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Ist das Leben nicht schön? mit James Stewart und Donna Reed
Ist das Leben nicht schön? mit James Stewart und Donna Reed
© Academy of Motion Picture Arts and Sciences

TV-Tips für den 1. Weihnachtstag (25.12.): Der Geist der Weihnacht

3sat zeigt Meisterwerk "Ist das Leben nicht schön?"

Spielfilme ohne Ende, so weit das Auge reicht. Und ein respektables Angebot, bei dem die Sender auch mit Free-TV-Premieren nicht sparen, so Sat1 mit dem zweiten "Hobbit"-Teil "Smaugs Einöde". Doch an den Klassikern - und gerade zur Weihnachtszeit - wie "Ist das Leben nicht schön?" und "Papillon" - ist kein Vorbeikommen. Das James Stewart-Meisterwerk strahlt 3sat im Hauptprogramm aus.

"Der Hobbit: Smaugs Einöde", Sat1, 20:15 Uhr
Die Zwerge setzen zusammen mit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) und Gandalf dem Grauen (Ian McKellen) ihre Reise fort, um ihre Heimat Erebor dem Drachen Smaug zu entreißen.

Zweiter Teil der "Hobbit"-Saga von Peter Jackson, der auf dem Roman "The Hobbit" von J.R.R. Tolkien aus dem Jahr 1937 beruht. Ein recht schmales Büchlein, war von Anfang umstritten, wie weit die Geschichte ausgewalzt werden sollte: Auf ein, zwei oder auf drei Produktionen? 2006 gaben MGM bekannt, dass es zwei "Hobbit"-Filme geben solle, wobei der zweite als direktes Bindeglied zu "The Lord of the Rings" eingeplant wurde. Der zunächst vorgesehene Regisseur und Drehbuchautor Guillermo del Toro entschied sich gegen diese Vorgehensweise und konzipierte zwei Filme, die sich ausschließlich auf den "Hobbit" und nicht auf die Verästelungen aus den Erzählungen "Silmarillion" und "Nachrichten aus Mittelerde" beziehen sollten. Teil eins sollte mit der Flucht in den Fässern enden.

Nach dem Ausstieg von del Toro 2010, der nicht länger auf den Produktionsstart von "The Hobbit" warten wollte, der sich durch die finanziellen Schwierigkeiten bei MGM ergeben hatte, übernahm der "Herr der Ringe" selbst, Peter Jackson, das Ruder und kündigte 2012 an, dass es eine Trilogie geben werde. Die Flucht in den Fässern wanderte somit in den Mittelteil und stellt fraglos einen der Höhepunkte des Streifens dar.

Wie "The Lord of the Rings" drehten Jackson und sein Team die drei "Hobbit"-Teile an einem Stück von März 2011 bis Juli 2012 in Neuseeland, mit zahlreichen Nachdrehs noch Mitte 2013. Dazu kamen Aufnahmen aus den Londoner Pinewood-Studios, da man dem 90 Jahre alten Christopher Lee alias Saruman keine lange Flugreise mehr um die halbe Welt zumuten wollte. Im Gegensatz zu der ersten Tolkien-Trilogie von der Jahrtausendwende dominierten nun klar die computergenerierten Effekte gegenüber den praktischen Effekten. So waren beispielsweise die Orks nun hauptsächlich computergeneriert und keine Schauspieler mit Masken und Ganzkörperkostümen. Weitere Neuerungen war die Photographie mit 3D-Kameras und an Drohnen befestigte Kameras für Luftaufnahmen. Im Original spricht Benedict Cumberbatch den Drachen Smaug; in der deutschen Fassung ist Sascha Rotermund zu hören.

"The Desolation of Smaug", so der Originaltitel des zweiten "Hobbit"-Parts, hat mit den bekannten Problemen eines "Übergangsfilms" (und seiner Überlänge) zu kämpfen, ist aber insgesamt souverän und spannend in Szene gesetzt. Entsprechend fielen die Kritiken positiv aus, ebenso wie die Zuschauerreaktionen. Der 225 Millionen Dollar teure Fantasy-Film spielte weltweit 958 Millionen Dollar ein, war damit die vierterfolgreichste Produktion des Jahres 2013 und ein Riesenerfolg für New Line Cinema und MGM.

Das Werk wurde für drei "Oscars" nominiert: Für die "Besten Spezialeffekte", die "Beste Tonmischung" und den "Besten Tonschnitt". Kritiker Jules Brenner schrieb für "Cinema Signals": "Der Film ist episch, voller Action, selbst für die größten Kritiker eine Augenweide an Details und Design - und zu lang."



"Ist das Leben nicht schön?", 3sat, 21:45 Uhr
Ein Engel (Henry Travers) hilft einem mitfühlenden, aber verzweifelten und frustrierten Bänker (James Stewart), indem er ihm zeigt, wie das Leben in seiner Kleinstadt ausgesehen hätte, wenn er niemals gelebt hätte.

Vergangenes Wochenende lief "It's a Wonderful Life" in einigen britischen Kinos und füllte die Säle dermaßen, dass es dieser Klassiker in die Top Ten schaffte. Qualität ist halt unverwüstlich, und dieses Werk von Frank Capra gehört zu Recht zum festen Inventar des weihnachtlichen TV-Programms.

"Jedes Mal, wenn ein Glöckchen klingelt, bekommt ein Engel seine Flügel." Bei seiner Uraufführung 1946 war dieses Drama ein Misserfolg: Mit einem Einspiel von nur drei Millionen Dollar an den US-Kinokassen konnte es gerade mal seine Produktionskosten einspielen, während die Kritiken nur gemischt waren. Inzwischen schmückt der Streifen zahlreiche Allzeit-Bestenlisten, was den Film selbst, seine Charaktere - George Bailey (James Stewart) als Held, Mr. Potter (Lionel Barrymore) als Schurke - und seine Sprüche (siehe oben) betrifft.

Regisseur und Drehbuchautor Capra versteht es meisterhaft, Lachen und Weinen, Komik und Verzweiflung, Fantasy und Realität zu einem märchenhaften Gebilde zu formen - und lässt ein idealisiertes Kleinstadt-Americana mit den enfesselten bösen Mächten des ungezügelten Kapitalismus ringen. Ein Thema, das nie an Relevanz verlieren dürfte (und das FBI damals die Filmemacher unter Kommunismus-Verdacht stellen ließ).

Seinen Ursprung hat der Film in der Kurzgeschichte "The Greatest Gift" von Philip Van Doren Stern aus dem Jahr 1939. RKO Radio Pictures kauften die Rechte 1943 an der Geschichte für 10 000 Dollar und wollten daraus einen Streifen für Cary Grant produzieren. Doch nach drei vergeblichen Anläufen, ein zufriedenstellendes Drehbuch hinzubekommen, wanderte Grant zu "The Bishop's Wife" ("Jede Frau braucht einen Engel") ab.

Schließlich verkauften RKO die Rechte an Frank Capra und seine Firma Liberty Films weiter, der sich mit einem Team von Autoren daran machte, das Skript zu polieren - ein Prozess, der sich noch hinzog, während bereits gedreht wurde. Statt Grant besetzte Capra James Stewart, dessen erste Rolle nach seinem Kriegsdienst und seit fünf Jahren war. Die Dreharbeiten fanden in den RKO-Studios statt, in denen man die bereits seit 1930 für "Cimarron" existierenden Stadtkulissen erweiterte.

Die RKO-Produktion wurde für fünf "Oscars" nominiert: Als "Bester Film", für die "Beste Regie", für den "Besten Schnitt", den "Besten Ton" und der fabelhafte Stewart als "Bester Hauptdarsteller"); bei den Golden Globes gewann der Regisseur. Sowohl Stewart als auch Capra nannten "It's a Wonderful Life" ihren Lieblingsfilm. 1990 nahm die US-Library of Congress das Werk als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam" in das National Film Registry auf, um es für die Nachwelt zu erhalten.

"Es ist nicht eher Weihnachten, bis ich nicht 'It's a Wonderful Life' gesehen habe", meint ein amerikanischer Zuschauer. "Es gibt einige kleine Kostbarkeiten im Leben, die das Leben angenehm machen. Dieser Film ist so eine Kostbarkeit."



"Papillon", ARD, 01:00 Uhr
Ein Mann (Steve McQueen) freundet sich mit einem anderen Kriminellen (Dustin Hoffman) an, als sie ihre Haft auf einer furchtbaren Gefängnisinsel antreten, und diese Freundschaft inspiriert ihn zu einem Fluchtplan.

1969 veröffentlichte der Franzose Henri Charrière seine Memoiren, in denen er schilderte, wie er - unschuldig wegen Mordes verurteilt - 1945 nach 14 Jahren Haft von der berüchtigten Île du Diable, der Teufelsinsel, die 13 Kilometer vor der Küste von Französisch-Guayana in Südamerika liegt, zu fliehen versucht. Es war immer umstritten, wie viel von den Geschehnissen in "Papillon" - der Titel bezieht sich auf den auf Charrière's auf die Brust tätowierten Schmetterling - wahr ist, aber Hollywood war das egal. Es war einfach eine verdammt gute Geschichte.

Allied Artists sicherten sich die Rechte an dem Buch und engagierten Regisseur Franklin J. Shaffner ("Planet der Affen"), der das Drama 1973 aufwendig in Szene setzte. Auf Jamaika und in Spanien wurden die Gefangenenlager nachgebaut. Charrière war als Berater dabei vor Ort, um die Filmemacher zu größtmöglicher Authentizität anzuhalten. Aufgrund der Dreharbeiten in teilweise schwer zugänglichen Landschaften schossen die Kosten für die Produktion in die Höhe, aber der Atmosphäre des von Kameramann Fred Koenekamp exzellent gefilmten Streifens war es enorm zuträglich.

Analog dazu forderte McQueen mit 2 Millionen Dollar eine hübsche Summe für seine Arbeit und verlangte vertraglich, vor Hoffman im Vorspann genannt zu werden, zahlte das aber mit einer großartigen Leistung - manche meinen, seiner besten - zurück und erhielt eine Golden Globes-Nominierung. Dazu wurde noch Jerry Goldsmith für die "Beste Musik" für einen "Oscar" nominiert.

Das Meisterwerk, brutal und kompromisslos und zugleich inspirierend und stets fesselnd, war ein Riesenhit, in Deutschland, aber auch besonders in den USA, wo er als vierterfolgreichster Streifen des Jahres durch's Ziel ging. Das 13 Millionen Dollar teure Werk erlöste allein dort 53 Millionen Dollar.

Ein türkischer Zuschauer schwärmt: "Nach 'The Shawshank Redemption' ist dies der zweitbeste 'Sehnsucht nach Freiheit'-Streifen. Zwei großartige Schauspieler schaffen es, einem Enttäuschung, Freude, Loyalität, Geduld, Hoffnung, Wahnsinn, Freundschaft und Traurigkeit perfekt zu vermitteln. Jede einzelne Szene hat so viel zu sagen. Ein Muss!"



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