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Die Nanny mit Matthias Schweighöfer und Milan Peschel
Die Nanny mit Matthias Schweighöfer und Milan Peschel
© Warner Brothers

Kinovorschau Deutschland: Milan Peschel sabotiert Schweighöfer

"Der Nanny" und "Home" ringen um junges Publikum

Hollywood ist in dieser Woche mal in der Minderheit bei den Kinostarts - dafür haben Kinofans die Auswahl zwischen zwei deutschen Komödien und zwei französischen Dramen.

"Der Nanny"
FSK 12
110 Minuten

Matthias Schweighöfer hat in dieser Komödie nicht nur die Hauptrolle übernommen, sondern sie auch inszeniert und produziert. Es ist Schweighöfer's vierte Regiearbeit. Der in Berlin gedrehte Streifen soll etwa zehn Millionen Euro gekostet haben. Vorsorglich hat der Star schon mal wissen lassen, dass ihn Kritiken nicht interessierten, sondern alleine der Erfolg an den Kinokassen. Das ist insofern wohlfeil, als seine bisherigen Werke trotz oft schlechter Kritiken erfolgreich beim Publikum abschnitten - und auch der heftig beworbene "Nanny" sollte genügend Zuschauer einsammeln, um kein großes Verlustgeschäft zu werden. Zumal die Kritiken diesmal nicht durchweg unfreundlich sind. Auch unsere Kritikerin Bianca Piringer sieht neben Schatten auch Licht. In "Der Nanny" spielt Schweighöfer einen Bauunternehmer, der gerade eines der größten Bauprojekte der Stadt plant und demzufolge kaum Zeit für seine beiden Kinder hat. So ist er immer auf der Suche nach einer Nanny, welche allerdings Winnie und Theo nicht wollen und immer wieder schnell vergraulen. Eines Tages heuert Rolf (Milan Peschel) als männliche Nanny an. Was der Bauunternehmer nicht weiß: Dieser hat wegen seines Bauprojekts seines Wohnung verloren und sinnt auf Rache und Sabotage...

"Home - Ein smektakulärer Trip"
FSK 0
94 Minuten
Als Oh, ein sympathischer außerirdischer Tollpatsch auf der Erde landet und vor seinen eigenen Leuten fliehen muss, geht er eine ungewöhnliche Freundschaft mit dem draufgängerischen Mädchen Tip ein, die auf einer ganz eigenen Mission ist. Der Überraschungserste der britischen Kinocharts am letzten Wochenende. Zum Start der Osterferien startet nun auch hierzulande dieser amerikanische Animationsfilm aus dem Hause Dreamworks, die besonders mit "Shrek" bekannt geworden sind. Dieser Streifen hier zielt allerdings völlig unsubversiv auf ein sehr junges Publikum: Knallbunt, albern und durch und durch lieb, werden die Kleinen ihn mögen, während sich das ältere Publikum sehnsüchtig an Dreamworks' "Drachenzähmen leicht gemacht" zurückerinnert. Unser Kritiker Carsten Moll stimmt ein in den Chor derjenigen, die den Zeichentrickfilm eher "auf das Grundschulalter abzielen" sehen. Als Synchronstimme von Oh ist Bastian Pastewka zu hören, was vielleicht den Ein oder Anderen verleitet, auch ohne Kinder eine Karte zu lösen.

"Zu Ende ist alles erst am Schluss"
FSK 0
93 Minuten

Der 23 Jahre alte Romain (Mathieu Spinosi) arbeitet als Wachmann in einem Pariser Hotel. Eines Tages geraten seine Eltern in Aufruhr: Großmutter Madeleine (Annie Cordy) ist aus dem Seniorenheim, in das Romain's Vater (Michel Blanc) sie gegen ihren Willen gesteckt hatte, spurlos ausgebüchst. Eines Tages erhält Romain, der eigentlich viel lieber Schriftsteller wäre, eine Postkarte mit einem Hinweis auf den Verbleib seiner Oma. Er folgt diesem in das kleine Seebad Etretat in der Normandie, wo Madeleine ihre Jugend verbrachte. Auf Filmfestivals erhielt dieses französische Drama (im Original "Les Souvenirs") stehende Ovationen, und es wurden Stimmen laut, die forderten, die 86 Jahre alte Schauspielerin Annie Cordy mit dem Filmpreis César auszuzeichnen. Schauspieler Jean-Paul Rouve hat in seiner dritten Regiearbeit (der ersten, die in Deutschland zu sehen ist) gemeinsam mit dem Autoren David Foenkinos überdies das Drehbuch verfasst und dessen Roman von 2011 adaptiert. Dieser auch laut unseres Kritikers Carsten Moll vergnügliche, wenn auch nicht besonders bemerkenswerte Streifen erhielt in Frankreich gute Kritiken, war aber kein großer Erfolg beim Publikum.

"Eine neue Freundin"
FSK 12
107 Minuten

Claire (Anaïs Demoustier) und Laura (Isild Le Besco) sind beste Freundinnen seit Kindertagen. Als Laura stirbt, hinterlässt sie ein kleines Baby und ihren Ehemann David (Romain Duris). Claire hat Laura versprochen, sich um David und das Baby zu kümmern. Doch als sie unangemeldet bei David auftaucht, erlebt sie eine schockierende Überraschung...
Regisseur Francois Ozon ("In ihrem Haus") schrieb auch das Drehbuch zu "Une nouvelle amie" und bearbeitete dabei die Kurzgeschichte "The New Girlfriend" der Britin Ruth Rendell aus dem Jahr 1985, die in den USA mit dem Edgar Allen Poe Award als "Beste Kurzgeschichte des Jahres" ausgezeichnet worden war. Rendell's Geschichten sind offenbar sehr kino-freundlich und wurden schon von Claude Chabrol und Pedro Almodovar verfilmt. Das französische Publikum ignorierte "Eine neue Freundin", während die Kritiken freundlich ausfielen und besonders die Hauptdarsteller lobten, wie beispielsweise auch unser Kritiker Falk Straub. Duris wurde dann auch für einen César als "Bester Hauptdarsteller" nominiert. Ozon bewahre seinen boshaften Humor und die Zuneigung zu seinen Figuren, hieß es.

"Tod den Hippies - Es lebe der Punk!"
FSK 16
104 Minuten

Westdeutschland 1980. Robert (Tom Schilling) will dem Mief der Provinz entfliehen und kennt nur ein Ziel: West-Berlin, wo das Sozialamt das Geld hinterher schmeißt und Sex, Drogen und Punk winken. Doch Wichskabinen in einem Sexkino zu schrubben, ist nicht gerade das, was sich Robert unter seinem neuen Leben erträumt hat. Immerhin lernt er hier die anarchische Sanja (Emilia Schüle) kennen, mit der er beginnt, sich durch eine Stadt treiben zu lassen, in der Tag und Nacht bald verschwimmen.
Regisseur und Drehbuchautor Oskar Roehler ("Elementarteilchen") tobt sich in dieser Komödie mit düsteren Untertönen richtig aus und verarbeitet nebenbei frontal (wieder einmal) seine traumatisierende Kindheit als ungeliebter Sohn von Eltern, die nichts für ihn übrig hatten und schon als Vierjährigen zu den Großeltern abschoben. Die Kritiker mögen diesen völlig kompromisslosen und überdrehten Film, in dem Alkohol und Körperflüssigkeiten literweise fließen und der Berlin teilweise wie ein Irrenhaus wirken lässt. Unser Kritiker Falk Straub sieht das Werk denn auch kritischer.



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