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Al Pacino als Scarface
Al Pacino als Scarface
© Universal Pictures Germany

TV-Tips für Freitag (10.4.): "Sagt hallo zu unserem kleinen Freund!"

3sat zeigt Meisterwerk "Scarface"

Nach dem Filmfeuerwerk zu Ostern fahren die Fernsehsender ihr Kinofilmangebot wieder extrem auf Sparflamme. Heute Abend können nur zwei Filme empfohlen werden, einer davon spät im Nachtprogramm. Ein Muss im Spätprogramm auf 3sat ist Brian de Palma's Meisterwerk "Scarface".

"Scarface - Toni, das Narbengesicht", 3sat, 23:05 Uhr:
Schon einmal gefragt, wie ein Film aussehen würde, bei dem Brian de Palma ein Drehbuch von Oliver Stone verfilmt? Wenn also diese beiden Kinoberserker ihre Kräfte bündelten? Nun, hier ist er: Mit diesem Kriminalfilm von 1983 gelang den beiden Künstlern ein Meisterwerk. Sie erzählen von dem ehrgeizigen kubanischen Einwanderer Tony Montana (Al Pacino), der 1980 in Miami ein Drogenkartell übernimmt, Macht und Reichtum erlangt, aber am Ende seiner Gier erliegt.

Alles begann, als Pacino den Krimiklassiker "Scarface" von 1932 im Kino gesehen hatte und Produzent Martin Bregman informierte, dass sich hier ein potentieller Kandidat für ein Remake auftat. Bregman engagierte zunächst Sidney Lumet, mit dessen Idee, den Streifen politisch aufzuladen und die falschen Entscheidungen der US-Regierung für das Fluten der USA mit Kokain unter die Lupe zu nehmen, er allerdings nicht einverstanden war. Stattdessen wendete er sich an Thriller-Spezialist de Palma und Stone, der unter anderem bereits das Drehbuch zu "Midnight Express", einer etwas anders gelagerten Drogengeschichte, verfasst hatte.

Die Zwei verlegten die Handlung des Originals in die Gegenwart Miamis und die Drogenszene und hielten sich nicht zurück: Sie loteten mit ihrem grellen, stilisierten, ultra-gewalttätigen und mit unglaublich vielen zitierbaren Dialogsätzen gespickten Werk die Grenzen aus - und gerieten zwangsläufig mit den Zensoren aneinander. Die stießen sich an der profanen Sprache mit den unzähligen "fucks", an den Gewaltszenen - insbesondere an der mit einem Kettensäge schwingenden Pacino - und den dargestellten Drogenexzessen. Zumal de Palma die erwünschte "Kriminalität macht sich nicht bezahlt"-Moral nicht so simpel serviert, sondern lange Zeit zeigt, dass sich zumindest für Scarface Verbrechen mindestens materiell sehr wohl lohnt und er mit ihm den Exzess geradezu zelebriert.

Wieder und wieder legte de Palma der Motion Picture Association of America neue Schnittfassungen vor, um der kommerziell tödlichen "X"-Altersfreigabe zu entgehen. Die wurde sonst an Pornofilme verliehen und hätte Universal Pictures vor große Probleme gestellt, denn "X"-Filme wurden von den großen Kinoketten erst gar nicht auf den Spielplan genommen. Universal legten Widerspruch gegen die Bewertung ein, und nach einer Anhörung einigte man sich auf das "R", das lediglich Jugendliche aussperrte.

Bei seiner Erstaufführung wurde "Scarface" ein Erfolg, obwohl auch viele Rezensenten ihn wegen seiner Exzessivität kritisierten. Dazu kamen drei Golden Globe-Nominierungen für Al Pacino als "Bester Hauptdarsteller", für Steven Bauer als "Bester Nebendarsteller" und für Giorgio Moroder für die "Beste Musik". Seinen heutigen Kultstatus und sein Einsickern in die Popkultur erlangte "Scarface" dann aber erst so recht durch die Veröffentlichungen auf VHS und Discs.

"De Palma balanciert Humor, Gewalt, Liebe und Drama in seinem Film sehr gut aus. Fast alle Charaktere sind faszinierend, und die dramatische Intensität ist während des gesamten Films hoch. Die spannenden Wendungen und die interessanten Figuren lassen einen die 170 Minuten Spielzeit vergessen, und das Ende lässt einen emotional aufgewühlt zurück. Al Pacino liefert eine einfach atemberaubende Darstellung", lobt ein US-Zuschauer.



"Der große Coup", ARD, 01:20 Uhr:
Ein Ehepaar (Walter Matthau und Jacqueline Scott) überfällt zusammen mit seinem Freund (Andrew Robinson) eine Bank in der Kleinstadt Tres Cruces in New Mexico - doch der Überfall geht schief, und das geraubte Geld gehört zu allem Übel auch noch der Mafia.

Krimi-Spezialist Don Siegel ("Dirty Harry") inszenierte 1973 routiniert diesen intelligenten und nüchternen US-Kriminalfilm nach dem Roman "The Looters" von John Reese aus dem Jahr 1968. Die guten darstellerischen Leistungen schlugen sich auch in einem Britischen Filmpreis für Walter Matthau als "Bester Hauptdarsteller" nieder. Den in New Mexiko spielenden Streifen drehte Siegel in Nevada.

Ein amerikanischer Zuschauer lobt: "Eine glaubwürdige Handlung gekoppelt mit guten Leistungen exzellenter Schauspieler. Die Szenerie ist großartig, und das Ende ist superb. Einen Film, den man sich mehr als einmal anschauen sollte."

Hier geht es zum kompletten Fernsehprogramm.



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