Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Django Unchained mit Christoph Waltz und Jamie Foxx
Django Unchained mit Christoph Waltz und Jamie Foxx
© Sony Pictures

TV-Tips für Sonntag (29.11.): Quentin Tarantino wie entfesselt

Pro7 zeigt Meisterwerk "Django Unchained"

Heute Abend ist Matt-Damon-Zeit im deutschen Fernsehen. Die Zuschauer können sich auf RTL für ein aktuelles Werk wie "Elysium" oder ein älteres wie "Der talentierte Mr. Ripley" auf Arte entscheiden. Wer allerdings den besten Film im Hauptprogramm sehen möchte, muss "Django Unchained" auf Pro7 einschalten - ohne Matt Damon, sondern mit "Oscar"-Preisträger Christoph Waltz.

"Elysium", RTL, 20:15 Uhr
Im Jahr 2154 leben die Superreichen auf einer Raumstation, während der Rest der Bevölkerung auf der ruinierten Erde zurück gelassen worden ist. Ein Mann (Matt Damon) beginnt eine Mission, die den gegensätzlichen Welten Ausgleich bringen könnte.

Wie die besten Science Fiction-Filme geht auch "Elysium" das Unbehagen über aktuelle Missstände an und transportiert diese in eine ferne Zukunft. Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp, der auch schon in seinem sensationell erfolgreichen Debut "District 9" das Thema Einwanderung und Rassismus in eine Science Fiction-Handlung verpackt hatte, ging 2013 mit "Elysium" erneut zeitgenössische politische und soziologische Themen wie Einwanderung, Überbevölkerung, Gesundheitsvorsorge, Ausbeutung, das Rechtssystem und soziale Klassen an.

Die Idee zu seinem zweiten Streifen war Blomkamp bei einer Reise nach Mexiko gekommen, wo er die Armut der Bevölkerung vor der riesigen, von Hubschraubern überwachten Grenze zu den USA gesehen hatte. Die Sony-Tochter TriStar Pictures überzeugte Blomkamp's Idee und sein Drehbuch, so dass dem Filmemacher ein Budget von 115 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt wurde und auch Stars wie Matt Damon und Jodie Foster mitarbeiten wollten.

Neill griff nichtsdestotrotz auch auf seine aus "District 9" bewährte Crew aus Cutter Julian Clarke, Ausstatter Philip Ivey, Kameramann Trent Opaloch und Darsteller Sharlto Copley zurück, der diesmal den Bösewicht mimte.

Blomkamp gelang ein interessantes, zum Nachdenken anregendes und unterhaltsames Werk mit aufregenden Action-Sequenzen, das trotz guter Kritiken und einem Erfolg von weltweit 286 Millionen Dollar an den Kinokassen dennoch als Enttäuschung wahrgenommen wurde. Gegenüber "District 9" verblasste "Elysium", das die Mehrheit der Zuschauer kalt ließ.

Kritiker Henry Fitzherbert: "Es ist großartig, einen Blockbuster zu sehen, der etwas im Kopf hat. Es ist nur schade und eine Ironie, dass ein Film über Menschlichkeit sich so wenig für seine Menschen interessiert."



"Django Unchained", Pro7, 20:15 Uhr
Ein freigekaufter Sklave (Jamie Foxx), dem ein deutscher Kopfgeldjäger (Christoph Waltz) hilft, versucht seine nach Mississippi verschleppte Frau (Kerry Washington) aus den Fängen eines brutalen Plantagenbesitzers (Leonardo DiCaprio) zu befreien.

Schon 2007 vor "Inglourious Basterds" - den er selbst auch als eine Art in Frankreich spielenden Spaghetti-Western bezeichnet hatte - sprach Regisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino davon, einen Spaghetti-Western drehen zu wollen, der im amerikanischen Süden angesiedelt sei. Sein Aufenthalt für "Inglourious Basterds" in Berlin, als er die deutschen Karl May-Verfilmungen der sechziger Jahre kennen lernte und von ihnen begeistert wurde, scheint den Entschluss forciert zu haben. "Django Unchained" wurde 2012 das nächste Projekt des Filmemachers. Wie schon der Titel nahelegt, holt sich der Film viele Motive aus den italienischen Vorlagen der sechziger Jahre - eben den Spaghetti-Western - und lässt auch den Ur-"Django" Franco Nero einen Gastauftritt absolvieren. Tarantino's Drehbuch erzählt

Quentin schöpfte nicht nur aus den Spaghetti-Western, sondern bediente sich auch bei den Blaxploitation-Streifen der Siebziger, als Filme mit afro-amerikanischen Darstellern speziell für das afro-amerikanische Publikum gedreht wurden und die teilweise recht sexistisch und brutal daherkamen; daneben gibt es Anspielungen an die deutsche "Siegfried"-Sage und Querverweise zu Quentin's eigenen Werken. Sein Drehbuch brachte dem Filmemacher den "Oscar" und den Golden Globe für das "Beste Originaldrehbuch" ein, das gleiche Preisduo erhielt auch der großartige Waltz für seine "Beste Nebenrolle". Darüber hinaus war die Weinstein Company-Produktion auch noch als "Bester Film", für die "Beste Kamera" und für den "Besten Tonschnitt" für Academy Awards nominiert.

Tarantino tat sich beim Marketing für seinen 100 Millionen Dollar teuren Streifen keinen Gefallen damit zu schwadronieren, er sei der erste Filmemacher, der das Thema Sklaverei in die öffentliche, cineastische Diskussion brachte. Spike Lee ätzte, Sklaverei sei ein Verbrechen gewesen und kein Thema für einen frivolen Western. Doch auch wenn der Regisseur, besoffen vom eigenen Erfolg, manchmal das Mundwerk ein wenig zu sehr aufreißt: Seine Meisterschaft als Regisseur kann man angesichts dieses kühnen, blutigen und stilistisch wagemutigen Werkes nicht anzweifeln.

Die Kritiken für den Film fielen ausgesprochen positiv aus, alles in allem errang er rund 60 Preise und wurde mit einem weltweiten Umsatz von 425 Millionen Dollar Tarantino's kommerziell erfolgreichster Film. Dazu trugen die deutschen Zuschauer mit 4,5 Millionen verkauften Karten ein gehöriges Scherflein bei.

"Die Sklaverei ist in 'Django' das, was der Holocaust in 'Inglorious Basterds gewesen ist: Ein kolossales Unrecht, das mit den besten Waffen eines Filmverrückten korrigiert wird: Kunstfertigkeit, Einfallsreichtum und boshafter Witz", schrieb Kritiker Greg Evans für "Bloomberg News".



"Der talentierte Mr. Ripley", Arte, 20:15 Uhr
Im New York City Ende der Fünfziger wird Tom Ripley (Matt Damon) von einem Millionär (James Rebhorn) nach Italien geschickt, um seinen müßiggängerischen Sohn Dickie Greenleaf (Jude Law) in die Staaten zurückzuholen. Doch bald erliegt Ripley dem Leben aus Reichtum und Schönheit selbst...

Bereits 1960 war Patricia Highsmith's Roman "The Talented Mr. Ripley" von René Clément in Frankreich als "Plein Soleil" ("Nur die Sonne war Zeuge") mit Alain Delon verfilmt worden. Der englische Regisseur und Drehbuchautor Anthony Mighella veränderte den Roman an einigen entscheidenden Stellen und setzte den vor Ort in Neapel, Rom und Venedig gedrehten Thriller 1999 für 40 Millionen Dollar hochglanzpoliert in Szene.

Aus einem namhaften Ensemble - neben dem "Oscar"-nominierten Jude Law wirken Gwyneth Paltrow, Cate Blanchett und Philip Seymour Hofmann mit - ragt Matt Damon mit seiner beunruhigenden Darstellung der Titelfigur heraus und gibt dem so hellen und luftigen Streifen pervers-düstere Wendungen. Der spannende Streifen, der noch lange im Gedächtnis bleibt, erhielt ausgezeichnete Kritiken und war mit weltweit 128 Millionen Dollar erfolgreich.

Die Paramount-Miramax-Co-Produktion wurde für fünf "Oscars" nominiert: "Bestes Drehbuch", Law als "Bester Nebendarsteller", "Beste Musik", "Beste Kostüme" und "Beste Ausstattung".

Ein amerikanischer Zuschauer schwärmt: "Anthony Minghella hat hier etwas Gebildetes, Kraftvolles, Verführerisches, Charmantes, Tragisches und Schönes erschaffen. Die Besetzung ist nahezu perfekt. Minghella's Talent für visuelle Opulenz ist unübertroffen. Ein bewegender und reichhaltiger Film."



Hier geht es zum kompletten TV-Programm


Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.