der Tat ist "Der Aufstand" eine Art Familienfilm. Gemeint sind die seit elf Jahren gemeinsam auf dem Fernsehschirm und der Leinwand agierenden, blind aufeinander eingespielten Akteure, deren Spielfreude dem mit Insider-Gags gespickten Film einen unwiderstehlichen Esprit verleiht. Kein Wunder, daß Patrick Stewart die Dreharbeiten im Interview als "lange Ferienreise" beschreibt und Filmbösewicht F. Murray Abraham glaubhaft versichert, diesmal mehr Spaß als bei jeder anderen Produktion gehabt zu haben – und man sieht es dem Film tatsächlich an.
Sonnenklar: Star-Trek-Freunde werden sich den Streifen nicht entgehen lassen. Und der Rest wird's überleben.

Rico



Liebe Trekkies...Tut doch bitte mir und nicht zuletzt euch einen riesen Gefallen und lest diesen Artikel nicht zuende. In der Folge nämlich wird der Gegenstand eurer (nach meinem Dafürhalten) gänzlich überzogenen, hymnischen Verehrung von mir aufs lästerliche geschmäht und einer gehässigen Geringschätzung unterworfen. Da ich jedoch andererseits religiöse und semi-religiöse Gefühle wie auch anderweitige Kulte oder kultähnliche Sonderlichkeiten und Regungen durchaus achte, wenn auch keineswegs teile, schlage ich in allseitigem Einvernehmen vor, daß dieser Text gleich durch eine Leerzeile unterbrochen wird, was Euch, liebe Trekkies, Anlaß sein könnte und sollte, die Lektüre desselben abrupt zu unterbrechen sowie euch einer anderen, für Euch unterhaltsameren, Beschäftigung zu widmen.
So...nun wären wir ja dann wohl unter uns...und unter uns gesagt, "Star Trek - Der Aufstand" ist doch ein arg lausiges Filmchen: Stinklangweilig, miese Tricks, jede Menge pseudowissenschaftlicher und pseudophilosophischer Firlefanz usw. Mit anderen Worten: Neunzig Minuten pure Quälerei für jeden normalen Kinogänger. Damit wäre dann eigentlich das wesentliche gesagt zu dem Film. Da ich jedoch (und dies zurecht) das Honorar für diese Seite nur erhalte, wenn ich sie auch vollschreibe, will ich dies, wenn auch ungern, hier tun.
Zum Beispiel könnte ich, um den Text zu strecken, nicht unerwähnt lassen, daß dies keineswegs der erste Star Trek Film ist, den anzuschauen ich das außerordentliche Mißvergnügen hatte. Nie jedoch war die Prüfung auch nur annähernd so hart und deprimierend wie beim aktuellen, neunten Aufguß der Weltraumschmonzette.
Nach dem (beruflichen) Besuch eines solchen Film müssen weitschweifige gedankliche Assoziationsketten her, um mich zu trösten. Einiges an Trostpotential bietet zum Beispiel die Überlegung, daß es auch andere Leute manchmal schwer haben beim Geldverdienen, daß man jedoch nach eines langen Arbeitstages Mühsal den unerschütterlichen Glauben an das Gute im Allgemeine und an bessere Filme im Besonderen nie aufgeben sollte. Beides tat ich auch nach dem Besuch des Filmes "Star Trek - der Aufstand" und tatsächlich stellte sich schon nach kurzer Zeit jener wohlig-neutrale Zustand ein, der mit Vergessen durchaus treffend und stimmig umschrieben wird.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.