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Stan Laurel und Oliver Hardy in Way Out West
Stan Laurel und Oliver Hardy in Way Out West
© MGM

TV-Tips für Sonntag (20.12.): Lachen Sie mit Stan und Ollie!

3sat zeigt "Laurel und Hardy im Wilden Westen"

Heute Abend gehen zwei sehr unterschiedliche, sehenswerte Spielfilme im Hauptprogramm um das Rennen der Zuschauergunst: Pro7 strahlt als Free TV-Premiere "Man of Steel" aus, während 3sat auf Laurel und Hardy setzt und mit dem großartigen "Im Wilden Westen" und "Die lieben Verwandten" gleich zwei der besten Werke des Komikerduos präsentiert.

"Man of Steel", Pro7, 20:15 Uhr
Clark Kent (Henry Cavill), einer der Letzten einer ausgelöschten Rasse, der sich als Normalbürger tarnt, muss seine Identität zu erkennen gebeben, als die Erde von Invasoren bedroht wird.

Es waren gerade mal zwei Jahre nach "Superman Returns" vergangen, als Warner Brothers das nächste Superman-Reboot auf die Zuschauer loszulassen planten. Es wirkte fast, als wolle das Studio die Kinogänger zwingen, sich Superman anzuschauen. Zwar war "Superman Returns" von Bryan Singer 2006 ein großer Kassenerfolg geworden, und auch den Kritikern hatte der Streifen gefallen. Aber von den Zuschauern war der Science Fiction-Film nicht gerade als Klassiker in die Herzen geschlossen worden, und die gigantischen Kosten von irrsinnigen 270 Millionen Dollar hatten die Gewinne geschmälert.

So entschieden sich die Warner-Manager gegen die eigentlich festeingeplante Fortsetzung mit Brendan Routh als Superman, sondern statt dessen für ein komplettes Reboot mit einer Ursprungsgeschichte; einem Quasi-Remake von "Superman" aus dem Jahr 1978. Die Produzenten, die also 2008 "Man of Steel" in Auftrag gaben, machten sich Mut: Die Zuschauer hätten "The Incredible Hulk" 2008 auch zu einem Erfolg gemacht nach dem enttäuschenden "Hulk" von Ang Lee fünf Jahre zuvor.

Mit David Goyer sicherte man sich die Dienste des Drehbuchautoren, der an der "Batman"-Reihe von Christopher Nolan mitgearbeitet hatte, und engagierte - nicht als erste Wahl - Zack Snyder für die Regie. Für die uramerikanische Figur des Superman wurde der Engländer Henry Cavill besetzt. Die 225 Millionen Dollar teuren Dreharbeiten begannen im August 2011 und dauerten bis Februar 2012. Das Team filmte in Chicago, Vancouver und in den US-Bundesstaaten Illinois und Kalifornien.

"Man of Steel" wurde dabei als erster Teil eines DC Extended Universe konzipiert. Wie bei Walt Disney Studios und deren Marvel-Comic-Verfilmungen sollen die verschiedenen Superhelden-Filme vage zusammen hängen und jeweils Lust auf das nächste Werk machen. In diesem Sinne wird im Mai 2016 auch "Batman v Superman: Dawn of Justice" Premiere feiern, den wiederum Snyder inszeniert hat.

Mit "Men of Steel" gelang es dem Regisseur, berauschende Action und Spezialeffekte-gesättigtes Spektakel auf die Leinwand zu bringen, während nichts davon aber besonders originell wirkte, sondern wie schon x-fach in den anderen Fantasy-Filmen gesehen. Allerdings auch selten mit einer so namhaften Besetzung: Neben Cavill wirkten Amy Adams, Diane Lane, Laurence Fishburne, Russell Crowe, Kevin Costner und Michael Shannon mit. Die gemischten Kritiken interessierten das Publikum schließlich wenig, und das Wagnis von Warner Brothers ging auf: Der Streifen wurde 2013 mit weltweit 668 Millionen Dollar ein Riesenerfolg.

Kritiker Jeremy Lebens schrieb für "We Got This Covered": "Zack Snyder's Film ist eine raue und realistische Variation eines der ikonischsten Superhelden aller Zeiten, visuell erstaunlich und voller Action."



"Laurel & Hardy im Wilden Westen", 3sat, 20:15 Uhr
Stan und Ollie (Stan Laurel und Oliver Hardy) sollen die Besitzurkunde zu einer wertvollen Goldmine der Tochter (Rosina Lawrence) eines verstorbenen Goldschürfers übergeben. Allerdings haben sie nicht mit den Machenschaften ihres bösen Vormunds (James Finlayson) gerechnet, der entschlossen ist, die Mine für sich und seine Frau, die Salon-Sängerin Lola (Sharon Lynn), zu ergaunern.

Zwei Jahre zuvor hatten sich Stan Laurel und Oliver Hardy und ihr Produzent Hal Roach vom Format der Kurzfilme verabschiedet und waren endgültig zur Spielfilmlänge übergegangen. Diese Komödie von 1937 stellt zusammen mit "The Sons of the Desert" von 1933 den Höhepunkt des Schaffens des Duos dar.

Laurel, der als ungenannter Produzent hinter den Kulissen sowieso schon immer die Fäden gezogen hatte, trat hier wie ein Jahr zuvor bei "Our Relations" - den 3sat im Anschluss zeigt - ganz offiziell als Produzent auf. Er sorgte zusammen mit Regisseur James Horne und dem eingespielten Drehbuchautoren-Team dafür, dass "Laurel & Hardy pur" auf die Leinwand kamen. Keine aufgepfropfte Liebesschnulze, kein Musical-Format, keine pathetische Propaganda im Dienst des Vaterlandes wie später bei den während des Zweiten Weltkriegs entstandenden Werken. Stattdessen ein umwerfender Gag nach dem anderen, Tanz- und Gesangseinlagen des Duos selbst, mit James Finlayson der beste Gegenspieler der Beiden dabei und ein ansteckendes Erheiterungsgefühl des unverblümten und manchmal auch schadenfrohen Nonsens.

Die in Texas spielende Geschichte in dem fiktiven Western-Dorf Brushwood Gulch wurde in Kalifornien, unter anderem im Santa Clarita Valley, gedreht. "Way Out West" sollte der letzte Laurel & Hardy-Film, der im Dritten Reich in die deutschen Kinos kam. Marvin Hatley erhielt für seine Musik eine "Oscar"-Nominierung.

Ein britischer Zuschauer meint: "Die Leser von 'Time Out' haben diesen Film zur 26. besten Komödie aller Zeiten gewählt. Er ist Laurel und Hardy's bester Film. Das Tempo lässt nie nach, er ist bis zum Anschlag vollgepackt mit Wortwitz und Slapstick."



"Laurel & Hardy - Die lieben Verwandten", 3at, 21:15 Uhr
Während Stan und Oliver (Stan Laurel und Oliver Hardy) gutbürgerlich leben und verheiratet sind, erhalten ihre totgeglaubten Zwillingsbrüder, beide Matrosen und die schwarzen Schafe ihrer jeweiligen Familie, Landurlaub. Durch Verwechslungen schlittern die Einen in Ehekrisen, die Anderen durch einen verschwundenen kostbaren Ring in Schwierigkeiten.

Für diese Komödie aus dem Jahr 1936, eine der teuersten in der Laufbahn von Laurel & Hardy, adaptierte das Drehbuch-Team die Kurzgeschichte "The Money Box" des britischen Autos William Wymark Jacobs aus dem Jahr 1903. Es ist einer der wenigen Streifen, in denen das Darstellerduo Doppelrollen übernimmt und dabei auch noch ein sehr respektables und nicht am Rande der Gesellschaft lebendes Paar mimt. Produzent Stan Laurel war wichtig, eine genuine Geschichte zu erzählen, statt wie so häufig die Figuren von Stan & Ollie nur zur komischen Abwechslung in Musicals einzusetzen.

Der von Henry Lachman inszenierte, witzige Film gehört zu den besten Langfilmen von Laurel & Hardy und profitiert von der Photographie durch einen der besten Kameramänner in der Geschichte Hollywoods, dem fünffach "Oscar"-nominierten Österreicher Rudolph Maté, der es auch schaffte, mit Kamera-Spezialeffekten die beiden Laurels und Hardys zusammen auf die Leinwand zu bringen. Als Bonus wirkt wieder einmal ihre Nemesis, der schnauzbärtige und glatzköpfige James Finlayson mit.

Ein amerikanischer Zuschauer lobt: "Ein flotter Film, der beweist, dass Laurel & Hardy nicht nur Slapstick konnten, sondern auch Verwechslungskomödien. Es gibt viele originelle Gags und witzige Dialoge. Schade, dass die Jungs nicht öfter bei den Spielfilmen so große künstlerische Freiheit und üppige Ausstattung besaßen wie bei diesem hier."



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