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Auf offener Straße
Auf offener Straße
© Canal +

TV-Tips für Samstag (11.4.): Dirty Harry auf französisch

Arte zeigt "Auf offener Straße"

Sat1 lässt es zur Hauptsendezeit mit Michael Bays Spielzeugautos krachen, aber der beste Streifen versteckt sich im Nachtprogramm von Arte mit dem französischen Kriminalfilm "Auf offener Straße".

"Transformers", Sat1, 20:15 Uhr:
Kann Hollywood noch infantiler werden? Dieser Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2007 basiert auf den Spielzeugen der amerikanischen Firma Hasbro, die sie seit 1984 in Zusammenarbeit mit dem japanischen Hersteller Takara sehr erfolgreich auf den Markt bringen und mit Zeichentrickserien im Fernsehen und Comics flankieren. Nachdem es 1986 einen Zeichentrick-Kinofilm gab, wagte Hasbro mit Hilfe der Hollywood-Studios DreamWorks und Paramount Pictures 20 Jahre später auch den Sprung in die Realfilmwelt.

Bei den Transformers handelt es sich um Roboter, die sich in Autos, Flugzeuge und andere Gefährte verwandeln. Der Film erzählt nun von dem ewigen Kampf zwischen zwei Cybertronics-Arten, den heroischen Autobots und den bösen Deceptions, die diesen auf der Erde auszutragen beginnen. Den Schlüssel für die ultimative Macht besitzt dabei ein Teenager (Shia LaBeouf).

Steven Spielberg, ein Fan der Spielzeugfiguren, regte an, einen Spielfilm zu produzieren und konnte Michael Bay für die Regie gewinnen. Ursprünglich wollte der Filmemacher nichts mit einem "blöden Kinderspielzeugfilm" zu tun haben, änderte aber nach einem Besuch bei Hasbro seine Meinung und verzichtete sogar auf einen Teil seines Salärs, um den absehbar teuren, weil technisch enorm aufwendigen Film nicht zu teuer werden zu lassen. Das Budget lag schließlich bei 150 Millionen Dollar. 40 Millionen Dollar wurden dabei durch schamloses Product Placement generiert; mit zahlreichen Firmen schlossen die Filmstudios Verträge ab, die ihnen im Gegenzug eine gute Sichtbarkeit auf der Leinwand gewährleisteten. Derweil zündete Hasbro ein Marketing-Feuerwerk, dem niemand entgehen konnte, der nicht blind und taub war. Zum eigenen Nutzen: Über Monate waren die "Transformers"-Spielzeugfiguren in den amerikanischen Läden immer wieder ausverkauft.

Bay ließ das erste Drehbuch konsequent überarbeiten, weil es ihm zu "kindisch" war. Sein Ziel war es, "Transformers" auch für Erwachsene interessant zu machen. Aus der von Spielberg angeregten "Geschichte um einen Jungen und sein Auto" wurde so ein militärisches Spektakel im doppelten Wortsinne. Selten zuvor arbeitete Hollywood so eng mit der Armee zusammen, die nur zu dankbar war, nach dem Debakel des Irak-Kriegs im Film eine positive Rolle besetzen zu können und so auch junge Leute für sich zu begeistern. So tauchen im Film reale Waffen und Ausrüstungen auf, während die computergenerierten Effekte hauptsächlich auf die Transformers selbst begrenzt wurden.

Die CGI-Effekte waren so aufwendig, dass die Spezialeffekte-Firma Industrial Light and Magic (ILM) ihre Rechnerkapazitäten erhöhen mussten. Dies machte sich auf jeden Fall auf der Leinwand bezahlt. Während Handlung und Personen "Bay's 'Armaggedon' im Vergleich wie Shakespeare wirken lassen", wie ein Kritiker ätzte, sind die Effekte atemberaubend und die Action-Szenen berauschend. Dass Bay und sein Team die visuellen Effekte auf das nächste Level hoben, erkannte auch die Filmindustrie an und nominierte das Werk für drei "Oscars": Für die "Besten Spezialeffekte", die "Beste Tonmischung" und den "Besten Tonschnitt".

Während die Kritiken gemischt ausfielen, stürmten Zuschauer auf der ganzen Welt die Kinos: Insgesamt spielte der Streifen weltweit rund 710 Millionen Dollar ein und war in den USA die dritterfolgreichste Produktion hinter "Spider-Man 3" und "Shrek 3". Dieser buchstäblich bombastische Erfolg sorgte dafür, dass bis heute kein Ende bei der "Transformers"-Reihe abzusehen ist. Vergangenes Jahr war "Transformers 4" der erfolgreichste Film weltweit mit über einer Milliarde Dollar Umsatz.

"Dieser Film ist der feuchte Traum eines männlichen Teenagers: Die Frauen sind unglaublich heiß, die Hauptfigur ist linkisch-lustig, und die Action-Sequenzen sind erstklassig", brachte es Kritiker Jeff Bayer für "The Scoreyard Review" auf den Punkt.



"Auf offener Straße", Arte, 00:40 Uhr:

Dieser knallharte französische Kriminalfilm führt die Zuschauer in die Unterwelt der schmutzigen Drogengeschäfte in Paris. Lucien "Lulu" Marguet (Didier Bezace) ist ein harter, mit allen Wassern gewaschener Drogenfahnder, der wie ein Frank Serpico oder ein "Dirty Harry" Callahan nicht immer nach den Regeln spielt oder vor seinen schwachen oder korrupten Vorgesetzten nicht katzbuckelt. In einer Welt, in der schierer Mumm die Unterfinanzierung und -ausstattung seiner Einheit auch schon mal wettmachen kann, blüht Lulu auf. Trotz der gnadenlosen Umgebung, in der er jeden Tag arbeiten muss, gelingt es ihm trotzdem, seine Menschlichkeit zu bewahren.

Bertrand Tavernier ("In the Electric Mist") inszenierte 1992 diesen Streifen über die alltägliche Arbeit von Polizisten, die wie gegen Windräder anrennend der wachsenden Kriminalität zu trotzen versuchen. Der Filmemacher erzählt dabei keine durchgängige Geschichte, sondern bleibt inhaltlich semi-dokumentarisch am Geschehen: Man wird Zeuge von Erfolgen, Rückschlägen und Enttäuschungen. Die Kamera von Alain Choquart ist immer nah am Geschehen, der Schnitt rasant, so dass der Film auch ohne große Action-Szenen über weite Teile spannend, wenn auch mit über zwei Stunden etwas zu lang geraten ist.

Bei den französischen Filmpreisen César war "L.627" - so der Originaltitel, der sich auf einen Paragraphen des damaligen französischen Gesetzes, der Drogenbesitz, Drogenhandel und Drogenkonsum untersagte, bezieht - war der Streifen für vier Preise nominiert: Als "Bester Film", für die "Beste Regie", für das "Beste Drehbuch" und für die "Beste Nachwuchsschauspielerin" Charlotte Kady.

Ein englischer Zuschauer lobt: "Der ganze Film fühlt sich wahr an, inklusive des langweiligen Formularausfüllens, wobei die Beamten alte Schreibmaschinen und gestohlenes Kohlepapier benutzen müssen. Es gibt keine echte Handlung, sondern nur eine Reihe von Vorfällen, bei der die Einheit von Desaster zu Desaster stolpert. Am Ende des Films kennt man die Charaktere so gut, dass man mehr über ihre Zukunft erfahren möchte. Ein wunderbarer Film, und ein besseres Portrait der Polizeiarbeit (wie sie schlimmer nicht sein kann) wird man nicht finden."

"Roter Drache", ZDF, 01:00 Uhr:
1986 brachte Regisseur Michael Mann mit "Manhunter" erstmals die Figur des Hannibal Lecter auf die Leinwände. Der britische Darsteller Brian Cox verkörperte den kannibalischen Mörder damals - und kaum jemand nahm Notiz. Sechs Jahre später sah das schon anders aus, als Cox' Landsmann Anthony Hopkins in "Das Schweigen der Lämmer" den Part interpretierte. Und nachdem 2001 "Hannibal" ebenfalls ein weltweiter Erfolg geworden war, erinnerte sich Produzent Dino de Laurentiis, dass "Manhunter" ja kaum jemand kannte und man ihn daher noch mal - diesmal mit Hopkins - neu verfilmen könnte.

So machte sich Regisseur Brett Ratner ("X-Men: Der letzte Widerstand") 2002 sofort daran, Thomas Harris' ersten Hannibal-Roman "Red Dragon" aus dem Jahr 1981, auf dem "Manhunter" basierte, diesmal unter dem Buchtitel zu verfilmen. Universal Pictures konnten ihm ein erlesenes Ensemble zur Verfügung stellen: Neben Hopkins wirken Edward Norton, Ralph Fiennes, Harvey Keitel, Emily Watson, Mary-Louise Parker und Philip Seymour Hoffman mit.

Norton spielt einen FBI-Agenten im Ruhestand mit psychologischer Begabung, der beauftragt wird, "The Tooth Fairy", einen geheimnisvollen Serienkiller, zu finden. Er nimmt dabei die Hilfe des gefangenen kriminellen Genies Hannibal "The Cannibal" Lecter in Anspruch.

Ratner gelang ein kompetent gemachtes und schnörkelloses Werk, das allerdings den Erfolg von "Hannibal" nicht wiederholen konnte: Der 78 Millionen Dollar teure Streifen erlöste zwar weltweit 209 Millionen Dollar, aber das Publikum war offenbar "Hannibal"-satt. So geht "Red Dragon" wohl als dritter und letzter Auftritt von Hopkins in der Rolle, die ihn 1992 weltweit bekannt gemacht hatte, in die Annalen der Filmgeschichte ein.

Ein Zuschauer aus dem US-Bundesstaat New York meint: "Der Roman war einer der besten, die ich je gelesen habe, daher war ich skeptisch gegenüber der Verfilmung. 'Manhunter' hat mich nie interessiert, aber diese Version hat mich wirklich überrascht. Brillante Darstellungen und eine exzellente Adaption des Buches gehen Hand in Hand in diesem unglaublichen Film, der dem Roman gerecht wird."



Hier geht es zum kompletten Fernsehprogramm.



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