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Kinostarts Deutschland: "Macbeth" meets "Macho Man" meets "Madame Marguerite"

Europäische Dominanz

Das gibt es auch nicht allzu oft. Hollywood macht Sendepause in dieser Kinowoche. Die Neustarts kommen allesamt aus Europa, wobei ausgerechnet der deutsche Vertreter "Macho Man" der einzige ist, den man sich schenken sollte. Ein Geheimtip ist das polnische Drama "Body", das auf der diesjährigen Berlinale einen Silbernen Bären gewinnen konnte.

"Macbeth"
Drama
Großbritannien
113 Minuten
FSK 12

Britische Wiederverfilmung des Theaterstücks von William Shakespeare aus dem Jahr 1606 über Aufstieg und Fall eines machtgierigen Möchtegern-Königs (Michael Fassbender), seiner ehrgeizigen Frau (Marion Cotillard), Verrat und Wahnsinn. Der australische Regisseur Justin Kurzel tritt in die großen Fußstapfen von Orson Welles und Roman Polanski, die "The Tragedy of Macbeth" ebenfalls auf die Leinwand gebracht haben - und zeigt sich der Aufgabe mehr als gewachsen! Er hält sich an die Textvorlage, die er mit seinem eigenen cinematischen Gespür zum Leben erweckt, und gibt einem faszinierenden Fassbender Raum zu glänzen. Die Kritiker und die Zuschauer sind von dem Werk begeistert. Unser Kritiker Carsten Moll fand es nicht ganz so mitreißend: "Die großartigen Schauspieler und das aufwendige Produktionsdesign können nicht verhindern, dass der grimmige Film emotional etwas monoton geraten ist."

"Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne"
Drama
Frankreich
129 Minuten
FSK 12

In den 1920er Jahren spielendes französisches Drama nach einer wahren Geschichte: Im Mittelpunkt steht eine Sopranistin (Catherine Frot), die sich für eine begnadete Operndiva hält, in Wahrheit aber keinerlei Talent hat. Regisseur Xavier Giannoli ("Chanson d'amour") trifft im Gegensatz zur Hauptfigur in seinem Werk über Wahrheit und Verstellung, Einsamkeit und Glück, Leidenschaft und Kunst stets den passenden Ton zwischen Tragik und Komik. Und zu seinem und des Zuschauers Glück hat Hauptdarstellerin Frot sehr wohl Talent und glänzt mit einer exzellenten Darstellung. In Frankreich war der Film bei Publikum wie Kritik erfolgreich. Auch unsere Kritikerin Bianca Piringer ist angetan, hauptsächlich wegen Catherine Frot, welche die "Titelfigur hervorragend und mit viel Herz" verkörpere.

"Macho Man"
Komödie
Deutschland
98 Minuten
FSK 6

Deutsche Liebeskomödie über einen Mann (Christian Ulmen), der sich mit Hilfe des machohaften Bruders (Dar Salim) seiner Traumfrau (Aylin Tezel) vom "Softie" zum "ganzen Kerl" wandeln will, um sie und deren Familie zu beeindrucken. Das Regiedebut von Christof Wahl basiert auf dem autobiographischen Roman von Moritz Netenjakob aus dem Jahr 2009, der auch das Skript geschrieben hat. Wahl und Netenjakob spielen mit bewusst übertrieben dargestellten Rollenklischees und Lebensformen, ohne dabei diskriminierend zu sein. Leider läuft aber alles auch vorhersehbar nach Schema F ab. Rezensentin Katja Lüthe von der "Berliner Zeitung" glaubt sogar "einen neuen Tiefpunkt in der nicht immer geschmackssicheren und funkensprühenden deutschen Komödienlandschaft" zu Gesicht bekommen zu haben. So weit geht unsere Kritikerin Bianca Piringer nicht, aber enttäuscht ist sie gleichwohl auch: "Der Film beschränkt sich auf plakative Sketche und kann mit seinen Charakteren nicht viel anfangen."

"Körper"
Drama
Polen
91 Minuten
FSK 12

Polnisches Drama über einen Untersuchungsrichter (Janusz Gajos) und seine Tochter (Justyna Suwala), die beide schwer am Tod der Frau beziehungsweise Mutter leiden. Während er sich in den Alkohol flüchtet, ist sie an Bulimie erkrankt. Regisseurin Malgorzata Szumowska ist dieses Jahr auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die "Beste Regie" ausgezeichnet worden. Ruhig und zugleich emotional intensiv erzählt sie von Verlust und Neuorientierung und reichert das mit tiefschwarzem Humor an. Im Gegensatz zu den begeisterten Kritikern hat "Cialo" ("Körper", so der Originaltitel) bei den Zuschauern bisher keinen großen Eindruck hinterlassen. Unser Kritiker Ralf Augsburg lobt: "Die Stärke des Films ist seine Balance und Unaufgeregtheit. An keiner Stelle wird er effekthascherisch oder melodramatisch und punktet darüber hinaus mit lakonischem Schwarzen Humor."



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