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Moon mit Sam Rockwell
Moon mit Sam Rockwell
© Koch Media

TV-Tips für Sonntag (13.12.): Sam Rockwell auf der dunklen Seite des Mondes

ARD zeigt "Moon"

Zwar strahlt RTL heute als Free TV-Premiere Roland Emmerich's Action-Kracher "White House Down" aus, doch Freunde echter Kinoqualität kommen nicht darum, als Nachteule bis Mitternacht ausharren zu müssen: Dann sendet die ARD den exzellenten "Moon" mit Sam Rockwell im Nachtprogramm.

"White House Down", RTL, 20:15 Uhr
Während einer Besucher-Tour mit seiner Tochter durch das Weiße Haus ergreift ein Polizist (Channing Tatum) die Initiative, um sein Kind zu retten und den US-Präsidenten (Jamie Foxx) zu beschützen, als eine Gruppe schwer bewaffneter Paramilitärs das Weiße Haus angreift.

Da hatten Roland Emmerich und Columbia Pictures Pech: Als sie im Juni 2013 mit diesem Thriller auf die US-Leinwände kamen, hatten die Kinogänger ihren Film bereits im März gesehen, und zwar als "Olympus Has Fallen". Millenium Films hatten das Wettrennen um die beiden Produktionen, die von einem Angriff auf das Weiße Haus durch Terroristen handeln, gewonnen. Auch wenn die Kritiker "White House Down" für den besseren Film hielten, war das Interesse der Besucher an einem zweiten Aufguss begrenzt, so dass die 150 Millionen Dollar teure Produktion mit 73 Millionen Dollar Umsatz in Nordamerika floppte. Columbia-Mutter Sony schob denn auch das schlechte Geschäft des Jahres 2013 explizit Emmerich's Film in die Schuhe.

Der Regisseur hatte das Drehbuch von James Vanderbilt im kanadischen Montreal und in Washington D.C. verfilmt und ließ es wieder mal so richtig krachen (und zerstörte zum vierten Mal das Weiße Haus). Wer einen Film finden möchte, in dem der US-Präsident aus einem fahrenden Auto auf dem Rasen des Weißen Hauses versucht, mit einer Flugabwehrrakete auf Terroristen zu schießen, muss nicht länger suchen. Das Ganze ist auf sympathische Weise vollkommen übergeschnappt und profitiert von der Chemie zwischen Channing Tatum und Jamie Foxx, aber Emmerich steht sich mit den vielen Klischees, den fehlenden Überraschungen und der zu hektisch geschnittenen Action auch selbst im Weg.

"White House Down" erhielt gemischte Kritiken. Einer der Fürsprecher war Rich Cline für "Contactmusic": "Der Film mag genauso aussehen wie Gerald Butler's allzu ernster 'Olympus Has Fallen', aber in Wahrheit ist er dessen schicker, alberner junger Bruder. Ein Film, der einem gefällt, obwohl er es eigentlich nicht sollte."



"Der Westen leuchtet", 3sat, 23:35 Uhr
Die Geschichte eines Agenten (Armin Mueller-Stahl) des Staatssicherheitsdienstes der DDR, der während eines Auftrages im verführerischen Westen von äußerem Glanz und Luxus geblendet wird und erst im letzten Moment die wirklichen Lebenszusammenhänge durchschaut.

Bis 1980 war Hauptdarsteller Armin Mueller-Stahl selbst Bürger der DDR gewesen, bevor er nach Westdeutschland übersiedelte, was der Figur des Agenten in diesem deutschen Thriller von 1982 noch mehr Resonanz verlieh. Der schweizerische Regisseur und Drehbuchautor Niklaus Schilling, der sich immer wieder in seinem Werk mit dem gespannten Verhältnis zwischen BRD und DDR auseinandersetzte, inszenierte hier unterkühlt, unaufdringlich und leise. Er zeigt eine Wohlstandsgesellschaft, unter deren schimmernder Oberfläche Lügen und Intrigen regieren. Mitproduzent des Streifens war das ZDF.

Ein deutscher Zuschauer schreibt: "Der Film gibt dem Agenten-Genre eine neue Wendung. Es geht darum, wie die Integration des Protagonisten im Ausland ihn von seinen heimischen Wurzeln entfernt und dadurch seine Postition kompromitiert. Ich habe einige Zweifel, wie realistisch diese Darstellung ist, aber in jeden Fall ist der Streifen spannend anzuschauen."

"Moon", ARD, 00:05 Uhr
Astronaut Sam Bell (Sam Rockwell) ist seit drei Jahren auf dem Mond eingesetzt, wo er zusammen mit dem Computer GERTY für LUNAR Industries Energiepakete zur Erde schickt, um die dortigen Energieprobleme bewältigen zu helfen. Kurz vor Ende seiner Schicht stellt allerdings eine persönliche Begegnung alles in Frage, was er bisher auf dem Mond erledigt hat...

"Moon" ist die Art Independent-Film, die von Kritikern gepriesen und auf Filmfestivals gefeiert wird, aber nur in wenige Kinos kommt und von zu wenigen Zuschauern gesehen wird. Regisseur und Drehbuchautor Duncan Jones ("Source Code") tat alles, um bei seinem Regiedebut die Kosten zu minimieren, drehte sämtliche Aufnahmen in den englischen Shepperton-Studios und benötigte schlussendlich umgerechnet nur 5 Millionen Dollar. Da sein britischer Science Fiction-Film 2009 weltweit auf lediglich 10 Millionen Dollar kam, fiel der Gewinn dennoch nur schmal aus.

Das ist schade, aber Fernsehzuschauer haben hier die Möglichkeit, das nachzuholen, was sie im Kino verpasst haben, und sich einen packenden Streifen anzuschauen, der von Sam Rockwell's starker Darstellung angetrieben wird. Jones, der aus dem Werbefilmbereich kam, hatte die Geschichte zusammen mit Nathan Parker mit Rockwell als Hauptdarsteller im Kopf verfasst. Sein ruhig erzählter und zum Nachdenken anregender Streifen wirkt teilweise wie ein Kammerspiel im Weltraum. Duncan orientierte sich dabei an Filmen aus seiner Jugend wie "Lautlos im Weltall" oder "Outland".

Bei den Britischen Filmpreisen wurde "Moon" als "Bester britischer Film" nominiert, verlor allerdings gegen "Fish Tank". Dafür wurde der Regisseur für das "Beste Debut" ausgezeichnet.

Kritiker Jay Antani lobte für "Cinema Writer": "Faszinierend, einfallsreich und thematisch ambitioniert, dient dieser Film als ausreichender Beweis für Duncan Jones als ernsthaftes Talent, das seine Konzepte in intellektuell und geistig herausfordernde Bereiche treibt."



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