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Ein mörderischer Sommer mit Isabelle Adjani und Alain...uchon
Ein mörderischer Sommer mit Isabelle Adjani und Alain Souchon
© Roland Grant / Mary Evans / Sipa

TV-Tips für Sonntag (8.5.): Isabelle Adjani treibt die Temperaturen hoch

Arte zeigt "Ein mörderischer Sommer"

Passend zu den vorsommerlichen Temperaturen zeigt Arte den französischen Publikumserfolg "Ein mörderischer Sommer" im Hauptprogramm, bei dem Isabelle Adjani den Männern in ihrer Umgebung ordentlich einheizt.

"Die Tribute von Panem - The Hunger Games", Pro7, 20:15 Uhr

Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) nimmt freiwillig den Platz ihrer jüngeren Schwester in den Hunger Games ein, einem im Fernsehen übertragenen Wettkampf, bei dem jeweils zwei Teenager aus je einem der zwölf Bezirke von Panem sich bis auf den Tod gegenseitig bekämpfen.

2009 kratzten Lionsgate Films alles Geld zusammen, was sie hatten (oder liehen es sich), um die Rechte an Suzanne Collins' Jugendbuch-Trilogie "The Hunger Games" zu erwerben, die 2008 erschienen war. Hätten die anderen großen amerikanischen Filmstudios gewusst, welche Goldader die Kanadier damit anstachen, wären die Rechte wohl nicht für nur 200 000 Dollar über den Tisch gegangen. So aber konnten sich Lionsgate, die fünf Jahre hintereinander keinen Gewinn gemacht hatten, über eine der profitabelsten Reihen der letzten Jahre freuen.

"The Hunger Games" spielt in einem dystopischen Nordamerika der Zukunft: Während die Hauptstadt, das Kapitol, in obszönem Reichtum und Verschwendung lebt, vegetieren die unterdrückten Außendistrikte des Landes in Hunger und Armut. Einziger Weg aus diesem Zustand ist für einige wenige einmal im Jahr die Teilnahme an den landesweit übertragenen "Hunger Games", bei denen sich jeweils zwei Jugendliche aus jedem der zwölf Distrikte in einer riesigen Arena so lange bekämpfen müssen, bis nur noch ein Sieger übrig bleibt.

Für die entscheidende Rolle der Katniss Everdeen bewarben sich rund 30 Schauspielerinnen, darunter alles, was heute Rang und Namen hat - Hailee Steinfeld, Abigal Breslin, Emma Roberts, Saoirse Ronan, Chloe Grace Moretz und Shailene Woodley. Der Part ging schließlich an die damals 21-jährige Jennifer Lawrence, die 2010 mit "Winter's Bone" einem breiteren Publikum ein Begriff wurde. Für die Inszenierung verpflichtete man unerwarteterweise "Seabiscuit"-Regisseur Gary Ross, der auch zusammen mit Romanautorin Collins und Billy Ray das Drehbuch schrieb. Gedreht wurde hauptsächlich in North Carolina, das acht Millionen Dollar Steuernachlass gewährte.

Insgesamt kostete der erste Teil 78 Millionen Dollar. Man legte viel Wert auf die Masken, Kulissen, Ausstattung und Kostüme: Mit den 500 verschiedenen, teilweise aufwendigen Frisuren waren alleine 35 Friseure und Maskenbildner beschäftigt - um die Unterschiede in Farbe und Form zwischen dem Capitol mit seiner Mischung aus zukünftigem Art Déco-Retro-Design und den Distrikten mit seinem Große Depression-Gefühl - gedreht wurde unter anderem in einem verlassenen Mühlendorf von Beginn des 20. Jahrhunderts - deutlich werden zu lassen.

"The Hunger Games" ist mit seinem Thema sich gegenseitig abschlachtender Teenager keine leichte Kost: Die Zensoren taten sich schwer, eine Altersfreigabe "Ab 12 Jahren" zu erteilen - in Großbritannien erhielt der Streifen diese nur nach Schnitten und anderen Modifikationen (weniger Blut etc.), während die ungeschnittene Version auf Disc erst "ab 15 Jahren" freigegeben werden sollte.

Davon abgesehen, gelang es Regisseur Ross, die dramatische Gewalt, die rohen Emotionen und den anspruchsvollen Handlungsrahmen des Romans werkgetreu und hervorragend auf die Leinwand zu bringen (wobei er nicht digital, sondern mit echtem Film photographieren ließ), spannend und ausgezeichnet gespielt.

"The Hunger Games" lud zu vielen kontroversen Diskussionen ein, vom Vorwurf, das Ganze sei ein schwacher Abklatsch des japanischen Thrillers "Battle Royale" über die Diskussion, ob Lawrence zu babyspeckig für einen Charakter wirke, die im Buch nahe am Rande des Verhungerns lebt, bis zu der Auseinandersetzung über die Ethnien der Charaktere. Welche politische Botschaft der Film transportiere, ob er christlich zu lesen sei oder feministische Untertöne habe, ließen den Blätterwald ebenfalls rauschen und die Computer-Tastaturen klappern.

All dies trug aber eher noch zum Interesse an diesem Werk bei, als dass es dieses behinderte - die Romanadaption wurde ein Riesenerfolg: In den USA kam sie mit 408 Millionen Dollar als dritterfolgreichster Film des Jahres 2012 hinter "The Avengers" und "The Dark Knight Rises" ins Ziel; weltweit spielte sie insgesamt 691 Millionen Dollar ein. Bei den Golden Globes wurde der Song "Safe and Sound" nominiert. Nach diesem Triumph war klar, dass die gesamte Trilogie verfilmt werden würde. Um die Kuh noch etwas länger zu melken, sogar mit einem zweigeteilten dritten Part.

Die Kritiken zu "The Hunger Games" waren exzellent und übertrafen sogar die Publikumsreaktionen. Kritiker Colin Covert lobte für die "Minneapolis Star Tribune": "Zuschauer, die als Beilage zu ihrem Science Fiction-Film eine politische Allegorie mögen, werden hier vieles zu würdigen wissen. So wie auch Romantiker, Fans von feministischen Helden und Action-Begeisterte. Dieser Film ist dieses seltene Beispiel für einen Blockbuster von echter Bedeutsamkeit."



"Ein mörderischer Sommer", Arte, 20:15 Uhr
Eine schöne junge Frau (Isabelle Adjani) macht ihren Mann (Alain Souchon) zum blinden Werkzeug einer Rache-Intrige.

Jean Becker ("Das Labyrinth der Wörter") verfilmte den Roman "L'été meurtier" von 1977 als handwerklich gut gemachten, spannenden und hervorragend gespielten französischen Thriller. Romanautor Sébastien Japrisot (das Pseudonym des Schriftstellers Jean-Baptiste Rossi) hatte sein eigenes Buch adaptiert, das nun mit vielen Rückblenden und teilweise aus Sicht der Figuren, die als Ich-Erzähler auftreten, erzählt wurde.

"L' été meurtier" wurde 1983 ein gigantischer Erfolg in Frankreich mit über 5 Millionen Zuschauern. Bei den Französischen Filmpreisen erhielt das Werk vier Césars: Für Isabelle Adjani als Hauptdarstellerin, für Suzanne Flon als Nebendarstellerin, für Japrisot und sein adaptiertes Drehbuch sowie Cutter Jacques Witta. Dazu waren noch der Film selbst, Regisseur Jean Becker, Hauptdarsteller Alain Souchon, Nebendarsteller Francois Cluzet und Georges Delerue's Musik nominiert.

Ein indischer Zuschauer lobt: "Wenn man diesen Film mit einem Wort beschreiben müsste, wäre dies: Unvorhersehbar. Man weiß nie, was als nächstes passiert und ein Charakter vorhat. Isabelle Adjani zeigt eine ihrer besten Leistungen, und Alain Souchon liefert ebenfalls eine bemerkenswerte Leistung ab. Die Chemie zwischen den Beiden ist unbeschreiblich. Der Film ist geheimnisvoll, dabei aber sehr glaubwürdig und echt und die Figurenzeichnung so stark, dass man gezwungen ist, alles aus ihrer jeweiligen Perspektive zu sehen."



"Tomorrow, When the War Began", Pro7, 23:05 Uhr
Als ihr Land angegriffen und ihre Familien verhaftet werden, schließen sich acht ungleiche Teenager zusammen, um zu kämpfen.

1993 erschien in Australien der Roman "Tomorrow, When the War Began" als erster aus einer Reihe von sieben Büchern des Autors John Marsden, das in Deutschland unter dem Titel "Morgen war Krieg" veröffentlicht wurde. Stuart Beattie ("I, Frankenstein") adaptierte es für diesen australischen Abenteuerfilm von 2010, der an "Red Dawn" erinnert. Die Dreharbeiten fanden in Hunter Valley, in Raymond Terrace, Maitland, den Blue Mountains und der Brücke von Luskintyre statt.

Während sein Drehbuch nicht berühmt ist und die rassistischen Untertöne der Bücher nicht austreibt, sorgt seine Inszenierung für ein aufregendes und action-haltiges Vergnügen, das besonders Fans der Romane zufrieden stellen sollte. Das Werk war für sechs Australische Filmpreise nominiert und konnte diese für den "Besten Ton" und das "Beste adaptierte Drehbuch" gewinnen. Die geplanten Fortsetzungen kamen nie zustande; stattdessen wurde letztes Jahr eine Fernsehserie angekündigt.

Eine australische Zuschauerin und Liebhaberin der Bücher findet: "Eine tolle Besetzung unbekannter Namen wird zu den Figuren, die wir kennen und lieben. Die Filmemacher haben einen großartigen Job gemacht, die Essenz des Buches mit der richtigen Balance aus Action, Figurenzeichnung und Teenager-Romantik einzufangen."



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