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Jean Dujardin in Cash Truck
Jean Dujardin in Cash Truck
© EuroVideo

TV-Tips für Freitag (23.10.): Jean Dujardin und der Tod fahren mit

ARD zeigt "Cash Truck"

Es kommen einige Kinofilme heute Abend, aber nichts Aufsehenerregendes, stattdessen einiges, bei dem man nicht in 100 Meter Nähe des Fernsehers kommen sollte (Stichwort: "Stirb langsam 5"). Wer den besten Streifen sehen möchte, muss schon bis zum Nachtprogramm in der ARD warten, wenn der französische Thriller "Cash Truck" ausgestrahlt wird.

"Ausnahmezustand", Pro7, 22:25 Uhr
Die geheim gehaltene Entführung eines Terrorverdächtigen durch die Amerikaner führt zu einer Welle von terroristischen Anschlägen in New York City und zur Erklärung des Kriegsrechts.

Ein Film, der seiner Zeit inhaltlich knapp voraus war. 1998 kam "The Siege" ("Die Belagerung") in die US-Kinos, ohne dass er dort hohe Wellen geschlagen hätte. Die Kritiken waren gemischt, der 70 Millionen Dollar teure 20th Century Fox-Thriller floppte mit 40 Millionen an den Kinokassen trotz der Starbesetzung mit Denzel Washington, Annette Bening und Bruce Willis.

Einzig die arabischstämmigen Amerikaner waren empört: Das American-Arab Anti-Discrimination Committee erkannte an, dass 1993 Islamisten versucht hatten, das World Trade Center in die Luft zu sprengen, aber dieser "hinterhältige und aufwieglerische Film" stelle alle Moslems an den Pranger und ihre Religion in einen Zusammenhang mit Gewalt. Regisseur Edward Zwick ("Blood Diamond") verteidigte sich damit, dass sein Werk Gewaltbereitschaft auch auf christlicher Seite zeige.

In der Tat hätte solch ein Film vier Jahre später unmittelbar nach den Anschlägen nicht mehr gedreht werden können, denn wer hätte nach den Attentaten auf das World Trade Center und Washington eine Geschichte sehen wollen, in der das amerikanische Militär jeden verhaftet, der einen Bart trägt und einigermaßen arabisch aussieht, um dann in speziell errichteten Camps zu foltern. Das Drehbuch von Lawrence Wright stellte sich hier als geradezu prophetisch und unangenehm nah an der Wahrheit heraus. Laut Wright war der spannende und zügige Film nach dem 11. September 2001 das am meisten ausgeliehene Video der USA.

Ein US-Zuschauer aus dem Bundesstaat Washington schreibt: "Voller starkem Drama und Spannung und einigen grandiosen schauspielerischen Leistungen. Die Terrorangriffe sind beängstigend realistisch, und einige der Bilder wie die der durch New York City marschierenden Soldaten, die das Kriegsrecht durchsetzen, sind wahrhaft beeindruckend und verstörend."



"Cash Truck - Der Tod fährt mit", ARD, 01:20 Uhr
Der neue Angestellte (Albert Dupontel) einer maroden Geldtransportfirma, die durch immer neue Überfälle ins Gerede gekommen ist, entlarvt einen Kollegen als Drahtzieher der Raubzüge.

Regisseur und Drehbuchautor Nicolas Boukhrief bemüht sich in diesem spannenden französischen Thriller von 2004 erfolgreich, neben den Gewalt- und Action-Szenen auch die verschiedenen Figuren und deren Motivationen vielschichtig zu zeichnen. Die Bilder hält er in blassen Grau- und Ockertönen, um die klaustrophobische Atmosphäre des Werkes noch zu verstärken.

Der vier Millionen Euro teure "Le Convoyeur" ("Der Konvoi", so der Originaltitel) erhielt gute Kritiken und war mit 467 000 Zuschauern ein Erfolg in Frankreich. In Deutschland kam der Film mit dem späteren "Oscar"-Gewinner Jean Dujardin dennoch nur auf Disc heraus.

Ein amerikanischer Zuschauer aus Miami ist begeistert: "Dies ist einer dieser minimalistischen französischen Thriller, die einen für den ganze Spieldauer an den Nägeln kauen lässt vor Spannung. Was dem Film an Budget fehlt, macht er mit den superben und beeindruckenden Schauspielern wett, besonders Albert Dupontel, dessen Charakter man nicht so schnell vergessen wird. Hier sind Figuren und Drama wichtiger als Action und Gewalt. Aber wenn die Gewalt schließlich einsetzt, schockiert sie uns ohne spektakuläre Spezialeffekte oder große Explosionen."



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