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Harry Potter und der Gefangene von Azkaban
Harry Potter und der Gefangene von Azkaban
© 2004 Warner Brothers

TV-Tips für Samstag (24.10): Die Dementoren kommen

Sat1 zeigt "Harry Potter und der Gefangene von Askaban"

Damals war er noch nicht für "Gravity" mit einem "Oscar" preisgekrönt, aber seine Meisterschaft zeigte Regisseur Alfonso Cuaron bereits bei "Harry Potter und der Gefangene von Askaban", einem der besten Teile der Reihe. Sat1 zeigt den Fantasy-Film im Hauptprogramm. Im Nachtprogramm der Öffentlich-Rechtlichen geht es dann beschaulich mit George Clooney und spektakulär mit Brendan Fraser zu.

"Harry Potter und der Gefangene von Askaban", Sat1, 20:15 Uhr
In Harry's (Daniel Radcliffe) dritten Schuljahr in Hogwarts ziehen dunkle Wolken auf: Die unheimlichen Dementoren bewachen die Schule, nachdem der verurteilte Mörder Sirius Black (Gary Oldman) aus dem Gefängnis Askaban entkommen und hinter Harry her ist.

Teil drei der sieben Romane und acht Verfilmungen umfassenden "Harry Potter"-Saga. Nach den ersten beiden Teilen, bei denen mit Chris Columbus ein US-Sonnyboy auf dem Regiestühlchen die Bücher brav nachbebildert hatte, wagten Warner Brothers bei diesem Abenteuerfilm von 2004 mal etwas und überantworteten ihre kostbare Serie, nachdem sie sich Absagen von Guillermo del Toro ("Pans Labyrinth") und Marc Forster ("World War Z") eingehandelt hatten, dem Mexikaner Alfonso Cuaron (letztes Jahr "Oscar"-Gewinner für "Gravity"), der drei Jahre zuvor mit dem meisterhaften mexikanischen Drama "...mit Deiner Mutter auch!" für Furore gesorgt hatte. Nicht viel wies darauf hin, dass der damals 42-Jährige solch eine Mega-Produktion wie "Harry Potter" würde stemmen können. Doch Cuaron schaffte es - und mehr.

Bis zu den letzten beiden Filmen "Harry Potter and the Deathly Hallows" galt "Harry Potter and the Prisoner of Azkaban" als bester Part. Für die deutlich düsterere Geschichte, die auf dem Roman von 1999 fußt, war der Filmemacher offenbar genau der richtige Mann. Er verließ den Pfad der sklavischen Nacherzählung, verlieh dem Harry Potter-Universum ein anderes Aussehen, verließ öfter das Studio und drehte mehr an realen Schauplätzen und atmete dem Ganzen den Geist richtigen Kinos aus eigenem Recht ein.

Kritiker und Publikum waren begeistert. Der 130 Millionen Dollar teure Fantasy-Film spielte 2004 weltweit knapp 800 Millionen Dollar ein und wurde einhellig gut in Presse und Medien besprochen. So meinte Kritiker Tim Brayton: "Es ist wahrscheinlich der Harry Potter-Film, der am meisten Spaß macht: Einfallsreich, schnell, verspielt und wunderschön."

Die Musik von John Williams und die Visuellen Effekte wurden für einen "Oscar" nominiert.



"The American", ARD, 00:10 Uhr
Ein Waffenbauer und Auftragsmörder (George Clooney) schlüpft in einem italienischen Dorf unter, um einen letzten Auftrag auszuführen.

Viele amerikanische Besucher füllten am Kinoausgang die CinemaScore-Karten zur Frage, wie ihnen gerade der Film "The American" gefallen hatte, mit einem "D" aus - ins Deutsche übertragen so etwas wie eine "Sechs". Ein seltenes Ergebnis und Zeugnis großer Zuschauerfrustration. Das hatte sich die Film- und Produktionsgesellschaft Focus Features selbst zuzuschreiben. Im Vorfeld hatten sie den elegischen, langsamen und emotional verhaltenen Thriller von 2010 vermarktet wie einen Action-Film: Die Trailer deuteten ebenso darauf hin wie bereits das Kinoplakat, das George Clooney mit einer Waffe in der Hand rennend zeigt.

Gerannt wird hier aber nicht. Regisseur Anton Corbijn und Drehbuchautor Rowan Joffe ("Ich darf nicht schlafen") zeigen in wunderschönen, vor Ort in Italien gefilmten Bildern, wie Clooney hauptsächlich wartet. Die Spannung ergibt sich nur indirekt aus Details: Verrät er sich, erkennt ihn jemand, ist ihm jemand auf der Spur, wird er hintergangen? Clooney verkörpert den innerlich zerrissenen Killer ungewöhnlich gedämpft und hervorragend.

Das 20 Millionen Dollar teure Werk basiert auf dem Roman "A Very Private Gentleman" von Martin Booth aus dem Jahr 1990; die Filmmusik komponierte Herbert Grönemeyer, den Corbijn für dessen Album-Cover photographiert hatte und die befreundet sind. Vier Jahre später sollte der Musiker sogar einen Kurzauftritt im Thriller "A Most Wanted Man" des Niederländers absolvieren.

Der das Publikum enorm spaltende "The American" starb trotz guter Kritiken - auch aus oben genannten Gründen - einen schnellen Tod an den Kinokassen. Kritiker Matt Kellerman von "Las Vegas City Life" gehörte zu denjenigen, die das Werk in Schutz nahmen: "Für Zuschauer, die es vorziehen, sich in einen Film zu versenken, statt von ihm erschöpft zu werden, bietet dieser Film ein seltenes Erlebnis."



"Die Mumie", ZDF, 01:00 Uhr
Ein Amerikaner (Brendan Fraser), der 1923 in der Französischen Fremdenlegion an archäologischen Ausgrabungen in der antiken ägyptischen Stadt von Hamunaptra arbeitet, erweckt unabsichtlich eine Mumie (Arnold Vosloo) zum Leben.

"Die Mumie" schlummerte schon lange in den Archiven von Universal Pictures und wartete darauf, wieder zum Leben erweckt zu werden. 1932 war "The Mummy" mit Boris Karloff ein großer Erfolg geworden, dem allerdings erst in den Vierzigern drei billige Quasi-Remakes und Fortsetzungen gefolgt waren. Anfang der Neunziger kam die Idee auf, den Horrorfilm wiederzuverfilmen. Universal wollten das Ganze aber günstig halten und deckelten das Budget auf 10 Millionen Dollar. 1992 bereitete Clive Barker eine düstere Version vor, gefolgt 1994 von George Romero, dem der Stoff als tragische Zombie-Liebesgeschichte vorschwebte; anschließend versuchte sich Joe Dante, der eine Horror-Liebesgeschichte mit Daniel Day-Lewis in der Titelrolle verfilmen wollte. Universal lehnten ab und ab und ab.

Erst Regisseur und Drehbuchautor Stephen Sommers hatte mit seiner Version Erfolg, die er 1997 vorstellte. Seine "Mumie" sollte weniger ein Horrorfilm, sondern mehr ein launiger "Indiana Jones"-artiger Abenteuerfilm werden - mit spektakulärem Einsatz computer-generierter Bilder. Dieses Konzept überzeugte die Produzenten, die Sommers dafür ein Budget von 80 Millionen Dollar locker machten. Eine Entscheidung, die sich bezahlt machen sollte.

Sommers und seine Crew zogen in die marokkanische Wüste, wo sie mit der Hitze, Schlangen, Skorpionen und Sandstürmen zu kämpfen hatten, und in die englischen Shepperton-Studios. Nach Ende der Dreharbeiten machten sich dann die Spezialeffekte-Künstler von Industrial Light & Magic ans Werk, denen 15 der 80 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt wurden, um das antike Ägypten zum Leben zu erwecken und Arnold Vosloo in eine Mumie zu verwandeln. Dabei wurde auch Performance Capture-Technik angewendet, die damals noch in den Kinderschuhen steckte und drei Jahre später ihren endgültigen Durchbruch mit der durch Andy Serkis verkörperten Figur des Gollum in "The Two Towers" feiern sollte.

Die Kritiken waren gemischt. Der Tenor war, dass man zugeben musste, "diesen Blödsinn unterhaltsam zu finden". Doch das entscheidende Argument für die Leistung von Sommers und seinem Team war das süße Klingeln der Kinokassen: Weltweit spielte der Streifen, der sieben Jahre zuvor als nicht viel mehr als ein billiger Nischen-Horrorfilm gedacht war, 415 Millionen Dollar ein und war damit der sechsterfolgreichste Film des Jahres 1999. Als weitere Krönung gab es dann für den Überraschungserfolg sogar noch eine "Oscar"-Nominierung für den "Besten Ton" und eine Nennung bei den Britischen Filmpreisen für die "Besten Spezialeffekte". Und Universal Pictures gaben sofort die Fortsetzung "The Mummy Returns" in Auftrag, die zwei Jahre später auf die Leinwände kam und sogar noch erfolgreicher werden sollte.

Eine australische Zuschauerin meint: "Wer einen leichten, nicht ganz ernstzunehmenden Abenteuerfilm mit einem Hauch von Spannung und tollen Effekten sehen möchte, muss nicht länger suchen. Vergesst Eure vorgefassten Meinungen über Horrorfilme - dies hat auch nicht im Entferntesten etwas mit Horror zu tun - setzt Euch hin und genießt!"



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